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Erscheint heute: iPadOS: Apples wichtigstes Update seit Jahren

Lange Zeit behandelte Apple sein iPad wie ein zu groß geratenes Smartphone. Mit dem heute erscheinenden iPadOS macht der Konzern endlich den Schnitt - und verpasst seinen Tablets ein eigenes Betriebssystem. Wir verraten, was drinsteckt und wie es sich von iOS unterscheidet.

Apple IPad

Mit iPadOS lässt Apple seine Nutzer endlich den vielen Platz auf dem Display nutzen. Hier sind die kleinere App-Ansicht und die dauerhaft eingeblendeten Widgets zu sehen.

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Als Steve Jobs 2010 das erste Mal das iPad präsentierte war sich die Branche sicher: Diese Geräte werden den Computer ersetzen. Doch Apples vorsichtiger Umgang mit dem iPad stand dem im Weg. Viel zu lange wurde das iPad wie ein riesiges iPhone behandelt. Mit iOS 13 kam nun der radikale Schnitt: Das erste Mal wurde das iPad nicht mehr unterstützt – und erhält nun mit iPadOS erstmals ein vollkommen eigenständiges Betriebssystem.

Fürchten müssen sich iPad-Nutzer vor dem Update aber nicht. Grundsätzlich funktioniert das Allermeiste weiter wie gehabt, die Basis immer noch ganz klar iOS. Mit zahlreichen neuen Features rückt das iPad aber merkbar in Richtung Computer – und kann so tatsächlich mehr denn je einen Laptop ersetzen.

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Wer die klassische Ansicht schätzt, kann sie auch in iPadOS weiter nutzen

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Endlich wird der Platz genutzt

Nach dem Update kommt schon eine Frage, die viele iPad-Nutzer jubeln lassen wird: Wie viele Apps will man auf dem Homescreen sehen? Im alten Layout verloren sich die Icons fast, der Abstand zwischen den 20 erlaubten App-Symbolen wirkte albern, war auf dem riesigen Bildschirm des iPad Pro in 12,9 Zoll geradezu lächerlich groß. Nun kann man endlich mehr sehen: Wählt man die Option "Mehr“ schrumpfen die Symbole und machen Platz für bis zu 30 Apps. Wer das nicht mag, bleibt einfach bei der Standard-Einstellung. Und noch auf eine weitere Art kann man den Homescreen besser nutzen: Apple erlaubt es nun, die Widgets – sonst immer nur per Wischen nach rechts zu erreichen – dauerhaft auf dem Homescreen anzuzeigen. So bleiben Ladestände der Kopfhörer, die letzten Chats oder die Nachrichten immer sofort im Blick. Die Option funktioniert leider nur bei den kleineren App-Symbolen.

Endlich lassen sich selbst mehrere Fenster derselben App nebeneinander öffnen

Endlich lassen sich selbst mehrere Fenster derselben App nebeneinander öffnen

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Mehr Computer denn je

Sonst spielt sich die langsame Umwandlung in einen Computer weniger sichtbar ab. So kann man etwa endlich mehrere Fenster derselben App offen haben, auch nebeneinander. Dazu wischt man in der aktiven App vom unteren Rand nach oben, um das Dock zu öffnen. Nun muss man nur das zweite Icon aus dem Dock auf das aktive Fenster ziehen.

Auch das Dateisystem gleicht nun mehr einem Desktop-System: Safari und andere Apps erlauben es endlich, Inhalte direkt herunterzuladen, statt sie von App zu App herumreichen zu müssen. Zugleich erlaubt Apple auch die Übertragung von Daten per USB-Stick – den passenden Stick vorausgesetzt.

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Schneller Wlans wechseln  Um ein Wlan oder ein Bluetooth-Gerät auszuwählen, musste man sich bisher durchs Menü wühlen. Nun geht es direkt im Kontrollzentrum: Halten Sie zunächst oben links das Wlan-Symbol gedrückt, bis sich das Menü ausklappt. Nun wählen Sie einen der Buttons und halten Sie ihn gedrückt, um mehr Optionen zu bekommen.

Schneller Wlans wechseln

Um ein Wlan oder ein Bluetooth-Gerät auszuwählen, musste man sich bisher durchs Menü wühlen. Nun geht es direkt im Kontrollzentrum: Halten Sie zunächst oben links das Wlan-Symbol gedrückt, bis sich das Menü ausklappt. Nun wählen Sie einen der Buttons und halten Sie ihn gedrückt, um mehr Optionen zu bekommen.

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Und: Erstmals lassen sich per Bluetooth sowohl Mäuse als auch Gamecontroller anbinden. So können etwa die Controller von PS4 und Xbox One in unterstützten Spielen verwendet werden.

Wischen, wischen, wischen

Trotzdem ist das iPad natürlich weiterhin in erster Linie auf Touch ausgelegt. Um das Arbeiten noch angenehmer zu gestalten, hat Apple zudem neue Gesten eingeführt, die aber auch auf dem iPhone funktionieren. Musste man früher das Gerät schütteln, um Eingaben rückgängig zu machen, reicht es nun, mit drei Fingern nach links zu wischen. Dieselbe Geste nach rechts bringt den gelöschten Inhalt wieder zurück.

Die Drei-Finger-Gesten sind zunächst ungewohnt, fühlen sich aber schnell natürlich an

Die Drei-Finger-Gesten sind zunächst ungewohnt, fühlen sich aber schnell natürlich an

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Will man etwas kopieren, muss man nach dem Markieren des Textes drei Finger voneinander wegbewegen. Führt man sie stattdessen zusammen, fügt man kopierte Inhalte an der ausgewählten Stelle ein.

Eine der spannendsten Neuerungen kommt erst mit dem für Oktober erwarteten Mac-Betriebssystem Catalina. Mit "Sidecar“ verschwinden die Grenzen zwischen dem Rechner und dem Tablet. Das iPad wird als Beiwagen zu einem kabellos verbundenen Zweitbildschirm und zeigt dann Inhalte des Rechners an. Gleichzeitig lassen sich aber auch die Stärken des Tablets am Rechner nutzen und etwa das iPad mit Apples Pencil als Zeichengerät für Photoshop und andere Mac-Programme nutzen. So viel Flexibilität erlaubte Apple noch nie.

Wie das iPhone hat nun auch das iPad einen systemweiten Dunkelmodus

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Das iPhone bleibt nah

Die meisten weiteren wichtigen Neuerungen teilt sich das iPad mit dem klassischen iOS. Auch das iPad bekommt nun einen Dunkelmodus, der weiße Flächen dunkel darstellt um bei wenig Licht die Augen zu schonen. Die neue Fotos-App macht mit ihren beweglichen Kacheln auf dem großen Display besonders viel Spaß. Und natürlich sind auch die vielen Privatsphäre-Features des iPhones an Bord. Alle Neuerungen von iOS finden Sie in diesem Text. Zusätzlich bietet das System einige versteckte Funktionen, die das iPad ebenfalls beherrscht. Diese Fotostrecke verrät mehr.

Insgesamt dürfte iPadOS für Apple ein entscheidender Schritt sein. Nachdem lange Microsofts Surface-Tablets den Profi-Markt abdeckten, hat Apple mit dem iPad Pro auch diese Käuferschicht ins Visier genommen. Die Einschränkungen gegenüber Windows waren aber offensichtlich. iPadOS bricht viele dieser Beschränkungen auf, ohne dabei die klassischen iPad-Nutzer zu verschrecken. So schafft man den Spagat zwischen Touch-Bedienung und dem Arbeits-Einsatz. Und lässt sogar die Möglichkeit, das System langsam weiter auszubauen, ohne auf das iPhone Rücksicht nehmen zu müssen.

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