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Kolumne - Neulich im Netz: Volatile Frühlingsgefühle: Hannover im März

Ja, wo bleiben sie denn? Tristesse auf grauen Teppichböden inmitten postmoderner Metallkonstruktionen. Als Aussteller im Niemandsland der Republik muss man hart im Nehmen sein.

Ja, wo bleiben sie denn? Tristesse auf grauen Teppichböden inmitten postmoderner Metallkonstruktionen. Als Aussteller im Niemandsland der Republik muss man hart im Nehmen sein.

Schon wieder einer von diesen Schnorrern. Schleicht sich heran an den Tresen und tut interessiert. Will aber nichts als eines der Give-aways. Hier: Bleistifte. Schleicht sich also ran und kommt der Schale mit den Schreibgeräten immer näher. Macht keine Anstalten, irgendwen nach irgendwas zu fragen. Kommt nur, um Zeugs einzustecken. Und dann fährt er seine Schaufellader aus und grabscht, was er packen kann. Zwei Dutzend Bleistifte vielleicht verschwinden in seiner Messetüte. Und weg ist er. Kein Gruß, kein nichts.

Da, der nächste. Hat Beute schon andernorts gemacht. Kommt mit Luftballons und aufgeblähten Anoraktaschen. Hat nur eine Hand frei. Fragt nichts, will nichts wissen. Will nur Bleistifte. Greift einhändig, nimmt vier. Ist weg.

Warum sind hier alle fast farblos?

Und der Nächste mit Rucksack auf dem Rücken. Blass. Warum sind hier fast alle fast farblos? Wegen der schlechten Luft? Wegen dem vielen Platz in den Hallen? Wegen des Schweinefraßes draußen und drinnen? Oder niedergeschlagen, weil Hotel zu teuer, kein Hotelzimmer bekommen, Eintrittskarte verlegt oder in einer Atempause im Restaurant vergessen und am Platz nicht wieder gefunden, obwohl direkt zurückgelaufen, oder einfach nur schlecht drauf, weil die Schuhe zu eng sind nach all der Lauferei?

Jammerlappen. Wenn jemand jammern darf, dann die Hostessen. Mit kürzeren Röcken und höheren Absätzen denn je, weil das die Umkehrbewegung ist zur Konjunktur, die noch immer hinterher hinkt hinter dem wohlfeilen Gefasel und Thrombosen verursacht in den Waden der bemitleidenswerten Damen, die genauso hübsch wie ahnungslos.

Nicht einmal alte Bekannte kommen

Nicht einmal alte Bekannte besuchen den Stand. Haben kein Interesse oder sind anderweitig beschäftigt oder beides. Schon wieder Schulkinder. Zahnspangen in viel zu weiten Hosen auf der Jagd nach Gratisware: CD, DVD, am liebsten wiederbeschreibbar, zur Not auch mit Software, und dem obligatorischen Ramschbouquet der Werbeexperten, die dem Nichts qua proaktiver Geldverbrennung zuvorzukommen versuchen.

Doch wie es einem geht am Ende eines Tages mit Füßen kartoffeldick nach all dem nutzlosen Herumstehen und einer Laune wie Oliver Kahn nach Roberto Carlos' Kullerball, danach fragt keiner. Nächstes Jahr soll es ja wieder besser werden.

Thomas Hirschbiegel / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(