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Illegale Inhalte: Instagram hat ein Drogenproblem – und der Algorithmus macht es größer

Promis, Mode und Urlaub sind wahrscheinlich die Themen, die die meisten Menschen mit Instagram verbinden, weil wir diese Bilder am häufigsten sehen. Doch es gibt auch ein Paralleluniversum. Und da wird gedealt.

Zerstoßene Tabletten und ein gerollter Geldschein liegen auf einem Spiegel

In den USA ist Instagram zum Marktplatz für Süchtige und Drogendealer geworden (Symbolbild)

Getty Images

Welche Werbung man ausgespielt bekommt, hängt in den sozialen Medien davon ab, was einen so interessiert. Hat man sich etwa online nach neuen Sneakers umgesehen, sie vielleicht sogar bereits gekauft, kann man sich sicher sein, dass einem tagelang Turnschuh-Werbung angezeigt wird. Und das auf sämtlichen Plattformen. Das nervt, aber so funktioniert die Online-Werbewelt derzeit, dafür sind die sogenannten Cookies verantwortlich. Instagram funktioniert ähnlich, aber doch ganz anders: Wer nach Hashtags sucht oder bestimmten Personen folgt, erhält Vorschläge für weitere Hashtags oder Accounts mit einer vergleichbaren inhaltlichen Ausrichtung. Schuld daran ist jedoch ein Algorithmus, dessen Programmierung ein Firmengeheimnis ist und den unser eigenes Suchverhalten lenkt. Dass die Resultate aber nicht nur auf legale Accounts verweisen, berichtet die "Washington Post" über Instagram. Das Unternehmen, das Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gehört, weiß darum und bemüht sich auch, dagegen vorzugehen, wird dabei jedoch von seinem eigenen Algorithmus immer wieder ausgehebelt: Die in den vergangenen Wochen angekündigten Bemühungen, die Plattform aufzuräumen, scheitern systemimmanent.

Wer in den USA einschlägige Drogen oder Medikamente mit vorangestelltem Hashtag sucht, etwa #oxy oder #painkillers, findet tausende Postings von Süchtigen sowie Angebote von Drogenhändlern, berichtet die "Washington Post". Folgt man Letzteren oder likt deren Beiträge, erhält man prompt, so ist der Algorithmis programmiert, lauter Drogenbeiträge und zudem Vorschläge, welchen weiteren Drogendealern man sonst noch folgen könnte. Neben der Werbung der großen Pharmaziekonzerne tauchen Postings illegaler Pillenverkäufer auf.

Das geht seit Jahren so

Seiten Jahren warnen Drogengegner die großen Technologiekonzerne vor dem Missbrauch ihrer Plattformen. In den vergangenen Monaten, so die "Washington Post", sind auch Juristen, die Food and Drug Administration (FDA) und Werbekunden hinzugekommen. Im April warf FDA-Kommissar Scott Gottlieb den Firmen vor, keine "praktischen Schritte zum Finden und Entfernen der Opioid-Einträge" zu unternehmen. US-Senator Joe Manchin III. nannte die Auftritte der Social-Media-Unternehmen "unverantwortlich" und sagte: "Es ist längst überfällig, Menschenleben über den Profit zu stellen und endlich Maßnahmen gegen diese gesundheitsschädlichen Praktiken zu ergreifen, um dem Verkauf illegaler Narkotika auf oder durch ihre Plattformen vorzubeugen."

Die Postings der Pillenhändler ähneln sich: An die Fotos unterschiedlichster verschreibungspflichtiger Medikamente schließen sich Reihen von Hashtags und Hinweise darauf an, wie man den Account-Betreiber erreichen kann – jenseits von Instagram. Meistens wird darauf hingewiesen, bei Instagram keine Direktnachricht zu hinterlassen, weil diese leichter zu verfolgen seien.

Anbieter werden bei den Hashtags kreativ

Weil Instagram in den vergangenen Monaten diverse Hashtags gesperrt hat, haben die Händler angefangen, Opiate entweder direkt unter Medikamentennamen anzubieten oder bei der Benennung des Hashtags kleine Buchstaben-Abweichungen einzubauen. So umgehen sie die Filter mit einer Strategie der Masse nach dem Motto: Irgendwas davon wird schon gefunden werden.

Diesen Monat, so die "Washington Post", veröffentlichte Instagram eine Pop-up-Notiz, die auftaucht, wenn Hashtags für Opiate, verschreibungspflichtige Medikamente oder illegale Drogen verwendet werden. Das Pop-up enthält das Angebot, den User kostenlos und vertraulich mit Behandlungs-Empfehlungen und Informationen über Substanzkonsum, Prävention und Entzug zu verknüpfen.

XhodiDaci mit seiner gelben Corvette
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