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Breitband-Internet: Funk ist kein Allheilmittel gegen DSL-Lücken

Der Weg zum schnellen Internet-Ausbau auf dem Land ist endgültig frei. Der Bundesrat stimmte einer entsprechenden Verordnung zu. Vor allem Funktechnik soll zum Einsatz kommen, um bisher von Breitband-Internet abgeschnittene Regionen ans Netz zu bringen. Das könnte Probleme geben.

Viele Bundesbürger auf dem Lande dürfen aufatmen - das Warten auf einen schnellen Internetanschluss soll bald ein Ende haben. Das meint jedenfalls die Bundesregierung. Und der Bundesrat hat den Weg frei für die entsprechenden Pläne gemacht. Mit der Nutzung von freien Frequenzen aus der Umstellung auf den digitalen Rundfunk, der so genannten digitalen Dividende, könnten jetzt bis in die letzten Winkel der Republik die weißen Flecken in der Breitbandversorgung verschwinden. Schnelles Surfen, das Herunterladen von Dateien, Musik und Videos mit Höchstgeschwindigkeit könnte bald für jedermann möglich werden.

Doch Experten warnen: Als Wundermittel zur Überwindung der digitalen Kluft in der Breitbandversorgung sei die digitale Dividende nicht geeignet. Schon seit Jahren wird der Ausbau von schnellen Internetanschlüssen in der Fläche gefordert. Vor allem in dünn besiedelten Regionen, unter anderem in Ostdeutschland, sind derzeit viele Haushalte und Unternehmen vom schnellen Internet abgeschnitten.

Bislang schreckten Telekom-Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen davor zurück, solche Anschlüsse zu legen. Rund fünf Millionen Menschen in bis zu mehr als 5000 Gemeinden oder rund acht Prozent aller Haushalte sollen nach Angaben von Experten derzeit noch keinen Breitbandzugang haben. Die digitale Dividende soll Abhilfe schaffen.

Mit der Bundesratszustimmung steht zumindest die Voraussetzung für die flächendeckende Versorgung mit Breitband-Verbindungen auch in ländlichen Regionen. Die Bundesregierung will bis Ende 2010 schnelles Surfen im Internet in ganz Deutschland ermöglichen - unter anderem sollen deshalb freigewordene Rundfunkfrequenzen für die Breitband- Internetverbindungen genutzt werden.

"Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein"

Bernd Rudolph von der Initiative gegen digitale Spaltung hält von vollmundigen Versprechungen allerdings wenig. "Die digitale Dividende ist kein Allheilmittel und auch nicht der große Wurf", sagt er und befürchtet: "Ganz im Gegenteil, die digitale Spaltung des Landes wird sich vertiefen". Tatsächlich sind die angestrebten Bandbreiten von 1 Megabit pro Sekunde im Vergleich zu den Raten in Ballungsgebieten, wo inzwischen bis zu 100 Megabit erreicht werden, nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Auch Harald Summa, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft in Köln warnt vor überzogenen Hoffnungen. "Die Funkfrequenzen sind eine Möglichkeit, in dünn besiedelten Gebieten kostengünstig Verbindungen herzustellen". Es sei eine Chance, diese Technologie zu etablieren, nachdem in der Vergangenheit alle anderen kläglich gescheitert seien. Doch als der Weisheit letzter Schluss, hält Summa die digitale Dividende nicht. Um die unterschiedlichen Versorgungsgrade anzugleichen, müssten auch die Regionen langfristig mit Glasfaser angeschlossen werden.

Unterdessen warten die Mobilfunkanbieter auf ein Startzeichen. Vodafone, T-Mobile & Co haben seit längerem die Freigabe der Rundfunkfrequenzen gefordert. Vodafone-Chef Friedrich Joussen betonte mehrfach, bei der digitalen Dividende zugreifen zu wollen: Wenn das Unternehmen Frequenzen bekäme, "wird es 2010 keine weißen Flecken mehr geben", verspricht er. Die Konkurrenz hält sich noch bedeckt, wird das Geschäft aber nicht Vodafone allein überlassen wollen.

Frequenzen werden versteigert

Loslegen können die Unternehmen vermutlich aber ohnehin erst 2010. Denn die Frequenzen müssen versteigert werden, voraussichtlich Anfang kommenden Jahres. Die Vorbereitung darauf nehme einige Monate in Anspruch, heißt es bei der Bundesnetzagentur. Unter den Hammer kommen dabei neben den Funkfrequenzen aus der digitalen Dividende gleich weitere Mobilfunkfrequenzen.

Obwohl die Versteigerung eine der größten Auktionen der Bundesnetzagentur sein wird, Erlöse in der Größenordnung der UMTS- Versteigerung im Jahr 2000 erwartet niemand. Damals hatte die spektakuläre Auktion, aufgepeitscht durch die Euphorie und einer nie dagewesenen Goldgräberstimmung in der Branche, rund 50 Milliarden Euro in die Staatskassen gespült.

Probleme mit Funkmikrofonen

Wenig begeistert von den Plänen der Bundesregierung ist auch eine ganz andere Fraktion, die mit Breitband-Internet eigentlich nichts zu tun hat: Hersteller und Nutzer von Funkmikrofonen. Zumindest bis Ende 2015 hat die Bundesnetzagentur die Frequenzen von 790 bis 862 Megahertz auch für Funkmikrofone freigeben. Tummelt sich in diesem Bereich bald auch der Datenfunk, könnte es zu massiven Störungen bei Konzerten, in Theatern oder sonstigen Einsatzfelder für drahtlose Mikrofone kommen. Die Zahl der in Deutschland im Einsatz befindlichen Funkmikros wird auf 700.000 geschätzt.

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DPA/san

DPA/san / DPA
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.