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TV der Zukunft: Bald kommt der Fernseher zum Zusammenrollen

Können wir riesige Fernseher bald zusammenfalten und in die Tasche stecken? LG hat nun den Prototyp eines völlig neuen TVs gezeigt, der ein wenig Science-Fiction-Flair vermittelt.

Von Christoph Fröhlich

Die Fernsehertechnik hat sich in den letzten Jahren rasend schnell verändert: Aus Röhren wurden Flat-TVs, dann folgten Full HD und 3D, derzeit sind extrem scharfe Ultra-HD-Displays angesagt. Nur eines hat sich in den vergangenen Jahren nicht geändert: Der Fernseher war bislang ein starres, klotziges Gebilde, das jedes Wohnzimmer dominierte. Das soll sich laut LG ändern: Der südkoreanische Konzern arbeitet seit Jahren an TVs mit flexiblen Displays, nun hat er einen Blick in die Geheimlabore ermöglicht. Die Technik könnte bald vor dem Durchbruch stehen.

Rollbare Fernseher ab 2017

Der Fernsehbildschirm ist beim TV der Zukunft so dünn wie ein Blatt Papier und kann problemlos zu einer Rolle von drei Zentimetern Durchmesser zusammengerollt werden - so dünn ist die Pappe einer handelsüblichen Klopapierrolle. Die Bildschirme sollen dank einer speziellen Beschichtung an Flexiblität gewinnen.

Einen der ersten flexiblen Fernseher zeigte LG auf der diesjährigen Technikmesse CES in Las Vegas. Nun zeigte das Unternehmen einen deutlich fortgeschritteneren Prototyp und kündigte an, dass die ersten aufrollbaren Fernseher mit 60-Zoll-Screen (152 Zentimeter Diagonale) und Ultra-HD-Auflösung bereits 2017 produziert werden. Ganz so weit ist LG derzeit aber noch nicht, gezeigt wurde ein 18-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1200 x 810 Pixeln. Selbst bei einem Durchmesser von wenigen Zentimetern soll es zu keinen Bildverzerrungen kommt, verspricht das Unternehmen.

Das iPad zum Ausklappen

"Zusammenrollbare Fernseher sind vielversprechend. Erstens sind sie viel langlebiger als herkömmliche Bildschirme, so dass wir größere, bessere Displays in Flugzeugen sehen könnten", sagt "stuff.tv"-Redakteur Stephen Graves der britischen "BBC". "Außerdem ermöglichen Sie ein völlig neues Design für Gadgets. Stellen Sie sich nur ein Zehn-Zoll-iPad vor, dass man zu einem 16-Zoll-Bildschirm ausklappen könnte - das wäre dann wie ein Laptopmonitor."

Auch Evan Kypreos, Redakteur bei "TrustedReviews", sieht die Vorteile im mobilen Bereich: "Ich denke, dass diese Technologie für Wearables wesentlich interessanter ist als für 60-Zoll-Fernseher. Smartwatches mit krummen Bildschirmen, die sich über das ganze Armband erstrecken, wären ein naheliegendes Beispiel."

"Schatz, hast du den Fernseher gesehen?"

Ein Haken gibt es aber: Sollten 2017 die ersten rollbaren Fernseher vom Fabrikband laufen, werden sie zum Start beinahe unbezahlbar sein. Und vielleicht ergeben sich dadurch auch völlig neue Probleme. Statt der Fernbedienung sucht man in Zukunft vielleicht gleich den ganzen Fernseher, weil er noch zusammengerollt in der Tasche liegt.

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