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Spotify startet in Deutschland: Musik-Flatrate mit Facebook-Zwang

Den Musikdienst Spotify gibt es jetzt auch in Deutschland. Er bietet kostenlosen Zugriff auf rund 16 Millionen Songs - setzt aber zwingend ein Facebook-Konto voraus. Ein Fest für Musikliebhaber?

Von Christoph Fröhlich

Ob Lady Gaga oder Iron Maiden, Mozart oder Johnny Cash: Im Musikdienst Spotify können ab sofort auch deutsche Nutzer rund 16 Millionen Songs hören - kostenlos und legal. Es ist eine der größten Musiksammlungen der Welt und spielt in einer ähnlichen Liga wie Napster (15 Millionen Songs), Simfy (16 Millionen) oder iTunes (20 Millionen). Jeden Tag kommen 20.000 neue Songs dazu, mehr als 300.000 Musiklabels sind mittlerweile vertreten. Aber: Ohne Facebook-Account kann Spotify in Deutschland nicht genutzt werden. stern.de erklärt, wie der Streamingdienst funktioniert.

Muss ich online sein, um Musik zu hören?

Die Grundvoraussetzung zum kostenlosen Musikhören ist ein Internetzugang. Denn im Gegensatz zu iTunes wird die Musik nicht gekauft, sondern nur gestreamt, also über das Netz abgespielt. Einzige Ausnahme: Beim Premiumabo (Kosten: 9,99 Euro im Monat) können Songs auch offline am Computer oder auf mobilen Geräten abgespielt werden. Allerdings gibt es auch dann keine abspielbaren MP3s, sondern verschlüsselte Audiodateien, die nur mit dem Spotify-Player angehört werden können.

Ist der Dienst wirklich kostenlos?

Der Basisdienst ist kostenlos. Insgesamt werden drei Modelle angeboten:

1. Spotify Free ist der Gratis-Service. Er bietet kostenlosen Zugang zur vollen Musikbibliothek, allerdings wird nach wenigen Minuten zwischen den Liedern Werbung eingespielt. Einschränkungen gibt es keine: Die Songs können so oft angehört werden, wie man möchte. In anderen Ländern gilt das unbegrenzte Gratisangebot nur für die ersten sechs Monate. Danach dürfen nur noch zehn Stunden Musik im Monat abgespielt werden, und jedes Lied nur sechsmal. Dass es auch in Deutschland Einschränkungen geben wird, bestätigte eine Spotify-Sprecherin gegenüber stern.de. Allerdings gebe es noch keine konkreten Pläne.

2. Das erste kostenpflichtige Modell ist Spotify Unlimited. Es kostet 4,99 Euro pro Monat und enthält alle Features der Gratis-Version, außerdem werden die Werbeunterbrechungen entfernt und das Zeitlimit aufgehoben - sofern die Regelung in Deutschland eingeführt werden sollte.

3. Spotify Premium ist mit 9,99 Euro monatlich das teuerste Modell des Musik-Streamingdienstes, bietet dafür aber auch die meisten Funktionen. Lieder können auf Wunsch auch offline angehört werden, nachdem sie zuvor heruntergeladen wurden. Außerdem kann Spotify in der Premium-Version nicht nur auf dem Computer, sondern auch auf Mobilgeräten mit iOS-Betriebssystem (Apple), Android oder Windows Phone verwendet werden. Im jeweiligen App-Store steht eine kostenlose Anwendung zum Download bereit. Und: Die Soundqualität wird beim teuersten Abonnement noch einmal besser.

Wie viele Nutzer hat Spotify?

Den schwedischen Dienst Spotify gibt es mittlerweile in 13 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich, Schweden und die USA. Seit dem Start im Jahr 2008 haben sich mehr als zehn Millionen Menschen für den Streamingdienst registriert, rund drei Millionen haben sich für ein kostenpflichtiges Abonnement entschieden. Vom Start in Deutschland verspricht sich das Unternehmen weiteres Wachstum: Deutschland sei der drittgrößte Musikmarkt der Welt, sagte Firmengründer Daniel Ek. "Wir denken, das ist ein perfekter Platz für Spotify."

Was unterscheidet Spotify von der Konkurrenz?

Das wohl bemerkenswerteste Feature ist die nahtlose Facebook-Verknüpfung: Lieder und Playlists aus Spotify können in dem sozialen Netzwerk geteilt werden, Freunde können sich die Songs dann ebenfalls anhören. Ein Ticker zeigt, welche Musik bei Freunden derzeit angesagt ist. Mehr als 500 Millionen Playlists gibt es mittlerweile auf Spotify. Wer keine Lust auf das Teilen von Musik hat, muss das Feature aber nicht nutzen.

Eine weitere Spotify-Besonderheit sind die zahlreichen Anwendungen externer Anbieter. Über den "App-Finder" buhlen Dienste wie das Internetradio "Last.fm" oder der Konzertplaner "Songkick Concerts" um neue Nutzer. Auch Musikmagazine wie das Magazin "Rolling Stone" oder der Songtexte-Dienst "Tunewiki" sind in Spotify vertreten.

Ist Spotify legal?

Die Nutzung des Musikdiensts ist rechtlich unbedenklich, User müssen keine Angst vor Abmahnungen haben. Alle Künstler, die auf Spotify angeboten werden, können sich problemlos angehört werden. Auf einige namhafte Bands wie Metallica oder die Beatles müssen die Nutzer aber verzichten.

Ob eine Einigung mit der Verwertungsgesellschaft Gema vorliegt und wie diese aussieht, wollte der Dienst gegenüber stern.de nicht kommentieren.

Für wen lohnt sich Spotify?

Für Musikliebhaber lohnt sich ein Blick auf den Streamingdienst auf jeden Fall. Musikhören ist bequemer als auf Youtube und trotzdem völlig kostenlos. Nervige Meldungen wie "Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar" muss man hier mit der Lupe suchen.

Wer gerne regelmäßig neue Musik kennenlernt, den dürften auch Gebühren von rund 5 beziehungsweise 10 Euro monatlich nicht stören. Allerdings sollte man beachten, dass die Musik nur aus dem Netz abgespielt wird und man keine Audiodateien auf dem Rechner hat. Fans von eher unbekannten Bands sollten zuerst in der kostenlosen Version den Musikkatalog durchstöbern, denn selbst einige große Bands fehlen in dem Musikportal.

Und: Nutzer ohne Facebook-Konto können derzeit auf die Musikflatrate nicht zugreifen. Bei mehr als 20 Millionen deutschen Facebook-Mitgliedern dürfte das aber ein eher geringes Hindernis sein.

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