VG-Wort Pixel

Neue Vorwürfe gegen Megaupload-Betreiber Kim Schmitz soll Youtube-Filme kopiert haben


Dem Megaupload-Gründer Kim Schmitz droht weiteres Ungemach: Die US-Behörden werfen dem gebürtigen Deutschen nun auch Verletzung des Urheberschutzes und Betrug vor.

Gegen die Betreiber der Internet-Datenplattform Megaupload um den Deutschen Kim Schmitz gibt es einen Monat nach der Festnahme neue Vorwürfe. US-Ermittler werfen ihnen jetzt auch vor, Material von anderen Websites wie etwa YouTube kopiert und über Megaupload angeboten zu haben, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, die am Wochenende veröffentlicht wurden.

Schmitz, der seinen Namen inzwischen in Kim Dotcom geändert hatte, wurde im Januar auf Antrag der US-Behörden zusammen mit seinen Vertrauten in Neuseeland in Untersuchungshaft genommen. Die USA fordern eine Auslieferung der Betreiber.

Die amerikanischen Ermittler sehen die inzwischen dichtgemachte Megaupload-Plattform als einen der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Filmen und Musik. Megaupload wird beschuldigt, den Inhabern der Urheberrechte einen Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar zugefügt zu haben. Schmitz soll allein im Jahr 2010 durch seine Internetaktivitäten 42 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) verdient haben.

Unter anderem wirft die Anklage dem Internetdienst vor, keine Maßnahmen gegen einen Nutzer ergriffen zu haben, der über sechs Jahre hinweg immer wieder massiv gegen den Urheberschutz verstoßen habe. Dieser habe 16.950 Datensätze auf den Websites des Unternehmens hochgeladen, darunter Kopien urheberrechtsgeschützter Hollywood-Blockbuster. Diese Filme seien in der Folge von anderen Nutzern mehr als 34 Millionen Mal abgerufen worden.

US-Justizministerium: Uploader bei Megaupload in der Minderheit

Außerdem soll Megaupload nach neuen Erkenntnissen der US-Behörden zuletzt nur rund 66,6 Millionen registrierte Nutzer gehabt haben statt der von den Betreibern selbst angegebenen 180 Millionen. Und nur knapp 5,86 Millionen von ihnen hätten jemals Dateien per Megaupload.com oder Megavideo.com hochgeladen. Das sehen die Ermittler als weiteres Argument dafür, dass Megaupload kaum für legale Zwecke genutzt worden sei.

Die Megaupload-Verantwortlichen weisen die Anschuldigungen zurück. Ihr US-Anwalt Ira Rothken bekräftigte im "Wall Street Journal", er sehe gute Chancen, dass sich seine Mandanten vor Gericht durchsetzen.

jwi/DPA/AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker