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Galaxy S3 Mini vorgestellt Samsungs billiger iPhone-5-Herausforderer


Samsung hat das Galaxy S3 Mini vorgestellt. Das Smartphone soll mit einem kleineren Vier-Zoll-Display und einem Preis von weniger als 400 Euro Apple Paroli bieten. Doch ist es dafür gut genug?
Von Christoph Fröhlich

Samsung versprach für Donnerstagabend eine "kleine Sensation", jetzt ist es offiziell: In wenigen Wochen erscheint das Galaxy S3 Mini in Deutschland. Mini? Ganz recht: Die Südkoreaner bringen eine technisch abgespeckte Version des Smartphone-Flaggschiffs mit einem kleineren Display auf den Markt.

Obwohl sich das Galaxy S3 in den ersten 100 Tagen mehr als 20 Millionen Mal verkaufte, war einigen Nutzern das Gerät viel zu groß. Mit einer Bildschirmdiagonale von 4,8 Zoll eignete sich das Galaxy S3 zwar hervorragend für Videos, Photos und zum Surfen im Web, doch bei Menschen mit kleinen Händen konnte die Bedienung schnell zum Fingersport ausarten. Das neue Galaxy S3 Mini hingegen setzt wie das iPhone 5 von Apple auf ein Vier-Zoll-Display, das sich bequem mit nur einer Hand bedienen lässt.

Punkten soll das Gerät vor allem mit dem Preis von unter 400 Euro, was ungefähr halb so teuer ist wie Apples Spitzenhandy. Doch bekommt man dafür wirklich ein ähnliches gutes Smartphone?

Kleines Handy, kleiner Preis

"Es gibt eine große Nachfrage nach Smartphones mit einem Vier-Zoll-Bildschirm in Europa", sagte Samsungs Mobile-Chef JK Shin gegenüber koreanischen Medien. Ein Billig-Handy sei das jüngst vorgestellte Smartphone trotzdem nicht: "Manche würden es als Einstiegsgerät bezeichnen, aber wir nennen es Mini." Bis auf die Größe des Bildschirms biete das Smartphone eine ähnliche Ausstattung wie das Flaggschiff-Handy, sagt der Samsung-Manager. Vor allem beim Design fällt die Verwandtschaft zum großen Bruder Galaxy S3 auf. Das Gerät wird voraussichtlich im November in den Farben schwarz/blau und weiß erhältlich sein.

Angetrieben wird der Vierzöller von einem Zweikernprozessor mit einer Taktrate von einem Gigahertz. Ein Rückschritt, denn der große Handy-Bruder setzte noch auf vier Rechenkerne mit je 1,4 Gigahertz. Vor allem bei aufwendigen 3D-Spielen dürfte sich der schwachbrüstige Prozessor bemerkbar machen. Wie auch das Galaxy S3 hat die Miniaturausgabe einen Super-AMOLED-Bildschirm, bietet also ähnlich brillante Farben und eine bessere Lesbarkeit bei direktem Sonnenlicht. Allerdings ist die Auflösung mit 480 mal 800 Bildpunkten nur Mittelmaß. Zum Vergleich: Das iPhone 5 bietet bei derselben Bildschirmgröße 1136 mal 640 Bildpunkte und stellt somit fast doppelt so viele Pixel dar.

Kein LTE an Bord

Auch bei der Kamera müssen Abstriche gemacht werden: Überzeugte das Galaxy S3 mit einer sehr guten Kamera mit acht Megapixeln, schafft der Sensor in der Mini-Version nur noch fünf. Auch die Front-Kamera hat nur eine magere VGA-Auflösung (640 mal 480 Bildpunkte), womit Videotelefonie keinen wirklichen Spaß machen dürfte. Selbst das mehr als ein Jahr alte Galaxy S2, das bereits für unter 300 Euro verkauft wird, ist in diesem Punkt überlegen. Auch das superschnelle mobile Internet LTE sucht man vergebens, auch wenn das für die meisten Nutzer hierzulande aufgrund der geringen Verbreitung und hohen Vertragskosten verschmerzbar sein dürfte.

Ein Pluspunkt ist das Betriebssystem: Das Galaxy S3 Mini wird bereits mit der neuesten Android-Version 4.1 namens "Jelly Bean" ausgeliefert, die mit der Samsung-typischen Touchwiz-Oberfläche bearbeitet wurde. Insgesamt stehen 16 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung, der mit einer MicroSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte aufgestockt werden kann. Auch der Nahfeldkommunikationschip NFC ist mit an Bord - allerdings mangelt es nach wie vor an relevanten Anwendungen. Apple verzichtete beim #link;iPhone 5;iPhone 5# auf die neue Funk-Technologie, mit der Dateien drahtlos übertragen werden können.

Schwach hingegen ist der verbaute Akku: Mit einer Kapazität von 1500 Milliamperestunden (mAh) liegt das Galaxy S3 Mini zwar vor dem iPhone 5, dessen Batterie nur 1400 mAh liefert. Aber schon das im Mai 2011 erschienene Galaxy S2 schafft 1650 mAh, das Galaxy S3 erreicht gar 2100 Milliamperestunden. Käufer sollten sich schon einmal an den Gedanken gewöhnen, das Handy jeden Abend an die Steckdose zu klemmen.

Keine Alternative zum iPhone 5

Ist das Handy nun empfehlenswert? Bedingt: Der Name Galaxy S3 Mini dürfte vielen Käufern suggerieren, ein ähnlich hochwertiges Gerät wie das derzeitige Android-Flaggschiff zu bekommen, nur eben mit einem kleineren Display. Das ist es allerdings nicht: Mit einem abgespeckten Prozessor, einer schlechteren Front- und Rückkamera und weniger Akkupower leistet sich das Handy einige Patzer.

Letztlich liefert Samsung ein typisches Mittelklasse-Gerät, wie es viele andere Hersteller auch anbieten, das nur durch den Namen überzeugen soll. Aufgrund des verhältnismäßig geringen Preises dürfte es für User interessant sein, die das Design des Galaxy S3 oder die Touchwiz-Oberfläche von Samsung mögen. Alle anderen sollten mit teils günstigeren Geräten der Konkurrenz oder sogar mit dem betagten Galaxy S2 besser bedient sein. Potentielle iPhone-5-Käufer dürften die Südkoreaner mit diesem Gerät aber nicht abwerben.

Technische Daten im Überblick

• 1 Gigahertz Dual-Core-Prozessor
• 1 Gigabyte Arbeitsspeicher
• 4 Zoll AMOLED-Display mit 480 x 800 Pixel Auflösung
• Betriebssystem: Android 4.1 Jelly Bean
• 5 Megapixel Kamera (Rückseite)
• VGA-Kamera (Front)
• Gewicht: 111,5 Gramm
• 16 GB interner Speicher (bis zu 32 Gigabyte microSD-Karte)
• WiFi
• Bluetooth 4.0
• NFC
• Akku mit 1.500 Milliamperestunden Kapazität
• Preis: zwischen 350 und 400 Euro
• Erscheinungsdatum: voraussichtlich November


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