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Interview

WWDC-Teilnehmer: "Siri kann etwas werden, das man wirklich gerne nutzen möchte"

Robert Rabe ist 17 Jahre alt, hat gerade sein Abitur gemacht - und fliegt nun zu Apples Entwicklerkonferenz WWDC. Mit dem stern hat er über den Informatikunterricht an deutschen Schulen und den Sprachassistenten Siri gesprochen.

Robert Rabe nimmt zum ersten Mal an der Entwicklerkonferenz WWDC teil.

Robert Rabe nimmt zum ersten Mal an der Entwicklerkonferenz WWDC teil.

Am Montagabend blickt die Technikwelt nach Kalifornien, genauer gesagt nach San Jose. Dort wird Apple-Chef Tim Cook die Bühne des McEnery Convention Center betreten und die alljährliche Entwicklerkonferenz WWDC eröffnen (der stern wird live von vor Ort berichten).

Im Publikum sitzen diesmal nicht nur Tausende Entwickler, Journalisten und Apple-Mitarbeiter aus aller Welt, sondern auch knapp 30 Nachwuchstalente aus Deutschland. Einer von ihnen Robert Rabe. Der 17-Jährige ist Abiturient in Bonn und zum ersten Mal auf dem WWDC. Der stern hat mit ihm über den Apples Sprachassistent Siri

Du bist 17 Jahre alt und hast schon jede Menge Programmiererfahrung.

Ich habe gerade mein Abitur gemacht und will nächstes Jahr Informatik oder Elektrotechnik studieren. Ich programmiere iOS seit ich 14 bin, angefangen habe ich mit einem iPod Touch.

Was erhoffst du dir von der WWDC?

Ich will viele Leute treffen, neue Dinge lernen, die mir im Job helfen und natürlich auch Spaß haben

Mittlerweile entwickelst du sogar an der Vapiano-App mit, richtig?

Ich bin ich seit Anfang des Jahres einer von mehreren iOS-Entwicklern, der für die App zuständig ist. Ich habe einige Features implementiert. Wenn man die App öffnet, werden etwa Fotos präsentiert. Ich habe auch die Kamerafunktionalität entwickelt, mit der man sein Essen fotografieren und Filter darüberlegen kann.

Klingt nicht nach dem klassischen Schülerjob.

Es ist weitaus besser als ein klassischer Schülerjob. Es lohnt sich für mich, aber es geht mir nicht nur ums Geld. Mir macht es sehr viel Spaß und ich bekomme einen Eindruck, wie es ist, das beruflich zu tun.

Apropros Beruf: Hat dich der Informatikunterricht genug auf den Berufsalltag vorbereitet?

Den Großteil musste ich mir privat beibringen. In der Schule haben wir bis zur zehnten Klasse gar nicht programmiert. Ich würde sagen, wenn man nichts selber macht, hat man keine Chance.

Warum?

Für mich ging es in der Schule zu spät mit dem Programmieren los. Bis zur 9. Klasse steht nur Softwarebedienung auf dem Plan. Betriebssysteme wie iOS sind bei den Lehrern gar kein Thema. Immerhin hatten wir einiges an Theorie gehabt, was für ein Informatikstudium bestimmt nützlich ist. Ohne das selbst beigebrachte Wissen könnte ich jetzt aber nicht bei Vapiano arbeiten.

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Welche Branche reizt dich nach dem Studium am meisten?

Ich würde gerne etwas machen, das viele Menschen berührt. Etwas, das Menschen tagtäglich nutzen. Wo Leben dran hängen - Autosoftware, die vor Unfällen schützt, zum Beispiel.

Du sprichst von selbstfahrenden Autos?

Ja, zum Beispiel. Dinge, die mit physischen Geräten in Verbindung stehen, finde ich sehr spannend.

Gerüchten zufolge könnte ein Siri-Lautsprecher gezeigt werden.

Einen Siri-Speaker fände ich sehr interessant, der eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Dafür muss die Plattform aber auch wirklich funktionieren. Die Geräte müssen einen wirklich verstehen. Momentan funktioniert Siri nur so 50/50. Wenn viele Entwickler mitarbeiten und ihre eigenen Produkte auf dieser Plattform aufbauen können, kann Siri aber etwas werden, das man wirklich gerne nutzen möchte.

Du hältst Siri also derzeit nicht für konkurrenzfähig?

Ich halte Siri nicht für gar nicht konkurrenzfähig, doch gibt es momentan Bereiche, in denen die anderen Anbieter besser funktionieren. Ich glaube, es liegt auch daran, wie Apple mit den Daten der Nutzer umgeht. Apple speichert die Daten nicht so zentral wie Google und wertet diese nicht so umfassend aus.

Der Datenschutz wird zur Schwachstelle.

Das hemmt das Ganze. Ich weiß aber nicht, inwiefern das nicht ein Trade-off ist, der gut für uns ist. Mir ist nicht ganz klar, ob es ein Lautsprecher wert ist, dass wir alle unsere Daten an einen Konzern weitergeben. Von daher finde ich es gut, dass sich Apple für Privatsphäre einsetzt.

Würdest du einen Siri-Lautsprecher persönlich nutzen?

Das weiß ich nicht genau. Ich finde das Gerät als Schnittstelle spannend, wüsste aber nicht, ob ich es selber nutzen würde und es meinen Alltag bereichert. Das kommt am Ende darauf an, wie das Gerät gestaltet ist.