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Google Street View: Ich lösch mich dann mal raus

Seit heute kann man bei Google Einspruch gegen Street View einlegen. stern.de-Redakteur Gernot Kramper nimmt Abschied von einem Dienst, bei dem er sich nie angemeldet hatte.

Ich wohne in einem schönen Haus und muss meine Adresse nicht verstecken. Vor Einbrechern und Datenmissbrauch fürchte ich mich nicht besonders. Die Fenster zur Front sind sogar abschreckend mit Gittern gesichert. Und in meinem Vorgarten hat das Googleauto vermutlich nur Pinienzapfen und Eichhörnchen entdeckt.

Trotzdem will ich dieses Idyll aus Google-Street-View löschen lassen. Wieso eigentlich, wenn mich das Bild im Internet gar nicht stört? Sorry Google, aber ich will immer noch selbst entscheiden, welche Informationen über mich und mein Leben im Netz verbreitet werden. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ja, ich bin der Meinung, dass die Rechte an Bildern von mir und meinem Haus und meinetwegen auch meinem Hund und meinem Auto bei mir und nicht bei irgendeiner Firma liegen. Wenn Google mich freundlich gefragt hätte, vielleicht hätte ich ja gesagt, so wie ich auch zu einem Freemailer "ja" sage oder zu einer Facebook-Existenz. Der Unterschied: Bei Facebook und Co bin ich wie jeder andere Nutzer selbst aktiv geworden, Google sammelt mich und mein Haus dagegen ungefragt einfach ein. Das "großzügige" Angebot, dass ich nun widersprechen darf, empfinde ich als Frechheit.

Scheinheilige "Panoramafreiheit"

Ebenso regen mich die schiefen Vergleiche der Google-Befürworter zur Rechfertigung der Datensammelei auf. Richtig, mein Haus ist schon jetzt öffentlich. Wer will, kann sich davor hinstellen und es nach Herzenslust anschauen. Vermutlich wird allerdings kaum jemand eine Trittleiter mitnehmen, um besser über den Zaun schauen zu können. Nur hat der Blick im Vorübergehen nichts mit dem industriellen Ablichten und Verwerten des gesamten öffentlichen Raums zu tun, den Google jetzt vornimmt. Es ärgert mich, wenn die geplante umfassende Digitalisierung aller Straßen diese Welt scheinheilig mit der sogenannten "Panoramafreiheit" begründet wird. Einem Rechtsinstrument, mit man im Kaiserreich die Arbeit von Künstlern ermöglichen wollte. Die Google-Maschine präsentiert sich so als eine Art omnipotenter, allessehender Landschaftsmaler.

Daten sind keine milden Gaben

Freude macht mir die Street-View-Geschichte also nicht. Schon das wäre Grund genug nicht mitzumachen. Und warum sollte ich nicht widersprechen? Weil der massenweise Widerspruch das neue Geschäftsmodell von Google schädigen könnte? Sorry, ich muss kein eingefleischter Google-Gegner sein, damit mir deren Geschäftspläne herzlich egal sind. Ich spiele ja auch nicht bei irgendwelchen "Ehemaligen"-Datenbanken mit. Im Gegenteil: Wenn Daten Geld wert sind und wenn Google mit diesen – mit meinen - Daten Geld verdienen will, ist das ein Signal, vorsichtig zu sein. Auf keinen Fall werde ich irgendwelche Daten umsonst als milde Gabe hergeben.

Wem nutzt es?

Was hätte ich auch davon? Im Gegensatz zu anderen Diensten kann ich leider keinen Gegenwert erkennen, den ich für meine Teilhabe am großen Street-View-Spiel erhalte. Ich kenne das Angebot, habe es auch mal angeschaut, aber ein Nutzer bin ich nicht. Viele Befürworter überschlagen sich mit Lobreden, wie toll und nützlich für die ganze Welt die Abbildung aller Straßen im Netz ist. Sollen sie sich freuen, aber sollen sie auch daran denken, dass Google nicht Mutter Theresa ist. Google hat alles Recht der Welt, diesen Dienst abzuknipsen, wenn er die Erwartungen der Company nicht erfüllt. Stimmt der Businessplan nicht, wird die Welt wieder ohne Steet-View leben müssen. Aber auch wenn Google morgen Street View wie gestern Wave abschalten würde, ich würde es nicht merken, geschweige denn vermissen. Also sollen sie bitte ohne mich glücklich werden.

Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.