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Sonys Smartwatch 2 vorgestellt: Das Handgelenk hat Post

Während Apple noch an der iWatch arbeitet, hat Sony seine neue Touchscreen-Uhr schon vorgestellt: Mit dem Gerät lassen sich nicht nur E-Mails lesen, sondern auch Termine planen und Musik steuern.

Von Christoph Fröhlich

Auf den ersten Blick sieht das Gerät aus wie eine herkömmliche Armbanduhr. Doch im Inneren des kleinen, beinahe quadratischen Aluminiumgehäuses steckt jede Menge High-Tech: Auf der Elektronikmesse Mobile Asia Expo in Shanghai hat Sony die neue Generation seiner Touch-Uhr vorgestellt, die Smartwatch 2 (SW2). Das Gerät dient als zweiter Bildschirm für ein gekoppeltes Smartphone mit Android-Betriebssystem, unterstützt werden alle Geräte mit Version 4.0 oder neuer. Mit dem Handy können neue Apps auf der Uhr installiert werden, so kann man etwa E-Mails oder Facebook-Nachrichten vom Handy in der Hosentasche direkt ans Handgelenk weiterleiten. Auch die Musikwiedergabe lässt sich über die Smartwatch steuern, ebenso können Termine, entgangene Anrufe oder SMS angezeigt werden. Wird das Gerät vom Smartphone entkoppelt, lässt es sich als einfache Uhr nutzen.

Wasser- und staubdicht

Das Display misst 1,6 Zoll und ist damit etwas größer als bei der ersten Smartwatch-Generation (1,3 Zoll). Die Auflösung hat sich von 128 x 128 auf 220 x 176 Pixel erhöht. Außerdem soll sich der Bildschirm bei Sonnenlicht deutlich besser erkennen lassen, verspricht Sony. Bei der ersten Generation war das schlecht lesbare Display einer der größten Kritikpunkte. Ein NFC-Chip soll das Pairing mit Smartphones und Tablets vereinfachen. Die Maße der Smartwatch 2 betragen 42 x 9 x 41 Millimeter.

Die High-Tech-Uhr ist laut Sony staub- und wasserdicht, sie soll ein Bad in einem Meter Wassertiefe bis zu 30 Minuten ohne Schäden überstehen. Im September soll das Gerät erhältlich sein und 199 Euro kosten. Der Kunde soll dann zwischen einer Version mit Metall- und Kunststoffarmband wählen können. Die Version mit Metallarmband soll 122,5 Gramm wiegen, die Variante mit Kunststoff bringt vermutlich etwas weniger auf die Waage.

Jeder Dritte würde Smartwatch tragen

Noch ist die Konkurrenz im Markt des "wearable computing", der anziehbaren Computer, überschaubar. Doch das Interesse ist schon jetzt riesig: Apple werkelt Insidern zufolge seit Monaten an einer iWatch, einer schlauen Uhr mit Touchscreen-Unterstützung und iOS-Betriebssystem. Google hat begonnen, die Datenbrille Google Glass an Entwickler zu verteilen. Einige Experten schätzen den Markt des "wearable computing" für das Jahr 2014 auf 1,5 Milliarden Dollar.

Auch bei den Usern scheinen die Geräte anzukommen: In einer Umfrage des Bitkom-Verbands wurden knapp 1000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt, 31 Prozent äußerten ihr Interesse an einer Smartwatch, die mit dem Telefon gekoppelt und so mit dem Internet verbunden ist. 13 Prozent sagten, dass sie ziemlich sicher ein solches Gerät nutzen werden. Noch höher ist der Anteil in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen: Fast jeder Zweite (49 Prozent) sei an einer Smartwatch interessiert, knapp jeder Vierte (23 Prozent) will eines der Geräte nutzen. Nur der Preis scheint die Befragten derzeit abzuschrecken: Im Schnitt sind die Deutschen bereit, 87 Euro für das Armband-Gadget auszugeben, so das Ergebnis der Umfrage. Mit knapp 200 Euro dürfte Sonys SW2 somit weit über dem Budget liegen, dass viele Nutzer bereit sind auszugeben.

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