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Google: Der geliebte Internet-Diktator

Der Musterschüler im Web wird zum schwarzen Schaf. Google bekommt von allen Seiten Gegenwind und wird immer unbeliebter. Die Begründungen dafür sind vielfältig: Urheberrechtsverletzungen, Monopolstellung, Datenschutzverstöße werden Google vorgeworfen. Was ist von "Sei nicht böse", dem Konzern-Motto der Gründertage, übriggeblieben?

Von Gerd Blank

Es ist ein deutsches Phänomen: Erst wird aus einem Niemand ein Star gemacht, nur, um ihn dann wieder zu demontieren. Wäre Google ein deutsches Unternehmen, wäre es sicher nicht zum größten Internetkonzern und die Marke Google nicht die wertvollste der Welt geworden. Aber Google ist nicht deutsch, das US-Unternehmen lebt den amerikanischen Traum - und das auf der ganzen Welt. Innerhalb nur weniger Jahre wurde der Name des Unternehmens zum Synonym für die Websuche an sich, als Suchmaschine dominiert Google das Web. In Deutschland werden weit über 90 Prozent aller Suchanfragen bei Google eingegeben. Der Start ins Internet beginnt bei Google. Unternehmen und Privatpersonen, die im Internet gefunden werden wollen, müssen ihre Webseiten für Google optimieren. Die Datenautobahn wird von Google gebaut, und wer am digitalen Straßenrand eine Werbung schalten will, zahlt dem Unternehmen eine Maut.

Da, mit wenigen Ausnahmen, die Dienste von Google kostenlos angeboten werden und niemand dazu gezwungen wird, diese zu nutzen, kann man dem Unternehmen auf seinem Weg zur Allmacht eigentlich auch keine böse Absicht unterstellen. Doch genau das versuchen jetzt die Gegner des Such-Giganten. Sie wollen die Macht des Konzerns einschränken, wollen beweisen, dass Google zum Monopolisten geworden ist. Zur Datenkrake, die alles über die Nutzer weiß und dieses Wissen gewinnbringend nutzt. Doch gleichzeitig kann man auch nicht mehr ohne die Jungs aus Kalifornien. Denn letztendlich entscheiden ja die Nutzer, wie Sie das Internet - und damit Google verwenden. Aber wollen die User überhaupt geschützt werden?

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will zumindest das Urheberrecht von Buchverlagen und Pressehäusern schützen, was sie durch Google gefährdet sieht. Deutsche Zeitungsverleger möchten der Kostenloskultur schnellstmöglich ein Ende setzen. Kein Wunder, denn Anzeigen werden nicht mehr in Magazinen, Tageszeitungen und deren Webablegern, also beim ursprünglichen Anbieter der Informationen, geschaltet, sondern bei Google. Wenn Google Meldungen und Texte der Medienhäuser kostenlos anbietet, soll das Unternehmen wenigstens für diese Verbreitung der Inhalte zahlen. Denn nichts ist umsonst, auch kostenlose Inhalte nicht, am Ende muss irgendjemand dafür blechen. Schließlich hat die Erstellung dieser Inhalte Geld gekostet. Helmut Heinen, Präsident vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), fordert, dass die Leistungen der Presse unter gesetzlichen Schutz gestellt werden sollten. Presseunternehmen sollte künftig möglich sein, "sich gegen eine unentgeltliche Ausnutzung ihrer Angebote zur Wehr setzen zu können". Heinen erwähnt nicht, dass die Verlage wiederum von der Auflistung von Inhalten profitieren, da so Nutzer ins jeweilige Angebot geführt werdem. Diese Ambivalenz ist auch das Dilemma im Umgang mit Google.

Demokratie oder Diktatur?

Die Argumentation von Google ist bestechend einfach: Man möchte das Internet demokratisieren und alles für jeden überall und jederzeit kostenlos zugänglich machen. Doch was auf den ersten Blick wie die Aussage eines karitativen Unternehmens klingt, ist vielmehr ein lukratives Geschäftsmodell. Google kann es sich leisten, Gutes zu tun: Allein im ersten Quartal 2009 erwirtschaftete der Internetkonzern einen Gewinn in Höhe von 1,42 Milliarden Dollar. Da fallen die 25 Millionen Dollar kaum ins Gewicht, die Google im Januar zur Bekämpfung von Gesundheitsproblemen in Entwicklungsländern und zur Bekämpfung des Klimawandels gespendet hat. Insgesamt will das Unternehmen etwa ein Prozent des jährlichen Gewinns für humanitäre Zwecke einsetzen.

Das gekaufte gute Image reicht aber in den USA nicht mehr aus. Zwar sicherte sich das Unternehmen wieder den Titel "wertvollste Marke der Welt", dafür wird der Suchmaschinen-Marktführer immer unbeliebter. Während Google 2008 laut einer Untersuchung des amerikanischen Reputation Institutes noch das beliebteste US-Unternehmen war, rutsche der Konzern in diesem Jahr auf Rang acht ab - noch hinter den Lebensmittelhersteller Kraft Foods und den Paketzusteller UPS.

Schlechtes Vorbild Microsoft

Microsoft kann ein Lied davon singen, wenn der Ruf eines Unternehmens in den Bach runter geht, denn noch vor wenigen Jahren galt Microsoft als das personifizierte IT-Böse. Ein Unternehmen, dessen Produkte auf nahezu jedem Rechner der Welt installiert sind, könne nichts Gutes im Schilde führen, lautet die weitläufige Meinung. Unzählige Prozesse mit darauf folgenden hohen Strafzahlungen sorgten dafür, dass die Macht von Microsoft immer wieder eingeschränkt wurde. Im Gegensatz zum Riesen aus Redmond sah Google immer wie der der strahlende Ritter aus, der das Netz liberalisieren und die Macht der Mächtigen brechen will. Nun ist Google selbst die Macht im Netz.

Doch damit nicht genug, das Unternehmen setzt alles daran, die engen Grenzen des World Wide Web zu verlassen. Ob Android für Mobiltelefone, der Chrome-Browser für Computer oder Youtube-Integration in TV-Geräten - Google überall. Sobald sich Nutzer einmal bei Google registriert haben, können sie alle Services nutzen, Fotos bei Picasa sortieren und Textdokumente beim Online-Konkurrenten von Microsofts Bürosoftware Office erstellen. Darüber hinaus bietet Google mit den Diensten Maps und Earth den Quasi-Standard für Landkarten und Routenplaner im Netz. Gerade letztere Dienste sorgen in Deutschland für Ärger. Denn um Google Earth zu erweitern, fotografiert das Unternehmen deutsche Straßen. Unter dem Namen "Street View" ist dieser Dienst in den USA bereits mit den Bildern amerikanischer Städte gestartet. Nun ist Deutschland dran, aber die Bundesbürger wollen sich nicht in die Vorgärten schauen lassen. Datenschützer haben es hierzulande immerhin geschafft, dem IT-Konzern zugestände abzuringen: Gemeinden können es Google untersagen, Fotos im bei Street View zu verwenden.

Das Unternehmen weiß mehr über den modernen Menschen als jede Regierung. Was suchen die Internet-Benutzer, wo kaufen sie ein, wo wohnen und arbeiten sie? Und wie viel Zeit verbringen sie im Internet? Diese Fülle an Informationen über den digitalen Bürger ist Datenschützern ein Dorn im Auge. Doch wie bei anderen kostenlosen Diensten wie Facebook und Myspace, die davon leben, dass Nutzer ihre persönlichen Daten zur Verfügung stellen, lässt sich nur schwer gegen die Sammelwut der Google-Krake vorgehen. Schließlich wird niemand gezwungen, Google zu nutzen.

So sammelt der Konzern weiter Unternehmen, um seine Vormachtstellung zu festigen. Im Fokus stehen dabei immer Angebote, die bereits eine große Netzgemeinschaft mitbringen und eine starke Konkurrenz bedeuten würden. So verleibte sich Google bereits das Videoportal Youtube, den Bilderdienst Picasa und den erfolgreichen Blogging-Service Blogger ein. Gerüchte, dass Google am Microblogging-Dienst Twitter interessiert sei, gießen Öl aufs Feuer der Monopolisten-Gegner, den ein Kauf wäre für Google eine Bereicherung. Bei Twitter können die registrierten Nutzer Kurznachrichten verschicken und in 140 Zeichen schreiben, was sie gerade bewegt. Viele Nutzer geben praktische Tipps und veröffentlichen Links zu interessanten und aktuellen Beiträgen im Web und kennzeichnen diese mit Schlagwörtern. Nun will Twitter eine spezielle Suchfunktion über alle Beiträge ermöglichen. Eine von Nutzern erstellte Suchmaschine würde daraus entstehen, die Google Probleme bereiten könnte. Die Suchergebnisse wären wahrscheinlich schneller und aktueller als beim Web-Giganten und kämen nicht durch komplizierte Algorithmen zustande. Sie hätten eine hohe soziale Relevanz.

Google steht im Zentrum der Macht, aber auch der Kritik. Im Web geht nichts mehr ohne Google, daher wird nach Alternativen gesucht. Oder nach Möglichkeiten, dem Überflieger die Flügel zu stutzen. Aus dem digitalen Weltverbesserer ist für viele das neue Feindbild geworden.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.