Netz-Musik Apple betritt die Bühne


Musik, Apple und das Klingeln in der Kasse - Computerhersteller Apple bietet eine neue Möglichkeit, Songs aus dem Internet zu sammeln. Nicht kostenlos, aber kostengünstig.

Der US-Computerhersteller Apple hat ein eigenes Angebot zum Herunterladen von Musiktiteln aus dem Internet entwickelt, und damit den Online-Tauschbörsen den Kampf angesagt. Vertreter der geplagten US-Musikindustrie, die den Tauschbörsen eine Verletzung des Urheberrechts vorwerfen, begrüßten den Vorstoß.

Einkaufen im 'iTunes Music Store'

Apple's neue Softwarelösung nennt sich 'iTunes Music Store' und ist im Mac-Musikprogramm iTunes 4 bereits integriert. Mit Hilfe des Pgrogramms können Kunden einzelne Musikstücke zu einem einmaligen Preis von 99 US-Cent (rund 0,90 Euro) zur privaten Nutzung aus dem Internet herunterladen. Das erste Reinhören ist sogar kostenlos. "Verbraucher wollen nicht wie Kriminelle behandelt werden und Künstler wollen nicht, dass ihre wertvolle Arbeit gestohlen wird", erklärte Apple-Chef Steve Jobs. Um Kaufanreize in Konkurrenz zu den kostenlosen Tauschbörsen zu schaffen, hat Apple das neue Format AAC für die Musikdateien entwickelt. Dies soll hohe CD-Klangqualität mit geringeren Dateigrößen als denen von mp3-Dateien verbinden.

Demnächst auch für Windows?

Laut Apple beteiligen sich fünf große Musiklabels am Angebot, das mehr als 200.000 Titeln umfasst. Eine Erweiterung ist schon in Aussicht gestellt. Für die einmalige Gebühr dürfen Kunden den Song auf bis zu drei Rechner laden, ihn auf iPods (Apple's digitale Musikabspielgeräte) überspielen und ihn unbegrenzt oft für eigene Nutzung auf CD brennen. Außerdem soll das Angebot auch Musikvideos für Breitbandverbindungen umfassen. Über Neuerscheinungen kann der Nutzer sich per Newsletter informieren lassen. Im Moment gibt's das Programm nur für Macs, die schon mit Mac OS X laufen. Eine Windows-Version soll bis zum Jahresende fertig sein.

Die Musikindustrie hat's schwer

Musik- und Filmindustrie haben in ihrem Kampf gegen Internet-Tauschbörsen gerade erst einen schweren Rückschlag erlitten. Ein US-Bundesrichter wies einen Antrag zur Schließung von zwei Tauschplattformen auf Peer-to-Peer-Basis zurück. Die Tauschbörsen Grokster und Morpheus hätten keine Kontrolle über den Inhalt des über ihre Systeme getauschten Materials, befand das Gericht in Los Angeles. Zwar sei möglich und bekannt, dass Nutzer damit auch illegal Filme und Musikstücke tauschten. Jedoch sei unumstritten, dass die Börsen zu auch legitimen Zwecken genutzt würden. Richter Stephen Wilson bezog sich in seiner Urteilsbegründung somit auf das bekannte Betamax-Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1984. Damals war Sony erfolglos verklagt worden, weil sich mit ihren Videorekordern auch Kopien urheberrechtlich geschützter Filme anfertigen ließen. Die Kläger kündigten an, in Berufung zu gehen.


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