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"Nature"-Studie: Wikipedia kaum schlechter als die "Britannica"

Eine Studie des Wissenschaftsmagazins "Nature" hat ergeben, dass die Qualität der Wikipedia kaum unter der der renommierten Encyclopaedia Britannica liegt - zumindest bei wissenschaftlichen Artikeln.

Wissenschaftliche Einträge in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia sind fast so exakt und umfassend wie die entsprechenden Artikel in der renommierten Encyclopaedia Britannica, die als Standard unter den Nachschlagewerken gilt. Das ist das Fazit einer Untersuchung der Fachzeitschrift "Nature", die knapp 50 Wissenschaftler Einträge aus beiden Enzyklopädien auf Fehler untersuchen ließ. Im Durchschnitt fanden die Experten dabei in der Encyclopaedia Britannica pro Artikel drei und bei Wikipedia pro Eintrag vier Ungenauigkeiten. Das umstrittene Wikipedia-Konzept, bei dem jeder unabhängig von seiner Ausbildung die Beiträge verändern darf, liefert demnach eine überraschend hohe inhaltliche Qualität, berichtet "Nature" (Bd. 318, S. 900).

Momentan enthält die 2001 gegründete Wikipedia etwa 3,7 Millionen Beiträge in 200 Sprachen. Allein in der englischsprachigen Version kommen täglich ungefähr 1500 Artikel hinzu. Im Gegensatz zu anderen Nachschlagewerken basiert die Online-Enzyklopädie jedoch nicht auf Expertenwissen, sondern erlaubt es jedem Interessierten, Beiträge zu schreiben und zu bearbeiten - unabhängig davon, ob es sich um einen Spezialisten oder einen absoluten Laien handelt. Potenzielle Fehler, so die Ansicht der Betreiber, werden von anderen Lesern sehr schnell entdeckt und sofort korrigiert, so dass die Qualität der Artikel mit der Zeit immer besser wird.

Dieses Konzept funktioniert zumindest bei wissenschaftlichen Beiträgen offenbar sehr gut, zeigt nun die von "Nature" in Auftrag gegebene Studie: Wie bei Artikeln aus Fachzeitschriften üblich, ließ das Magazin je 42 Wikipedia- und Britannica-Beiträge in einem so genannten Peer-Review-Verfahren von Experten aus dem jeweiligen Fachgebiet begutachten. Die Themen der Einträge reichten dabei vom Vormenschen Australopithecus über den Satz des Pythagoras bis zur Biografie verschiedener Persönlichkeiten der Wissenschaftsgeschichte. Die Gutachter sollten nach drei Arten von Ungenauigkeiten - sachlichen Fehlern, fehlenden Informationen und irreführenden Aussagen - suchen, ohne zu wissen, welcher Eintrag aus welcher Enzyklopädie stammte.

Kritik an der Sprache

Das einzige, was die Gutachter einmütig in den Wikipedia-Beiträgen kritisierten, waren der sprachliche Stil und der Aufbau der Artikel. Insgesamt seien jedoch in beiden Nachschlagewerken relativ viele Fehler entdeckt worden, berichtet "Nature"-Autor Jim Giles. Die Encyclopaedia Britannica schnitt dabei zwar etwas besser ab, der Unterschied war aber bei weitem nicht so groß wie erwartet. Nach Ansicht der "Nature"-Redakteure könnte die Qualität der Wikipedia-Beiträge noch deutlich verbessert werden, wenn mehr Wissenschaftler mitarbeiten würden: Einer Umfrage zufolge kennen zwar 700 von 1000 Forschern die Online-Enzyklopädie, schon einmal mitgeschrieben haben jedoch weniger als 10 Prozent von ihnen.

Negative Wikipedia-Schlagzeilen

In den vergangenen Wochen hatte es einige negative Schlagzeilen über die Wikipedia gegeben. In der englischsprachigen Ausgabe hatte ein absichtlich falscher Artikel für Aufsehen gesorgt, der den US-Journalisten John Seigenthaler in Verbindung mit den Morden an John F. und Robert Kennedy stellte. Der Urheber des Artikels hat sich inzwischen bei Seigenthaler entschuldigt. In der deutschen Wikipedia hatte es einige Fälle von Urheberrechtsverletzungen gegeben, weil ein Autor Beiträge aus alten DDR-Lexika kopiert und veröffentlicht hatte.

DDP / DDP
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.