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Google Play Store Millionen Smartphones infiziert: Vermeintliche Aufräum-Apps entpuppen sich als Virus

Eine junge Frau starrt geschockt auf ihr Smartphone
Schadsoftware kann nerven – aber auch echte Probleme machen.
© fizkes / Getty Images
Sicherheitsexperten warnen vor 13 Apps, die sich im offiziellen Google Play Store eingenistet haben. Die Schadsoftware tarnt sich dort als Aufräum-Software und versteckt sich nach der Installation auf den Geräten.

Sicherheitsforschende von "McAfee" warnen erneut vor zahlreichen schadhaften Apps für Android-Smartphones. Diese tummelten sich ausgerechnet im Google Play Store, der offiziellen Anlaufstelle für Android-Software. Die meisten dieser Programme, so McAfee, tarnten sich als sogenannte "Cleaner"-Apps, also Aufräumprogramme für überflüssige Dateien, die eine bessere Leistung der Geräte versprechen.

App-Installation reicht bereits aus

Ein Start dieser Apps ist übrigens nicht nötig – sie beginnen mit der "Arbeit", sobald der Download abgeschlossen ist. Denn einmal installiert, verstecken sich diese Programme und zeigen immer wieder Werbung – eine gute Einnahmequelle für die Herausgeber. Wer denkt, er könne die Schädlinge einfach löschen, muss sie dann erst einmal finden. Wie McAfee schildert, wechseln die Apps ihr Aussehen ständig und geben sich selbst andere Namen. Beliebt sei das Symbol des Play Stores und ein Name wie "Settings" oder "Google Play".

Neben der ständigen Werbung stören die Schadprogramme außerdem bei jeder Installation, Deinstallation oder jedem Update anderer Apps – und weisen darauf hin, dass man sein Smartphone dringend aufräumen sollte. Passend dazu gibt es Download-Links zu weiteren Apps, welche ebenfalls keine guten Absichten verfolgen.

Bekannte Apps wurden entfernt – neue sind vermutlich in Arbeit

Beworben werden die Apps auch auf sozialen Netzwerken wie Facebook. Betroffen seien laut McAfee vor allem Nutzer:innen aus den USA, Südamerika, Asien und der Türkei. Erste Fälle soll es auch in Großbritannien gegeben haben. Folgende Apps werden namentlich genannt:

  • Carpet Clean
  • Cool Clean
  • EasyCleaner
  • Fingertip Cleaner
  • Full Clean-Clean Cache
  • Junk Cleaner
  • Keep Clean
  • Meteor Clean
  • Power Doctor
  • Quick Cleaner
  • Strong Clean
  • Super Clean
  • Windy Clean

Die gute Nachricht zuerst: McAfee hat sämtliche Apps bei Google gemeldet, inzwischen ist keine mehr davon im Play Store zu finden. Die schlechte Nachricht: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ähnliche Apps mit anderem Namen dort auftauchen.

Das können Sie gegen solche Apps tun

Sollten Sie auf Ihrem Smartphone unerklärliche Werbeeinblendungen und ständige Aufforderungen zum Download anderer Apps beobachten, versuchen Sie, die dafür verantwortliche App zu finden. Auch der Einsatz mobiler Anti-Viren-Software, wie "McAfee Mobile Security" kann beim Entfernen der Software helfen.

Wenn nichts mehr geht, sollten Sie wichtige Daten in einem Backup speichern und das Android-Smartphone auf Werkseinstellungen zurücksetzen. Achten Sie anschließend beim Herunterladen neuer Apps auf die Bewertungen und den Entwickler. Besonders unsinnige Namen wie "fouesenouerds" oder "Exhibition snow" sowie chinesische Schriftzeichen sollten Sie als mögliches Zeichen deuten, dass die App keine guten Absichten verfolgt. 

"Cleaner-Apps" nur selten sinnvoll

Bei Aufräumprogrammen für das Smartphone gilt generell: Nur selten sind sie sinnvoll, oft ermöglichen sie es unbedarften Anwender:innen, unabsichtlich Schaden anzurichten, beispielsweise durch das Entfernen wichtiger Dateien.

Wollen Sie trotzdem für Ordnung sorgen, halten Sie sich an Empfehlungen von Fachmagazinen wie beispielsweise "Mobilsicher". Dort werden die Apps "SD Maid" und "LTE Cleaner" empfohlen. Auch namhafte Programme wie "CCleaner" oder "AVG Cleaner" können Sie relativ bedenkenlos einsetzen, wenn auch die Weitergabe von Daten an Werbeanbieter nicht ganz unkritisch ist – zumindest fügt das dem Gerät keinen Schaden zu oder nervt unaufhörlich mit Einblendungen.

Quellen: Mobilsicher, McAfee


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