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CES 2014 in Las Vegas: Das sind die Techniktrends des Jahres

Die größte Gadget-Messe der Welt ist eröffnet: Auf der CES in Las Vegas zeigen Elektronikhersteller kurvige Fernseher, schlaue Uhren und neue Smartphones. Wir zeigen, was 2014 wichtig wird.

Las Vegas wird wieder zum High-Tech-Mekka: Auf der "Consumer Electronics Show" (CES) zeigen Hunderte von Ausstellern die neuesten Gadgets und Technik-Trends. Und schon jetzt ist klar: 2014 wird das Jahr der "wearable devices", der tragbaren Technik, dazu zählen etwa Googles Datenbrille Glass oder Fitnessarmbänder, die Schritte und verbrauchte Kalorien der User messen. In Las Vegas werden verbundene Haushaltsgeräte, Sensoren und neuartige Technik wie Computeruhren oder Handys mit biegsamen Bildschirmen eine große Rolle spielen. Der Markt für kleine tragbare Internetgeräte werde explodieren, sagte Shawn DuBravac, Chefökonom des Messe-Veranstalters CEA. LG wird, glaubt man aktuellen Gerüchten, ein neues Fitnessarmband vorstellen, das zusätzlich Daten von einem gekoppelten Handy anzeigen kann.

Gleichzeitig stehen viele der Ideen noch am Anfang. Bei Smartwatches etwa, das sind schlaue Armbanduhren, die via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden, gehe es vor allem darum, zu zeigen, was technisch möglich sei. "Es könnte noch fünf bis zehn Jahre dauern, bis das kommerziell sinnvoll ist", sagt DuBravac. Sony und Samsung haben bereits eigene Smartwatches vorgestellt, in diesem Jahr erwarten Experten ähnliche Geräte von Schwergewichten wie Google und Apple. Pebble, einer der Pioniere im Bereich der schlauen Uhren, will am Montagabend deutscher Zeit Neuigkeiten vorstellen. Auch abseits der Elektronikbranche wächst die Bedeutung von High-Tech-Armbanduhren: Mercedes zeigt an seinem Stand den Prototyp eines Wagens, der Daten des Autos - etwa den Füllstand des Benzintanks - an die Smartwatch von Pebble schickt.

Das Zuhause wird schlau

Ein weiterer Trend ist die Vernetzung des Haushalts über das Internet. Hierbei werden Smartphones eine wichtige Rolle spielen, erwartet Technik-Experte DuBravac. "Smartphones und Tablets werden zur Schaltzentrale für all diese verbundenen Geräte." Ein ans Internet angebundenes Thermostat könne etwa die Heizung hochdrehen, wenn sich der Hausbesitzer mit seinem Handy auf den Heimweg macht. Damit verknüpfen die Geräte auch immer mehr Informationen über ihre Nutzer. DuBravac geht davon aus, dass der zusätzliche Komfort das vielen Nutzern wert ist.

Wie jedes Jahr wird die CES auch ein Schaulaufen der Fernsehbranche. Nachdem 3D nie richtig die Wohnzimmer erobert hat, setzen die TV-Hersteller nun auf ultrahochauflösende 4K-Fernseher. Sie stellen auf derselben Fläche viermal so viele Bildpunkte dar wie handelsübliche Full-HD-Fernseher. Derzeit sind die meisten Geräte noch ziemlich teuer, doch im Laufe des Jahres dürften UHD-Geräte für unter 1000 Euro erscheinen. Doch nicht nur in Sachen Auflösung tut sich einiges, auch die Form verändert sich: Curved-TVs, Fernseher mit gebogenem Display, liegen im Trend. Sowohl Samsung als auch LG wollen in Las Vegas Geräte zeigen, die beide Technologien in sich vereinen: UHD-Auflösung auf einem gebogenem Display mit 105-Zoll-Diagonale (etwa 2,67 Meter).

Schwellenländer heizen Smartphone-Boom an

Das Internet nutzen Menschen zunehmend über Smartphones und Tablets anstatt klassischer PCs. Vor allem in Wachstumsmärkten wie China, Indien oder Brasilien stehe mit dem Vormarsch der Smartphone-Revolution aus den großen Städten aufs Land ein rasantes Wachstum der Nutzer-Zahlen bevor, betont der führende Analyst des Messe-Veranstalters CEA, Steve Koenig. "Die USA werden sich auf Dauer mit dem zweiten Platz im weltweiten Elektronik-Geschäft abfinden müssen."

Deshalb erwarten Experten auch viele neue Smartphone-Modelle, vor allem im unteren Preissegment. Von den gut 1,2 Milliarden Smartphones, die Schätzungen zufolge in diesem Jahr abgesetzt werden, gehen rund 70 Prozent in die Wachstumsmärkte. Dadurch werde der Durchschnittspreis eines Smartphones von 444 Dollar im Jahr 2010 auf 297 Dollar sinken. Doch auch bei den Top-Modellen ist Nachschub zu erwarten: Sony wird vermutlich einen Nachfolger des Flaggschiffs Xperia Z1 präsentieren, LG zeigt auf der CES das G Flex mit gebogenem Display.

Bei Tablets dürfte die Entwicklung ähnlich verlaufen. "Um tief in die Märkte dieser Länder vorzudringen, braucht man günstige Geräte." Bei Tablets gehe das oft mit kleineren Bildschirmgrößen einher. Aber auch in den USA würden Tablets mit Display-Diagonalen unter 9 Zoll mittlerweile zwei Drittel des Marktes ausmachen. Gerüchten zufolge soll Samsung auf der CES aber auch ein übergroßes Tablet mit 12,2 Zoll Bildschirmdiagonale zeigen.

cf/DPA / DPA