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Photokina-Trend Systemkamera: Klassenkampf im Fotoland

Leicht, kompakt - aber mit Wechselobjektiven: Systemkameras verbinden die Stärken von Kompakt- und Spiegelreflexkameras. Sie könnten den Markt durcheinanderbringen.

Von Ralf Sander

Bin ich heute mal richtiger Fotograf, der die volle Kontrolle über die Bildkomposition wünscht l und für jede Situation das richtige Objektiv nutzen will? Dann hänge ich mir die schwere Tasche mit der Spiegelreflexkamera (SLR, Single Lens Reflex) über die Schulter. Oder bin ich auf Schnappschüsse aus und will schnell nette Bilder machen, auf der Party oder am Strand? Dann schiebe ich mir die Kompaktkamera in die Hosentasche. Das sind - grob gesagt - die beiden Möglichkeiten, zwischen denen sich der Freund digitaler Fotografie entscheiden musste. Bisher.

Klassenkampf

Ein neuer Typ von Kameras schickt sich an, die Lücke zwischen den beiden Geräteklassen zu schließen. Auf der Photokina in Köln sind die sogenannten Systemkameras neben 3D das beherrschende Thema der Messe. Die neuen Kameras versprechen das Beste beider Welten. Wie die digitalen SLR-Kameras verfügen sie über einen großen Bildsensor, ein Bajonett für den Anschluss von Wechselobjektiven sowie vielfältige Einstellungsmöglichkeiten. Mit den Kompakten teilen die Systemkameras ihre vergleichsweise geringe Größe und Gewicht. Das wird erreicht, weil auf den mechanischen Schwenkspiegel verzichtet wird, der Spiegelreflexkameras ihren Namen gibt. Deshalb sind Systemkameras auch preiswerter als SLR-Apparate.

Sein Motiv visiert der Fotograf bei Systemkameras entweder mithilfe des Displays auf der Rückseite des Gehäuses an oder durch einen elektronischen Sucher, also einen winzigen Bildschirm an der Stelle, wo bei Spiegelreflexkameras der optische Sucher sitzt. Der elektronische Sucher und die Wechselobjektive sind der Grund, dass dieser Kameratyp auf Englisch auch Evil-Kameras genannt wird (Electronic Viewfinder Interchangeable Lens, siehe Kasten) genannt. Der elektronische Sucher hat Vor- und Nachteile: Wer an herkömmliche SLR-Kameras gewöhnt ist, wird beim elektronischen Sucher die Auflösung und den Detailgrad seines optischen Pendants vermissen. Dafür können während des Fotografierens auf dem Mini-Monitor hilfreiche Informationen eingeblendet werden, und auch für die Kontrolle des Fotos muss man nicht notwendigerweise die Kamera vom Auge nehmen.

Die Bildqualität von Systemkameras ist ausgezeichnet und ihre Handhabung dabei sehr einfach. Das bemerken auch die Käufer. Die Verschmelzung von Kompakt- und SLR-Kameras könnte besonders den Markt der digitalen Spiegelreflexkameras aufwirbeln. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) betrug der Anteil der spiegellosen Kameras am Spiegelreflexmarkt im Juli zehn Prozent und könnte bis Weihnachten auf 18 Prozent steigen. In Asien hat bereits jede dritte Wechselobjektiv-Kamera keinen Spiegel mehr.

Vor zwei Jahren ging es los

Olympus und Panasonic haben vor zwei Jahren die ersten Geräte dieses Typs vorgestellt. Das aktuelle Modell von Panasonics spiegelloser Serie heißt Lumix GH2 und erinnert optisch stark an eine geschrumpfte Spiegelreflexkamera. Das Gehäuse ohne Objektiv ist ab 550 Euro erhältlich. Neben Fotos kann die GH2 auch Full-HD-Videos aufzeichnen. Künftig wird man die G-Serie außerdem mit einer 3D-Linse ausrüsten können, deren Preis noch nicht feststeht.

Olympus setzt seine PEN-Reihe mit dem Modell E-PL1 fort. Ihr 360 Euro teurer Body ähnelt eher einer Kompakten, ein Sucher fehlt. Wer sich nicht mit dem Bildschirm auf der Gehäuserückseite zufrieden gibt, kann einen elektronischen Aufstecksucher anbringen. Die PEN E-PL1 kann Videos aufzeichnen, außerdem sind viele Kreativfilter zur Bildgestaltung integriert.

Sony mit zwei Varianten

Mit der NEX-Serie hat Sony Systemkameras geschaffen, deren sehr kleine und schmale Gehäuse hinter den normalgroßen Objektiven fast zu verschwinden scheinen. Auf der Photokina wird die NEX-5 (ab 570 Euro mit Weitwinkel) gezeigt, die einen beweglichen Monitor mitbringt und aus einer Schwenkbewegung automatisch ein Fotopanorama - sogar in 3D - erstellen kann. Über einen Adapter lassen sich Objektive von Sonys Spiegelreflexkameras der Alpha-Serie anschließen. Apropos Alpha: Die Japaner haben noch einen zweiten Typ von Systemkamera entwickelt, dessen Gehäuse an klassische SLR-Geräte erinnert. Im Innern der neuen Modelle SLT-α33 (Gehäuse: 650 Euro) und α55 (Gehäuse: 750 Euro) befindet sich sogar ein Spiegel, ein ganz besonderer allerdings. Er ist teildurchlässig und klappt nicht hoch, sondern leitet das Licht gleichzeitig zum Sensor und zum Sucher. Diese Konstruktion hat zur Folge, dass der Autofokus der Kamera auch bei laufender Videoaufnahme die Schärfe anpassen kann, wenn sich das Motiv bewegt. Bei Kameras mit Schwenkspiegel ist das nicht möglich.

Samsung - verblüffend einfach

Samsung zeigt bei seiner neuen, rund 650 Euro teuren NX100 erstmals das komfortable i-Function-Feature: Drückt man den iFn-Knopf am Objektiv, kann man alle Einstellungen - von Weißabgleich bis zu Blende und Verschlusszeit - durch Drehen eines Objektivringes vornehmen, ohne das Auge vom Motiv abwenden oder mit der rechten Hand am Gehäuse herumfummeln zu müssen.

Ricohs Sonderweg

Einen ganz eigenen Weg geht der japanische Hersteller Ricoh mit seinem Wechselmodulsystem GXR (ab 1000 Euro). Hierbei wird nicht das Objektiv allein gewechselt, sondern ein Modul, das aus Objektiv und dem Bildsensor besteht. Als Vorteile nennt Ricoh einen besseren Schutz vor Staub und Feuchtigkeit sowie eine optimale Abstimmung von Objektiv und Sensor. Das GXR-System ist ein einzigartiger Sonderweg, sodass die Auswahl an Objektiven noch sehr eingeschränkt ist. Ob sich das System durchsetzen wird, ist offen.

Die Vielfalt der Neuheiten auf der Photokina zeigt, dass in diesem jungen Gerätesegment viel Bewegung ist und fast alle Hersteller Systemkameras anbieten. Nur zwei halten sich bisher völlig raus: Nikon und Canon, mit einem gemeinsamen Marktanteil von 80 Prozent die unbestrittenen Platzhirsche bei den Spiegelreflexkameras, reagieren bisher nicht auf die mögliche Bedrohung ihrer Pfründe. Aber sie schauen mit Sicherheit genau hin, wer da ohne Spiegel den Aufstand probt.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Alle Trends der Photokina in Köln"

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.