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Mord, Liebe und Explosionen: Staffel-Finale von "Game of Thrones": Diese fünf Momente sorgen für Gänsehaut

In der letzten Folge der sechsten "Game of Thrones"-Staffel lassen es die Macher noch einmal richtig krachen. Diese Momente stechen besonders heraus.

Game of Thrones staffel sechs finale

Im Staffelfinale bei "Game of Thrones" gibt es jede Menge großartiger Momente.

Dieser Text enthält Spoiler für die gesamte Handlung der sechsten Staffel der Serie "Game of Thrones", inklusive der letzten, zehnten Folge. Wenn Sie die Staffel noch nicht gesehen haben, sollten Sie nun aufhören zu lesen.

Was für ein Finale! Fragte man sich in der letzten Staffel noch gelegentlich, wie die Macher von "Game of Thrones" die vielen Handlungsstränge zusammenführen oder zu Ende bringen wollen, sorgt die sechste Staffel für mächtig Tempo. Und nun also der krönende Abschluss. Das Staffelfinale bringt jede Menge Gänsehaut, Jubelschreie - und traurige Abschiede.

Cersei, die irre Königin

Dass die ehemalige Königin und aktuelle Königsmutter Cersei sich die Demütigungen des Hohen Spatzes nicht dauerhaft gefallen lassen würde, war schnell abzusehen. Doch dass sie zu diesen Mitteln zu greifen bereit wäre, hätten ihr wohl doch nur die wenigsten zugetraut. Statt sich in ihrem Gerichtsverfahren vor den Göttern zu rechtfertigen, jagt sie die gesamte Kathedrale mit Wild Fire in die Luft - inklusive der aktuellen Königin, ihrer Familie, den religiösen Fanatikern, der Nobilität - und der halben Stadt. Wow!

Den Selbstmord ihres Sohnes, König Tommen, dürfte sie dabei beinahe in Kauf genommen haben. In einer dramatischen Szene erkennt er bei der Explosion, dass seine geliebte Frau von ihm gegangen war, nimmt die verhasste Krone vom Haupt - und schreitet aus dem geöffneten Fenster. So macht er den Eisernen Thron frei für diejenige, die ihn überhaupt erst darauf gesetzt hatte: die neu gekrönte Königin Cersei. Diesmal allerdings ohne den lästigen, herumhurenden König als Ehemann.

Daenerys stellt Macht vor Liebe

Auch am anderen Ende der Welt spielt sich eine dramatische Szene ab. Allerdings ganz ohne bombastische Explosionen. Eine zweite Königin trifft hier die Entscheidung zwischen geliebten Menschen und der Macht: Daenerys lässt ihren Söldner/Liebhaber Daario Naharis in Meereen - und setzt ohne ihn nach Westeros über. Trotz seines Liebesgeständnis. Schließlich kann sie schlecht Allianzen durch Ehe schließen, wenn der Lover daneben steht.

Der Abgang des Schönlings sorgt aber für deutlich weniger Gänsehaut, als der Moment, der darauf folgt: Der zynische Zwerg Tyrion Lannister schwört der Königin seine Treue. Sie sei das Erste in seinem Leben, an das er sich zu glauben getraut hat; sie steckt ihm das Symbol für die "Hand der Königin" ans Revers, dann folgt der Kniefall. Hach. 

Doch die Mutter der Drachen bringt noch mehr Handlungsstränge zusammen: Die Sandschlangen in Dorne verbünden sich unter Führung von Daeneyrs Berater Varys mit der letzten Überlebenden des soeben ermordeten Haus Tyrell. Cersei sollte sich warm anziehen. Denn Daenerys und ihre Bande von Verstoßenen machen sich auf, ihr Reich zurückzuerobern. In der letzten Szene der Staffel setzt die Königin mit Flotte und Drachen nach Westeros über. Das kann nur gut werden.

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Arya ist zurück - und wie

Neben dem Hohen Spatz holen noch einen weiteren Charakter seine früheren Entscheidungen ein: Der ekelhafte Alte Walder Frey bekommt endlich seine Quittung für die Morde bei der Roten Hochzeit. Im selben Saal sitzend futtert er einen Kuchen, als ihm auffällt, dass er die junge Bedienstete nicht kennt. Auf die Frage, wo denn seine nutzlosen Söhne seien, antwortet die, sie seien doch längst hier. Und zeigt ihm den Finger in seinem Kuchen. Lange Zeit zum Würgen bleiben dem Ekel aber nicht: Dafür zieht Arya sich zu schnell die Hautmaske vom Gesicht. Der glückliche Gesichtsausdruck beim Aufschlitzen der Kehle des Mörders ihrer Mutter und ihres Bruders ist zwar nachvollziehbar - aber trotzdem tief verstörend.

Sansa stößt Kleinfinger vor den Kopf

Ob sich Sansa Stark das so gut überlegt hat? Der schmierige Lord Baelish, besser bekannt als Kleinfinger, entschied mit seinen Männern die Schlacht um Winterfell. Und hat nun genug Selbstbewusstsein, um Sansa von seinem wirklichen Plan zu erzählen: Er will den Eisernen Thron - und sie an seiner Seite. Leider hat er die Rechnung ohne die Erbin von Winterfell gemacht. Die traut dem Intriganten vernünftigerweise nicht mehr. Aus dem naiven Rotschopf von einst ist längst eine taffe junge Frau geworden. Und die schiebt den schmierigen Lord beim Kussversuch lieber weg. Wenn sie sich da mal keinen Feind gemacht hat.

Lang lebe König Snow!

Ihr Cousin Jon Snow dagegen wird in der Folge zum König des Nordens gewählt. Moment mal, Cousin? Richtig gelesen. Denn wie viele Fans seit Jahren vermuten, ist Jon gar nicht der Sohn von Ned Stark - sondern der seiner Schwester Lyanna. In einer Vision des dreiäugigen Rabens Bran wird endlich die Wahrheit über Jon enthüllt. Seine bei der Geburt sterbende Mutter rang ihrem Bruder das Versprechen ab, für ihren Sohn zu sorgen. Nur wer ist nun der Vater? Die Fans glauben, es war ihr Liebhaber Rhaegar Targaryen - Daenarys großer Bruder. Die Mutter der Drachen wäre damit die Tante des Königs des Nordens. Ob sich Wolf Geist bei einem Familientreffen mit den Drachen verstehen wird?

So viele Enthüllungen müssen erst einmal verdaut werden. Erst im nächsten Frühling geht's mit "Game of Thrones" weiter. Das Tempo dürfte hoch bleiben: Die letzte Staffel soll nur noch 13 Folgen haben, aufgeteilt auf 2017 und 2018. Und bis dahin dürfte noch viel passieren.