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Dialer & Co.: Irland sperrt ganze Länder aus

Im Kampf gegen Betrug durch Dialer greift Irland zu harten Bandagen: Landesweit werden die Telefonverbindungen in 13 Länder, in die Betrüger die Anrufe ihrer Opfer häufig umleiten, kategorisch blockiert. Eine Zentralstelle entscheidet über Ausnahmen.

Irland geht als erstes Land mit technischen Blockaden gegen automatische Einwahlsysteme im Internet vor. Vom 4. Oktober an werden Telefon- und Internet-Verbindungen von der Grünen Insel in 13 Länder blockiert, in die so genannte Dialer ihre Opfer oft umleiten. Mit der Abwehr solcher Betrügereien befasst sich die Regierungskommission für Kommunikationsregulierung, wie ein Kommissionssprecher mitteilte.

Die meisten Menschen bemerken die Abzocke erst, wenn sie ihre Telefonrechnung bekommen. Sie haben sich, ohne es zu merken, in ein Programm eingewählt, das alle ihre Internetverbindungen automatisch umleitet, und zwar auf die Cook-Inseln, nach Tuvalu, Nauru oder Mauretanien. Das wird teuer: drei bis fünf Euro kostet dann jede Minute im Netz. "Es kam vor, dass Leute, die normalerweise eine Telefonrechnung über 80 Euro bekommen, auf einmal 780 Euro zahlen mussten", berichtete der Sprecher der Kommission, Tom Butler. Die Telefongesellschaften entschädigen die Opfer des Internet-Betrugs nach wie vor nicht.

Eingeschränkte Verbindungen

Über 300 Beschwerden wegen Dialern erhielt die irische Regierung im vergangenen Jahr. Die Kommission für Kommunikationsregulierung führte vier Monate lang Gespräche mit Telefongesellschaften, Internet-Anbietern und geschädigten Kunden. Das Ergebnis ist eine eingeschränkte Telefon- und Internet-Verbindung in bestimmte Staaten.

Zentrale Stelle überprüft die Telefonnummern

Reguläre Telefongespräche könnten von Irland aus zwar geführt werden, sagte der Kommissionssprecher. Diese würden aber zunächst zu einer zentralen Stelle umgeleitet, in der alle Verbindungen von Irland in die betreffenden Länder überprüft würden. Werde eine Nummer als seriös eingestuft, könne eine Telefonverbindung auch direkt aufgenommen werden. In den kommenden sechs Monaten werde überprüft, ob noch mehr Länder auf die Blockadeliste gesetzt werden müssten.

Die Cook-Inseln haben bereits angekündigt, eine Positivliste mit seriösen Telefonnummern herauszugeben.

Shawn Pogatchnik, AP / AP
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