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Netzwerk in der Türkei: Facebook zensiert Mohammed-Karikaturen

Nach dem Attentat auf "Charlie Hebdo" sprach sich Facebook für Meinungsfreiheit aus. Jetzt hat sich das Unternehmen einem Gerichtsurteil gebeugt und den Zugang zu mehreren türkischen Seiten gesperrt.

Mark Zuckerberg hat sich der Aufforderung eines türkischen Gerichts gebeugt und Seiten blockiert

Mark Zuckerberg hat sich der Aufforderung eines türkischen Gerichts gebeugt und Seiten blockiert

Erst vor drei Wochen hat sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nach dem Angriff auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" für weltweite Presse- und Meinungsfreiheit ausgesprochen. "Facebook war schon immer ein Ort, an dem Menschen weltweit ihre Ansichten und Ideen teilen können." Und so ließe sich das Netzwerk auch nicht von Ländern oder Gruppierungen diktieren, was auf Facebook geschrieben und geteilt werde. "Ich habe mich verpflichtet einen Dienst zu erstellen, auf dem man sich frei und ohne Angst vor Gewalt äußern kann", so Zuckerberg.

Worte, denen Facebook nach Angaben der Zeitung "The Independent" jedoch keine Taten folgen lässt. So hat Facebook jetzt in der Türkei Seiten und Bilder gesperrt, die Mohammed-Karikaturen zeigen oder in Zusammenhang mit "Charlie Hebdo" stehen. Auslöser hierfür war die Aufforderung eines türkischen Gerichts, die Seiten zu blockieren. Werde dies von Facebook nicht umgesetzt, sperre die Türkei den kompletten Zugang zu dem sozialen Netzwerk.

Sperrung von Twitter und Youtube

Eine Drohung, die Facebook ernst genommen hat. Und der es sich als global agierendes Unternehmen auch beugen muss. Wie jeder andere Konzern unterliegt auch Facebook den Gesetzen des jeweiligen Landes.

Zudem hat die Türkei bereits im letzten Jahr gezeigt, dass sie nicht davor zurückschreckt, Zugänge zu sperren. So wurden Twitter und Youtube mit den Worten des türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan "Twitter und solche Sachen werden wir mit der Wurzel ausreißen" gesperrt. Dieser Schritt ging damals jedoch nach hinten los. Statt die Anti-Erdogan-Protestbewegung zu unterbinden, wurde sie durch den Zensurversuch weltweit bekannt – insbesondere über das gesperrte Twitter, dessen Sperre leicht zu umgehen war.

stb