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Erneuter Hackerangriff Sony sagt sorry für Datenklau


Gerade als Sony sein angegriffenes Spielenetzwerk wieder hochfahren wollte, haben die Hacker wieder zugeschlagen. Jetzt hat der Unterhaltungskonzern den Datenklau eingeräumt und sich dafür entschuldigt.

Der japanische Sony-Konzern hat bestätigt, erneut Ziel eines großangelegten Angriffs von Internetpiraten geworden zu sein. Das Tochterunternehmen Sony-Pictures entschuldigte sich in den USA in einer Erklärung ausdrücklich bei allen Nutzern "für die entstandenen Probleme". Man habe eine interne Untersuchung eingeleitet und auch das FBI eingeschaltet, damit dieses "die Verantwortlichen für die Straftat identifiziert und festnimmt".

Eine Hackergruppe mit Namen "Lulz Security" hatte jüngst erklärt, sie habe von Sony-Pictures.com mehr als eine Million sensibler Nutzerdaten gestohlen. Über die Webseite bewirbt der Konzern unter anderem von Sony produzierte Filme. Wer sich beim E-Mail-Service der Seite anmeldet, bekommt automatisch neueste Informationen zu Filmen und Fernsehshows zugeschickt. Von dort stahlen die Hacker nach eigenen Angaben sensible Daten, "inklusive Passwörtern, E-Mail-Adressen, Wohnanschriften, Geburtsdaten und allen Daten zur Registrierung bei den Sony-Kundenkonten".

Sensible Daten von hundert Millionen Kunden geklaut

Sony war erst im April Ziel eines Hackerangriffs geworden. Dabei wurden sensible Daten von weltweit etwa hundert Millionen Kunden des Playstation Network und des Musik- und Filmdienstes Qriocity gehackt. Später räumte der Konzern ein, dass auch Daten aus seinem Onlinespiele-Netzwerk Sony Online Entertainment (SOE) gestohlen worden waren. Daraufhin hatte Sony sämtliche Angebote zunächst gestoppt. Am Donnerstag erklärte das japanische Unternehmen, dass es fast überall in der Welt das Playstation Network wieder freischalte.

Die USA drohen derweil Hackern mit rigiden Strafen. Verteidigungsminister Robert Gates kündigte an, notfalls auch mit Gewalt gegen Cyber-Diebe vorgehen zu wollen. "Wir nehmen diese Bedrohung sehr ernst", sagte er. Solche Angriffe seien verschiedensten Ursprungs. Sollten sie als kriegerische Handlungen betrachtet werden, seien die USA zum Einsatz von Gewalt bereit, so der Verteidigungsminister bei einem Sicherheitstreffen in Singapur. Schnellstmöglich müssten Regeln aufgestellt werden, um ernste internationale Spannungen zu verhindern. "Die Leute müssen wissen, welches Verhalten tatsächlich eine kriegerische Handlung darstellen könnte."

Angriff auf Google aus China?

Hintergrund dieser neuen US-Doktrin sind Computerangriffe vor allem aus China, mit denen USA im Dauerkonflikt liegen. So war Google in den vergangenen Tagen Opfer einer Attacke geworden, bei der Google-Mail-Nutzern durch sogenanntes "Phishing" Passwörter entlockt werden sollten. Ins Visier geraten waren auch US-Regierungsvertreter und chinesische Menschenrechtler. Laut Google kam der Angriff aus China.

Zwar machten weder Google noch die US-Regierung die chinesische Führung verantwortlich. Doch das Washingtoner Außenministerium forderte die Pekinger Regierung zu Ermittlungen auf. Neben Google waren zuletzt auch der US-Militärriese Lockheed Martin Opfer von Hacker-Angriffen geworden.

nik/DPA/Reuters DPA Reuters

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