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Internet-TV: Telefonica macht Kabelnetzbetreibern Druck

Erstmals hat ein Telekommunikationsunternehmen Kooperationen mit deutschen Fernsehsendern für die Übertragung von TV-Programmen über das Internet geschlossen. Hierdurch versucht man Kabelnetzbetreibern Paroli zu bieten.

Als erstes Telekommunikationsunternehmen in Deutschland hat die Tochter der spanischen Telefonica Kooperationen mit deutschen Fernsehsendern für die Übertragung von TV-Programmen über das schnelle Internet (DSL) geschlossen.

Testphase startet in diesen Tagen

"Telefonica ebnet als erstes Unternehmen in Deutschland den Weg für IP-basiertes Free-TV auf Basis der DSL-Plattform", sagte ein Sprecher von Telefonica Deutschland am Montag. "Das Unternehmen hat hierzu die notwendigen Vereinbarungen zur so genannten Netzeinspeisung und Weiterverbreitung mit den beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF sowie den Senderfamilien RTL und ProSiebenSat.1 getroffen." Das Netz von Telefonica nutzen etwa die Telecom-Italia-Tochter Hansenet oder der Anbieter AOL. In diesen Tagen starte die Testphase mit den kooperierenden Sendern, ergänzte der Sprecher. Ziel sei es, TV in digitaler Qualität nach dem DVB-IPI-Standard über das Telefonica-Netz zeigen zu können. Zu der Frage, wann den Kunden das TV-Programm offiziell zur Verfügung stehen wird, macht der Sprecher keine Angabe, auch nicht zu den Vertragskonditionen. Ein RTL-Sprecher sagte, für die Sendergruppe sei dieser weitere Übertragungsweg eine wirtschaftlich interessante Lösung. Auch mit der Deutschen Telekom führe RTL Gespräche.

Rund 100 Sender bei der Telekom

Die Telekom will ihren Kunden in der zweiten Jahreshälfte rund 100 Free- und Pay-TV-Sender über ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz anbieten. Der Konzern stehe deshalb mit vielen Sendern in der Diskussion, hatte der Chef der Telekom-Festnetzsparte T-Com, Walter Raizner, vergangene Woche gesagt, ohne jedoch Namen zu nennen.

Die Telekommunikationsunternehmen versuchen mit Telefon, Internet und Unterhaltung über das DSL-Netz den Kabelnetzbetreibern Paroli zu bieten, die den Ausbau zu integrierten Anbietern immer stärker forcieren.

Reuters / Reuters