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Neue Gesichtserkennung "DeepFace": Facebook erkennt Sie auf jedem Bild

Facebook hat eine Software entwickelt, die Gesichter fast genauso gut wiedererkennen kann, wie es Menschen tun. Klingt nach einem praktischen Feature - aber auch beunruhigend.

Von Timo Brücken

Die automatische Gesichtserkennung von Facebook hat wirklich einen schweren Stand: Wenn sie ihren Job schlecht macht, lachen die Menschen sich kaputt. Wenn Sie ihn zu gut macht, ist es ihnen allerdings auch nicht recht. 2012 musste Facebook das Feature nach Protesten von Datenschützern in Europa abschalten. Diese Debatte dürfte nun neue Nahrung bekommen. Denn der Konzern hat eine Software entwickelt, die Gesichter fast genauso gut wiedererkennen kann, wie Menschen dies tun.

Legt man einem Menschen zwei ihm unbekannte Porträtfotos vor und fragt, ob auf beiden die gleiche Person zu sehen ist, gibt er laut "MIT Technology Review" in 97,53 Prozent der Fälle die richtige Antwort. Das Gesichtserkennungsprogramm "DeepFace" bestehe den gleichen Test in 97,25 Prozent der Fälle, schreibt Facebook. Mensch und Maschine liegen damit nicht mehr weit auseinander. Der Konzern will das System im Juni auf einer Konferenz des Technologieverbands IEEE offiziell vorstellen.

Es riecht nach Überwachungsstaat

Doch schon jetzt kann man in einem #link;file:///C:/Users/bruec/Downloads/deepface.pdf;Forschungspapier# nachlesen, wie "DeepFace" funktioniert: Zuerst fertigt die Software ein 3D-Modell des Gesichts an. Dieses kann anschließend so gedreht werden, dass es direkt in die Kamera schaut. Im dritten Schritt wird das Modell wieder auf ein zweidimensionales Bild heruntergerechnet, um besondere Merkmale des Gesichts erkennen zu können. Etwa die Stellung der Augen oder die Höhe des Haaransatzes. Auf diese Weise lassen sich Menschen auch dann identifizieren, wenn ihr Gesicht auf dem Bild nicht frontal zur Kamera ausgerichtet ist.

"DeepFace" soll das Markieren von Freunden auf Fotos, das sogenannte Tagging, erleichtern. Was nach einem praktischen Feature klingt, ist gleichzeitig eine gruselige Vorstellung: Computer, die Gesichter genau so gut erkennen können wie das menschliche Gehirn, selbst wenn sie nicht in die Kamera schauen - das riecht nach Überwachungsstaat. Schon als Facebook 2011 seine Gesichtserkennung einführte, liefen Datenschützer Sturm und warnten vor dem Missbrauchspotenzial der Technologie. Dabei machte sie damals noch einen wesentlich schlechteren Job als heute. In Europa wird Facebook das Feature aber wohl weiterhin abgeschaltet lassen.

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  • Timo Brücken