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Umstrittenes App-Zentrum Verbraucherschützer stellen Facebook Ultimatum


Facebook geht zu lax mit den Daten seiner Nutzer um, behaupten deutsche Verbraucherschützer - und schickten eine Abmahnung mit einer Frist bis 4. September. Kritisiert wird vor allem das App-Zentrum.

Neuer Ärger für Facebook: Deutsche Verbraucherschützer wollen das soziale Netzwerk zu Änderungen bei seinem App-Zentrum zwingen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schickte dem Unternehmen eine entsprechende Abmahnung mit einer Frist bis 4. September.

Facebook gebe nach Ansicht der Verbraucherschützer persönliche Daten der Nutzer an App-Anbieter weiter, ohne dass die Nutzer ihre Einwilligung dazu gegeben hätten. User können mit den Anwendungen ihr Profil erweitern, beliebt sind Spiele wie "Farmville" oder "Diamond Dash", aber auch Programme für Musik, Umfragen oder Quizrunden.

Kritik an Datenweitergabe

Mit der Einführung des App-Zentrums im vergangenen Monat habe Facebook den Datenschutz verschlechtert, kritisiert die vzbv. In dem Software-Laden können Entwickler ihre Apps nach Kategorien sortiert anzeigen, allerdings gebe es vor der Installation einer Anwendung keinen vollständigen Hinweis, wozu die weitergegebenen Daten verwendet würden. Durch den Klick auf den Button "Spiel spielen" oder "An Handy schicken" werde die Einwilligung einfach unterstellt. Nur "in kleiner hellgrauer Schrift" werde "eine augenscheinlich nicht abschließende Auflistung der Nutzungszwecke durch den App-Anbieter" angezeigt.

Dazu gehöre das Recht, auf Chats, die Informationen von Freunden und persönliche Kontaktdaten zuzugreifen sowie auf die Pinnwand des Nutzers zu schreiben. In einer "solchen umfassenden Datenweitergabe an Dritte" sehen die Verbraucherschützer einen Verstoß gegen das Telemediengesetz. Facebook müsse das App-Zentrum so gestalten, "dass der Nutzer weiß, dass er seine Daten freigibt und wofür diese verwendet werden".

Privatsphäre-Einstellungen ändern

Der Datenschutz bei Facebook stand auch im Blickpunkt einer Tagung des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) in Kiel. Dort kritisierte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, mangelhafte Nutzerrechte bei Facebook. Um die Privatsphäre des eigenen Facebook-Profils zu sichern, seien demnach 36 Schritte erforderlich.

Der Facebook-Manager Gunnar Bender sprach sich in Kiel dafür aus, "dass Chancen und Risiken von Social Media in einer konstruktiven Debatte ausgewogen beleuchtet werden, um selbstbestimmt und kompetent über die eigene Nutzung entscheiden zu können." Facebook unterstütze deswegen Initiativen zur Förderung von Medienkompetenz.

Den Nutzern riet der vzbv, über ihre Privatsphären-Einstellungen die Voreinstellungen zu ändern oder Anwendungen und Apps zu deaktivieren, wenn sie sich und ihre Kontakte vor der unerwünschten Datenweitergabe schützen wollen.

cf/DPA/AFP DPA

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