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Power-Paar Eine Affäre, Treffen mit Jeffrey Epstein: Das sollen die Gründe für Bill Gates' Scheidung sein

Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden
Bill und Melinda Gates lassen sich scheiden
© Reuters
Melinda und Bill Gates gaben sich viel Mühe, die Scheidung als gemeinsame, freundschaftliche Entscheidung zu präsentieren. Doch nun zeigen bestätigte Details aus den letzten Jahren ein etwas anderes Bild. Und auch Gates' Ausscheiden bei Microsoft steht plötzlich in einem neuen Licht.

Es war eine Meldung, die für die Öffentlichkeit quasi aus dem Nichts kam. Bevor Melinda und Bill Gates nach 27 Jahren das Ende ihrer Ehe verkündeten, galten sie rund um den Globus als mächtiges und schlagkräftiges Duo im weltweiten Kampf gegen Krankheiten und humanitäre Katastrophen. Doch mehrere Berichte erlaubten am Sonntag einen unerwarteten Blick hinter die Kulissen des vermeintlichen Dream Teams. 

Denn offenbar kriselte die Ehe schon deutlich länger als öffentlich bekannt immer wieder. Gleich mehrere seriöse US-Medien, unter anderem die "New York Times" und das "Wallstreet Journal", berichteten am Sonntag erstmals von einer Affäre Gates' mit einer Arbeitskollegin. Das Stelldichein könnte den ehemaligen Konzernchef sogar seinen Platz in der Microsoft-Führung gekostet haben.

"Unangemessene Beziehung"

Den Berichten zufolge soll der Aufsichtsrat des Weltkonzerns im Sommer zum ersten Mal darüber informiert worden sein, dass Gates eine "unangemessene" Beziehung mit einer Angestellten gehabt haben soll. Bereits im Jahr 2000 habe der damals gerade erst als CEO abgetretene Gates eine Affäre angefangen, die laut einem der Berichte "mehrere Jahre" gedauert haben soll. Der Aufsichtsrat hatte danach eine Untersuchung gestartet, an deren Ende ihm sogar der Rauswurf aus dem Aufsichtsrat gedroht hätte. Gates beendete die Untersuchung aber selbst - indem er freiwillig seinen Rücktritt bekanntgab.

Dass es sich bei der Affäre nicht um ein Gerücht handelte, wurde mittlerweile von Gates' Sprecherin Bridgitt Arnold offiziell bestätigt. Man habe sie "freundschaftlich" beendet, hieß es in einem Statement gegenüber der "Washington Post". Auch die Untersuchung ist mittlerweile bestätigt worden. "Microsoft wurde in der zweiten Hälfte 2019 mit einer Angelegenheit konfrontiert, nach der Bill Gates im Jahr 2000 intime Beziehungen zu einer Angestellten angestrebt haben soll", heißt es von Seiten des Konzerns. Die durch Anwälte durchgeführte Untersuchung soll auch von Gates selbst "ausführliche Unterstützung" bekommen haben. Der Rücktritt habe aber nichts mit ihr zu tun, betont seine Sprecherin. "Er hatte schon vorher Interesse bekundet, mehr Zeit in seine gemeinnützige Arbeit stecken zu können."

Gates und die (anderen) Frauen

Es scheint aber nicht das erste und letzte Mal gewesen zu sein, dass Bill Gates anderen Frauen hinterherstellte. Den Berichten zufolge soll der aktuell viertreichste Mann der Welt auch in seiner Zeit als Konzernchef und sogar bei der Arbeit in der gemeinsam mit seiner Frau betriebenen Stiftung den Kontakt zu anderen Frauen und Mitarbeiterinnen gesucht haben. Demnach habe er etwa Angestellten Zettel zugesteckt oder sie direkt um ein gemeinsames Abendessen gebeten. "Wenn Ihnen dabei unwohl ist, tun Sie so, als habe es diese Anfrage nie gegeben", soll er einer Angestellten der Stiftung 2006 nach einem Meeting per Mail geschrieben haben. Die Betroffenen betonten den Berichten zufolge aber, er habe seine Position nie genutzt, um Druck auf sie auszuüben und nach einer Ablehnung oder ausbleibenden Reaktion stets von den Versuchen abgelassen.

Wie Melinda French Gates auf die einzelnen Affären reagierte, ist im Detail nicht bekannt. Sie dürfte über Gates Flirtversuche bei der Arbeit aber nicht grundsätzlich überrascht gewesen sein: Auch das Ehepaar Gates hatte sich bei der Arbeit kennengelernt, Melinda hatte 1987 bei dem Konzern als Produktmanagerin angefangen und wurde von ihrem späteren Ehemann auf dem Parkplatz um ein Date gebeten.

Epstein als Grenze

Eine Grenze schien French Gates aber an einer anderen Stelle überschritten gesehen zu haben. Nachdem ein Zeitungs-Artikel 2019 über Details aus Gates Beziehung zu Jeffrey Epstein berichtet hatte, habe sich seine Ehefrau erstmals mit einem Team von Scheidungsanwälten beraten lassen, heißt es beim "Wall Street Journal". Der "NYTimes" zufolge hatte French Gates die Beziehung ihres Mannes zu dem wegen Prostitution von Minderjährigen angeklagten Milliardär Epstein bereits vorher negativ betrachtet, manche Details habe sie aber erst aus dem Artikel erfahren.

Melinda und Bill Gates

Epstein, der sich 2019 in einer Gefängniszelle unter merkwürdigen Umständen das Leben genommen haben soll, hatte sich demnach mehrfach mit Gates getroffen und ihn auch auf seine für die hohe Anzahl sehr junger Frauen bekannten Partys eingeladen. In einer Mail hatte Gates den Lebensstil Epsteins als "sehr anders und irgendwie faszinierend, aber nichts für mich" bezeichnet. Seine Sprecherin betonte nach Angaben der "NYTimes", er habe sich vor allem auf das auffällige Dekor von Epsteins Apartment bezogen.

Verschiedene Versionen

Der Ehestreit um Epstein war wohl auch deshalb eskaliert, weil French Gates bereits 2013 nach einem gemeinsamen Abendessen ihr Unwohlsein über den schon damals umstrittenen Epstein geäußert haben soll. Mehreren Zeugen zufolge soll Gates sich trotzdem über Jahre mit Epstein getroffen und auch seine Partys besucht haben. Dort soll er auch mindestens einmal seine unglückliche Ehe erwähnt haben. Seine Sprecherin Arnold bestreitet das allerdings. Bei den Treffen der beiden habe es sich um die Zusammenarbeit bei gemeinnützigen Projekten gehandelt, es seien keine Frauen anwesend gewesen. 

Für seine Frau war es aber wohl trotzdem genug, so die "Times". "Sie hat entschieden, dass es für sie am besten sei, ihre Ehe zu verlassen und sich auf die nächste Phase ihres Lebens zu konzentrieren."

Quellen: New York Times,Wall Street Journal, Washington Post

mma

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