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Interview

WWDC-Teilnehmer: Dieser 14-Jährige wurde von Apple eingeladen - das denkt er über den Konzern

Fynn ist gerade einmal 14 Jahre alt, trotzdem hat Apple ihn nach Kalifornien auf die Entwicklerkonferenz WWDC eingeladen. Wie es dazu kam und was er über den Konzern denkt, erzählt er im stern-Gespräch.

Fynn Kiwitt ist 14 Jahre alt und zum ersten Mal auf der WWDC

Fynn Kiwitt ist 14 Jahre alt und zum ersten Mal auf der WWDC

Am Montagabend blickt die gesamte Technikwelt wieder nach Kalifornien, genauer gesagt nach San Jose. Dort wird Apple-Chef Tim Cook die Bühne des McEnery Convention Center betreten und die alljährliche Entwicklerkonferenz WWDC eröffnen (der stern wird live von vor Ort berichten).

Im Publikum sitzen diesmal nicht nur Tausende Entwickler, Journalisten und Apple-Mitarbeiter aus aller Welt, sondern auch knapp 30 Nachwuchstalente aus Deutschland. Einer von ihnen Fynn Kiwitt. Der 14-Jährige ist Schüler an einem Gymnasium in Freiburg und ist zum ersten Mal auf dem WWDC. Der stern hat mit ihm über den Informatikunterricht in der Schule und Künstliche Intelligenz gesprochen.

Du bist 14 und fliegst demnächst nach Kalifornien - wie kam es dazu?

Ich habe  die WWDC-Keynote 2014 das erste Mal angesehen. In diesem Jahr habe ich zufällig einen Artikel über die WWDC-Scholarships entdeckt und mich aus Spaß beworben. In den Sommerferien davor hatte ich ein TicTacToe-Spiel in der Programmiersprache C++ entwickelt, das habe ich lediglich für Apples Programmiersprache Swift umgeschrieben und grafisch etwas besser aufbereitet. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, angenommen zu werden.

Bei den Klassenkameraden hat das bestimmt Eindruck gemacht.

Viele haben mich erstaunt gefragt, wie ich das geschafft habe. Die meisten finden es aber toll. Jetzt fehlt mir noch ein Selfie mit Tim Cook. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, werde ich ihn danach fragen.

Was erhoffst du dir von der WWDC?

Ich habe keinen Kontakt mit anderen App-Entwicklern. Ich finde es besonders cool, mich mit Menschen in meinem Alter auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen haben. Und ich will neue Ideen bekommen!

Das Know-How hast du aus dem Informatikunterricht?
Wir haben einen Kurs namens "Naturwissenschaft und Technik". Der allein hätte mich aber nicht qualifiziert, um angenommen zu werden. Ich habe das Glück, dass wir an unserer Schule einen Lehrer haben, der sich gut mit der Materie auskennt. Ich finde es wichtig zu wissen, wie Technik funktioniert und Programme entwickelt zu werden - man nutzt sie im Alltag ja auch ständig. Wer aber wirklich ernsthaft Apps und Programme entwickeln will, muss selber am Ball bleiben und Enthusiasmus mitbringen.

Hast du schon eine App entwickelt?
Ja, aber die habe ich nicht veröffentlicht. Die habe ich nur zum Spaß geschrieben, um etwas zu lernen.

Was willst du denn später machen?

Gerne würde ich in der Informatik als Programmierer arbeiten. Vor allem der Bereich Künstliche Intelligenz reizt mich sehr.

Also selbstfahrende Autos, Sprachlautsprecher und so weiter.

Siri finde ich praktisch, man nutzt sie im Alltag aber kaum. Mit einem Sprachlautsprecher wäre der Anreiz für mich als Entwickler größer, Programme dafür zu schreiben.

Wenn du die Wahl hättest: Ein Job bei Apple oder Google?

Google finde ich sehr interessant. Apple ist spannend, weil sie die Benutzerfreundlichkeit in den Mittelpunkt stellen. Wir befinden uns an einem Punkt, wo es dem Durchschnittsnutzer nicht mehr interessiert, wie schnell der Prozessor in seinem Computer ist. Die Software und die Benutzeroberfläche sind deshalb entscheidend. Und da hat Apple meiner Meinung nach die Nase vorn.

In allen Bereichen?

Nein. Die Preise sind zu hoch. Für mich als Schüler kosten die Produkte extrem viel Geld. Die Mac Pros müssten dringend aktualisiert werden. Und ich finde, dass Apple in letzter Zeit zu viele Produkte anbietet. Früher fragte man sich: Kaufe ich mir ein gutes oder ein noch besseres iPhone? Mittlerweile gibt es drei iPhones. Für den Durchschnittsnutzer kann das schon überfordernd sein. Man müsste sich auf zwei oder gar ein Gerät fokussieren."