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Datenschutz: Werden wir alle ein bisschen Google?

Google gehört zu den größten Datensammlern der Welt. Mit jedem neuen Angebot werden weitere persönliche Informationen der Nutzer gespeichert. Diese Datenmengen wecken Begehrlichkeiten.

Kaum ein Unternehmen verfügt über eine solch große Datenfülle wie Google: Neben der Datenbank mit mehr als acht Milliarden Web-Seiten bietet die kalifornische Firma Dienste für Web-Mail und Blogs. In Planung sind ein Verfahren zur Online-Finanzierung und der Aufbau einer digitalen Bibliothek. Mit der Fülle der Fähigkeiten wächst die Sorge, dass Google zu viel wissen könnte.

"Da gibt es sehr viel persönliche Information unter einem einzigen Dach", sagt der Rechtsberater des Informationszentrums Elektronischer Datenschutz (EPIC), Chris Hoofnagle. "Google entwickelt sich zu einem der größten Datenschutzrisiken im Internet."

Hohes Vertrauen

Dabei hat Google bislang ein ausgesprochen gutes Image in der Netz-Community und kommt bei Umfragen auf hohe Vertrauenswerte. Intensive Google-Nutzer wie die 20-jährige Studentin Anne Rubin haben zwar eine "vage Vermutung", dass ihre Online-Aktivitäten nicht völlig privat bleiben, machen sich deswegen aber keine großen Sorgen. "Ich betrachte das als Tauschgeschäft für die kostenlosen Dienste", sagt die New Yorkerin.

Die meisten Nutzer nehmen dem Unternehmen den guten Vorsatz ab, Geld zu verdienen, "ohne Böses zu tun". Die Vorkehrungen für den Datenschutz sind vergleichbar oder stellenweise sogar besser als die bei MSN, Yahoo, Amazon oder anderen Internet-Giganten. Aber es ist die schiere Menge an persönlichen Daten, die nach Auffassung Hoofnagles ein Risiko darstellt. Denn damit weckt Google Begehrlichkeiten. Kriminelle könnten sich so Informationen für Erpressungsversuche oder für den Diebstahl digitaler Identitäten verschaffen. Und übereifrige Beamte staatlicher Stellen hätten die Möglichkeit, um Nutzungsprofile auch von Personen zu erstellen, gegen die gar nicht ermittelt wird.

Was ist schutzwürdig?

Google nimmt die Bedenken der Datenschützer ernst. Bei der Entwicklung und Einführung neuer Dienste werde von Anfang bis Ende auf den Schutz der persönlichen Informationen geachtet, sagt die Google-Juristin Nicole Wong. Dabei stehe das Unternehmen auch in Kontakt mit Organisationen wie dem EPIC und der Electronic Frontier Foundation (EFF). Allerdings gibt es unterschiedliche Auffassungen, welche Daten als persönliche Informationen zu betrachten und entsprechend schutzwürdig sind.

So zählt Google etwa die Sucheingaben der einzelnen Nutzer nicht zu diesen Daten. Dabei hält das Unternehmen jede dieser Anfragen zusammen mit der IP-Adresse des Nutzers fest, um mit Hilfe von Cookies eine einfache Wiederholung von Suchanfragen zu ermöglichen. Die eindeutige Ziffernfolge der IP-Adresse lässt sich in Verbindung mit den Daten der Provider einzelnen Personen zuordnen.

Weil Speicherplatz in den vergangenen Jahren immer billiger geworden ist, können die Daten aller Dienste praktisch für immer aufgehoben werden. So wirbt Google Mail, der Web-Mail-Service von Google, denn auch damit, dass E-Mails unbegrenzt gespeichert werden können. Wie lange die Google-Daten aufgehoben werden, steht allein im Ermessen des Unternehmens. Es gebe dafür keine bestimmten Fristen, sagt Wong. Die Entscheidung sei Sache der einzelnen Produktabteilungen. So werte das für die Weiterentwicklung der Suchmaschine zuständige Team die Daten aus, ob ein Nutzer nach 10, 50 oder 100 Treffern die gewünschte Information finde. "Wir behalten die von unseren Diensten gesammelten Daten so lange, wie wir es für nützlich halten", erklärt Wong.

Bisher keine bekannte Datenschutzverletzung

Bislang gebe es keinen einzigen dokumentierten Fall einer Verletzung von Datenschutzvorschriften durch Google, sagt Danny Sullivan vom Online-Fachdienst "Search Engine Watch". Die Aufmerksamkeit sollte sich daher auf den möglichen Datenmissbrauch durch Hacker einerseits und Behörden andererseits richten, sagt der Cyberlaw-Professor der Universität Marquette, Eric Goldman.

Interesse von Behörden

Google erklärt, dass Daten nur dann herausgegeben würden, wenn es eine gesetzliche Grundlage dafür gebe. Voraussetzung sei eine richterliche Anordnung, sagt Google-Juristin Wong. Wie viele Anfragen es von Behörden zur Überlassung bestimmter Daten gibt, will sie nicht sagen. Experten rechnen hier jedoch mit einem zunehmenden Trend. "Wenn Google immer mehr zu einem Teil des eigenen Lebens wird, etwa bei Blogs und Chats, dann wird es viel mehr richterliche Anordnungen geben", erwartet der Unternehmensberater und ehemalige Staatsanwalt Mark Rasch. "Das ist viel mehr als nur ein Werkzeug für die Internet-Suche."

Anick Jesdanun/AP / AP
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.