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Skurrile Internetauktionen: Seele und Dorf zu versteigern

Egal ob Papst-Golf, siamesische Zwillings-Erdbeere oder doppelköpfige Schlange - bei Online-Auktionshäusern gibt es nichts, was es nicht gibt. Dies beweisen aktuell wieder zwei schräge Angebote.

Das kalifornische Dorf Bridgeville sucht einen neuen Besitzer. Für ein Mindestgebot von 1,75 Millionen Dollar (1,44 Millionen Euro) können zukünftige Ortsbesitzer bei dem Onlineauktionshaus Ebay 33 Hektar Land, sieben Häuser, ein leer stehendes Café und ein 136 Jahre altes Postgebäude ersteigern. Die Auktion ist auf 30 Tage angesetzt.

Erster Kauf geplatzt

Bereits in 2002 war die 1865 gegründete Ortschaft nahe der berühmten Redwood-Wälder, knapp vier Autostunden nördlich von San Francisco, als erstes Dorf bei Ebay versteigert worden. Das höchste Gebot lag damals bei 1,78 Millionen Dollar, doch am Ende fehlte dem Höchstbietenden das Geld und der Kauf platzte. 2004 kaufte ein südkalifornischer Finanzberater auf herkömmliche Weise den idyllischen Ort für 700 000 Dollar. Er habe seither "mehrere hunderttausend Dollar" in die Renovierung und Entrümpelung des Dorfes gesteckt, sagte Bruce Krall. Er hofft, dass ein Käufer nun den Wert der "wunderschönen Landschaft, des sauberen Flusses und der beschaulichen Gemeinde" entdeckt und über zwei Millionen Dollar bietet.

Der neue Besitzer könnte Bridgeville als ein abgeschiedenes Privatanwesen nutzen oder es zu einem Ferienort ausbauen, meint Krall. Es stehe ihm auch zu dem Ort nach eigenen Wünschen einen neuen Namen zu geben.

Seele im Angebot

In China kann man nun sogar Seelen im Internet ersteigern. "Nach einigen Diskussionen haben wir beschlossen, dass wir dem Wunsch eines Kunden, seine Seele zu verkaufen, nachkommen", sagte ein Sprecher des chinesischen Internet-Auktionshauses Taobao. Die Käufer sollten aber eine gewisse Sicherheit haben, dass sie ihre "Ware" auch bekommen, sagte er. Erforderlich ist nun eine "schriftliche Erlaubnis einer höheren Macht" zum Verkauf der Seele.

Ein Mann Ende 20 aus der Nähe Schanghais hat seine Seele auf der Internetseite angeboten, 58 Interessenten wollten sie ersteigern. Daraufhin sah sich der Ebay-Konkurrent offenbar zur Überprüfung seiner Vorschriften veranlasst. Allerdings ist Taobao bereits für skurrile Versteigerungsobjekte bekannt - einmal bot jemand seine Stirn zum Anmieten als Werbefläche.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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