Lokale Suche Das Gute liegt so nah


Nicht alles, was man sucht, gibt es im Netz. Aber man kann es übers Netz finden. Jetzt boomen Spezialsuchdienste für regionale Adressen.

Google ist vorn, die Konkurrenz hat keine Chance: Bei der Internetsuche ist das seit Jahren so. Wenn es aber darum geht, einen Blumenladen oder einen Zahnarzt in der Nähe ausfindig zu machen, können regionale Internetanbieter oft mehr. Solche lokalen Suchmaschinen sind sozusagen die Gelben Seiten des Internets.

Wahre Umsatzbringer

Sie finden Restaurants, Friseure und Klempner auch dann, wenn die gar nicht mit einer eigenen Seite im Internet vertreten sind. Um geschätzte 30 Prozent sollen die Umsätze solcher lokalen Suchmaschinen in diesem Jahr wachsen, auf weltweit insgesamt 3,4 Milliarden Dollar. Klar, dass auch Google dabei mitmischen will.

In den USA läuft "Google Maps" tatsächlich schon sehr erfolgreich. Hier kann der Internetnutzer gezielt nach einer bestimmten Branche in einer bestimmten Stadt suchen und erhält mit einem Mausklick eine Trefferliste mit allen infrage kommenden Anbietern. Auf einem Stadtplan weisen kleine Fähnchen auf den Standort der Fundorte hin, sodass man sich problemlos den nächstliegenden aussuchen kann. Zur besseren Orientierung kann man sich das Ziel auch auf Satellitenbildern anzeigen lassen. Ein, zwei weitere Klicks, und dieselbe Seite spuckt auch noch die kürzeste Fahrtroute zum Ziel aus.

Bis heute in Deutschland nur Beta

Doch während Google in den USA gewohnt erfolgreich ist, musste der Konzern die ursprünglich schon für 2005 geplante Einführung seiner lokalen Suche in Deutschland gleich mehrfach verschieben. Bis heute befindet sich Google Maps Deutschland im Versuchsstadium ("Beta"). Und eins ist schon jetzt klar: Bei seinem neuen Eroberungszug startet Google hierzulande nur aus der zweiten Reihe.

Denn in der Zwischenzeit haben sich deutsche Anbieter bereits in der Marktlücke breit gemacht, zum Beispiel die Herausgeber der gedruckten Telefonbücher mit "dastelefonbuch.de", "dasoertliche.de" und "gelbeseiten.de". Sie haben attraktive Angebote entwickelt, die in Deutschland dasselbe können wie Google Maps - und oft sogar besser.

Ergebnisse auf Luftbildaufnahmen

Zum Beispiel zeigen sie ihre Suchergebnisse - zumindest in Großstädten - auf Luftbildaufnahmen an, die viel detailreicher sind und auch besser aussehen als die Satellitenbilder von Google. Ebenfalls mit attraktiven lokalen Angeboten gestartet ist Web.de, wo allerdings die Ergebnisse auf klassischen Stadtplänen präsentiert werden.

Bei Web.de kann man sich dafür mit einem Zusatzklick zum Beispiel Geldautomaten, Apotheken oder Tankstellen darstellen lassen, die auf dem Weg zum Ziel liegen. Ähnliches bietet der noch junge Dienst GoYellow.de, dessen Site über eine hochwertige Luftbildoptik verfügt. Dort kann man sich zum Beispiel die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel anzeigen lassen, wie man bei der WM Großbildleinwände findet oder die Fundorte von Vogelgrippe-Opfern umfährt. Ganz neue Wege geht der erst kürzlich gestartete Dienst Qype (qype.de). Hier wird der Inhalt von den Nutzern selbst angelegt: Wer zum Beispiel eine gute Pizzeria in Münster kennt, kann die Adresse anderen Nutzern zur Verfügung stellen und mit einer Bewertung versehen.

Von Dirk Liedtke, Michael Streck und Eros Hoagland print

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