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Hyperloop Mit 1123 km/h zur Arbeit: Apples Heimatstadt will Superzug gegen Pendler-Staus


Weil immer mehr Pendler die Straßen verstopfen, sucht Apples Heimatstadt Cupertino verzweifelt nach einer Lösung für das Stau-Problem. Die könnte nun Elon Musks irrer Superzug Hyperloop bieten.

Wer zur Arbeit pendelt, kennt das Problem: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind vollgestopft, Busse generell zu spät und auf der Straße stauen sich die Autos. Im Autoland USA potenzieren sich die Stau-Probleme ohnehin schon, weil Wohnraum im Silicon Valley immer teurer wird, eskaliert die Situation dort besonders stark. Auch Apples Heimatstadt Cupertino versucht verzweifelt, der Lage Herr zu werden - und erwägt sogar einen radikalen Schritt.

Man sei in ersten Gesprächen, den Superzug Hyperloop in die Stadt zu holen, erklärten Mitglieder des Stadtrates letzte Woche bei einer öffentlichen Sitzung. Es wäre ein radikaler Schritt. Der Superzug wurde 2013 von Elon Musk erstmals öffentlich vorgestellt und funktioniert völlig anders als herkömmliche Züge. Durch eine Kombination aus einer Fahrkapsel mit Magnetschiene und einer Fahrröhre, in der Unterdruck herrscht, soll eine fast reibungslose Fahrt möglich werden - und theoretische Spitzengeschwindigkeiten von über 1200 km/h. Damit wäre der Zug auf längeren Strecken schneller als ein Flugzeug.

Superzug für 20 Kilometer Strecke

In Cupertino denkt man aber nur über eine Kurzdistanz nach: Der Zug könnte etwa zwischen Cupertino und der Diridon Station in San Jose pendeln, sie gilt als wichtiger Verkehrsknoten der Region. "Sollte das realisiert werden, bräuchte man nur fünf Minuten vom De Anza College ins Zentrum von San Jose - statt einiger Stunden", erklärte Stadtrat Barry Chang nach Angaben von "Cnet". Die Zeitangabe macht deutlich, wie schlimm das Stau-Problem ist: Mit dem Auto legt man in dieser Zeit von einigen Stunden gerade mal 20 Kilometer zurück.

Wie der Bau finanziert werden soll, ist noch nicht geklärt. Cupertinos Stadtrat wollte eigentlich eine Steuer für Unternehmen beschließen, die nach der Zahl der Mitarbeiter vor Ort berechnet wird. Neben vielen kleineren Firmen hatte sich vor allem Apple dagegen ausgesprochen: Der Konzern zieht gerade mit 12.000 Mitarbeitern in sein neues Hauptquartier ein.

Stattdessen schlug Apples zuständiger Manager Michael Foulkes vor "das zu tun, was wir in Cupertino und bei Apple tun - und kreativ zu sein und Langzeit-Lösungen zu finden". Der Konzern will dazu seine Verkehrsexperten zur Verfügung stellen. Dabei könnte durchaus eine Lösung wie der Hyperloop herauskommen.

Hyperloop längst nicht ausgereift

Bis der Hyperloop in Cupertino fährt, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Weil es den Zug bisher nur in Testszenarien gibt, kann aktuell niemand realistisch die Kosten eines solchen Projektes einschätzen. Auch bei der Umsetzung sind wichtige Fragen wie die Abwärme der Kapseln im Tunnel, die Rettung bei Unfällen, sowie die Erdbebensicherheit des Hyperloops noch nicht geklärt. Im von Erdbeben geplagten Kalifornien dürfte das aber ein sehr konkretes Problem werden.

Auch die Entwicklung der durch den Tunnel geschossenen Kapseln ist weit von der Fertigstellung entfernt. In Wettbewerben hatte sich bisher ein Konzept der Universität München als schnellstes erwiesen, es hatte im Juli eine neuen neuen Geschwindigkeitsrekord von 467 km/h aufgestellt. Von Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 1000 km/h sind wir also noch weit entfernt. Die dürfte in Cupertino aber auch nicht erwarten. Nimmt man die vom Stadtrat erhoffte Ankunftszeit und die Fahrstrecke, ergeben sich erhoffte Geschwindigkeiten von "nur" 240 km/h. Und das ist immer noch deutlich schneller als die Schrittgeschwindigkeit im Stau.


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