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Hochauflösende Taschenknipser Die besten Kamera-Smartphones


Fotografieren immer und überall - dank hochauflösender Handykamera kein Problem. Doch welches Smartphone macht die besten Bilder? Wir haben uns durchgeknipst.

Heutzutage sind die Kameras der Mobiltelefone fast genauso wichtig wie das Smartphone selbst. Gerade Apple preist seine iPhone-Kamera sogar als Ersatz für kompakte Digitalkameras an. Aber ist diese wirklich so gut? Oder gibt es sogar ein noch besseres Kamera-Smartphone?

Apple iPhone 4S

Die Kamera des neuen iPhones hat eine Auflösung von acht Megapixeln und bietet eine große Blende für mehr Lichteinfall und schnelleres Auslösen bei schlechten Lichtverhältnissen. Verschwommene oder unscharfe Bilder werden so weitestgehend vermieden. Weißabgleich, ISO und Auslösezeit werden automatisch angepasst, ohne die Möglichkeit zu haben, dies manuell einzustellen. Neben der Auto-Einstellung des Blitzes, kann auch manuell bestimmt werden, ob er bei der jeweiligen Aufnahme auslösen soll oder nicht.

Ein Antippen des Displays genügt, um den Fokus zu setzen. Allerdings erhält man keine Bestätigung, welcher Bereich fokussiert wurde. Danach muss man das Auslöse-Symbol antippen oder die "Laustärke erhöhen"-Taste betätigen, um ein Foto aufzunehmen.

Im HDR-Modus ist das iPhone 4S in der Lage, drei bis vier Aufnahmen unter einer Sekunde zu schießen. Vorausgesetzt natürlich, dass man nicht jedes Mal neu fokussieren muss. Im selben Modus können außerdem drei unterschiedliche Bildversionen aufgenommen werden, die dann von der Kamera automatisch zu einem detailreicheren Foto zusammengefasst werden.

Die Helligkeit des fotografierten Objektes wirkt sich beim iPhone 4S auf die allgemeine Belichtung des Fotos aus. Ist das Objekt beispielsweise sehr dunkel, wird das Bild automatisch aufgehellt. Bei helleren Objekten kann das Gegenteil passieren und das Foto eher dunkel erscheinen. Es lohnt sich mit dem Fokus zu spielen, um die beste Belichtung für das Bild zu erreichen.

Im Allgemeinen wirken die iPhone-4S-Fotos über dem Computer in Originalgröße betrachtet sehr natürlich, ohne harte Kanten, Halo- oder Wasserfarben-Effekte. Die Farbwiedergabe ist generell gut, aber es sind Unterschiede bei den einzelnen Aufnahmen zu erkennen. Der Weißabgleich kann von Bild zu Bild ebenfalls unterschiedlich ausfallen.

HTC Evo 3D

Mit nur fünf Megapixeln hat die Kamera des HTC Evo 3D die geringste Auflösung der getesteten Smartphones. Dafür bietet die Kamera jedoch zwei Linsen und ist deshalb für 2D-Fotografie ebenso gewappnet wie für Fotos in 3D. Dreidimensionale Bilder können in einer Auflösung von bis zu zwei Megapixeln aufgenommen werden. Um die 3D-Fotografien jedoch betrachten zu können, bleibt einem nur das Telefon oder man greift auf einen externen 3D-Bildschirm zurück.

Die Kamera verfügt über eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten und ist sehr einfach zu benutzen. Ein Antippen des kapazitiven Bildschirmes aktiviert den Autofokus. Zum Auslösen muss entweder der Auslöseknopf an der Seite des Smartphones gedrückt oder das Blenden-Symbol auf dem Display berührt werden. Das automatische Fokussieren geht mit knapp einer Sekunde in den meisten Aufnahmesituationen einigermaßen schnell vonstatten, aber es dauert circa weitere zwei Sekunden, bis das Foto nach dem Drücken des Auslösers aufgenommen wurde. Das ist eine lange Zeit, weshalb sich die Kamera des HTC Evo 3D nicht für Schnappschussfotografen eignet.

Der zweifache LED-Blitz sorgt für eine gute Belichtung auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Das 4,3 Zoll große Display mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixel ist sehr klar in der Wiedergabe und auch bei extrem hellen Lichtverhältnissen kann der Bildschirm noch genutzt werden.

Die Farbwiedergabe enttäuscht etwas beim HTC Evo 3D, da viele mit natürlichem Licht aufgenommene Fotos zu warm waren und einen Rotstich hatten. Das war eine Überraschung, da die Farbwiedergabe bei Innenaufnahmen mit künstlichem Licht ausgezeichnet war.

Motorola Milestone XT720

Mit acht Megapixeln bietet das Motorola Milestone XT720 eine Ausstattung, die mittlerweile zum Kamera-Standard gehört. Das Display ist jedoch mit 3,7 Zoll kleiner als bei den meisten anderen getesteten Smartphones und bietet eine Auflösung von 854 x 480 Pixel. Außergewöhnlich ist jedoch der sehr gute Xenon-Blitz, der mittlerweile auf vielen Kompaktkameras eingesetzt wird.

Mit LCD-Displays ist es manchmal bei hellem Licht schwierig, etwas zu erkennen. Der Bildschirm des XT720 bereitete im Test die größten Schwierigkeiten und wurde bei Sonnenschein fast zu einem Spiegel.

Die Nutzung der Kamera gestaltet sich einfach, aber der Autofokus-Bereich befindet sich trotz integrierter Gesichtserkennung immer im Zentrum. Der Auslöser befindet sich an der Seite des Smartphones.

Das Kameramenü wurde von Motorola aufgeteilt. Die am häufigsten genutzten Funktionen sind jedoch in einem Menüpunkt gruppiert.

Beim Zoomen zeigte sich, dass ein beachtlicher Anteil an Detailreichtum in den Fotos vorhanden ist. Obwohl die nicht fokussierten Bereiche etwas eintönig wiedergegeben wurden, konnten die Bilder durch ihre Natürlichkeit überzeugen. Auch der Übergang vom Fokusbereich zum Unschärfebereich gestaltet sich natürlich und ohne harte Kanten.

Die Farbwiedergabe konnte ebenfalls überzeugen. Nur mit Rottönen hatte die Kamera ihre Probleme, diese wurden im Fokusbereich fast bläulich wiedergegeben.

Nokia N8-00

Dass Nokia mit dem N8 ein gutes Kamera-Smartphone auf den Markt bringen wollte, bei dem man getrost die Kompaktkamera zuhause lassen kann, zeigen nicht nur die zwölf Megapixel, mit der die Kamera ausgestattet wurde. Auch die respektable Herstellerfirma des Objektives - Carl Zeiss - lässt auf dieses Vorhaben schließen. Durch die hohe Auflösung von zwölf Megapixeln könnte die Gefahr von Bildrauschen sehr hoch sein - doch der Detailreichtum der Fotos übertrifft jede Aufnahme der anderen getesteten Smartphones und sogar einige der handelsüblichen Kompaktkameras.

Der 3,5 Zoll große, kapazitive AMOLED-Touchscreen ist sogar noch kleiner als der Bildschirm des Motorola Milestone und bietet eine Auflösung von 640 x 360 Pixel. Trotz seiner geringen Größe gibt das Display den Aufnahmebereich gut wieder und eignet sich auch zum Betrachten der Ergebnisse.

Das N8 bietet darüber hinaus die meisten Einstellungsmöglichkeiten mit beispielsweise Szenenmodus, Selbstauslöser und die Einstellung des Weißabgleiches. Alles kann problemlos über das Einstellungssymbol auf dem Display eingerichtet werden.

Kleine Mängel beim Autofokus

Obwohl es sich beim Display um ein Touchscreen handelt, kann der Autofokus darüber nicht verändert werden. Er verbleibt bei jeder Aufnahme in der Mitte, außer man hat Gesichtserkennung aktiviert und fotografiert tatsächlich auch Menschen. Die Kamera des N8 fokussiert, indem man den Auslöser bis zur Hälfte herunterdrückt. Dieser befindet sich an der Seite des Nokia-Smartphones. Es gibt aber auch die Möglichkeit, über den Touchscreen zu fokussieren und auszulösen.

Bei guten Lichtverhältnissen geht das Fokussieren fast augenblicklich vonstatten, aber wie auch bei allen aufgeführten Kamera-Smartphones funktioniert es umso langsamer, je dunkler die Umgebung ist.

Wie bereits das Motorola XT720 verfügt auch das N8 über einen Xenon-Blitz zur besseren Farbwiedergabe bei dunklerer Umgebung. Das funktioniert erstaunlich gut und wird in Zukunft hoffentlich in weiteren Kamera-Smartphones zu finden sein.

Samsung Galaxy S2

Das viel gerühmte Samsung Galaxy S2 bietet eine Acht-Megapixel-Kamera sowie einen kapazitiven 4,3 Zoll großen Super-AMOLED-Touchscreen mit 800 x 480 Pixel Auflösung. Das angenehm große Display bietet in den meisten Fällen einen glasklaren Blick auf den aufzunehmenden Bildausschnitt oder das aufgenommene Foto.

Dank der Touch-Tasten und der intuitiven Anordnung der Einstellungsfunktionen ist die Kamera des Galaxy S2 die am einfachsten zu bedienende. Sie ist darüber hinaus die reaktionsschnellste eingebaute Kamera in der Testauswahl.

Ein besonderes Extra ist der "Lachauslöser" (Smile shutter mode), der auslöst, sobald die zu fotografierende Person lächelt. Dieses Feature funktioniert aber leider nicht mit jedem, macht aber trotzdem Spaß.

Beim Galaxy S2 kann der Fokusbereich mittels Berührung des Touchscreens individuell eingestellt werden. Tippt man danach auf das Auslöse-Symbol, reagiert die Kamera sehr schnell.

Auch die Lichtempfindlichkeit kann manuell eingestellt werden. Obwohl die Bilder nicht absolut körnungsfrei sind, zeigt sich trotz niedriger ISO-Einstellung kein typisches Bildrauschen.

In den Nahaufnahmen zeigt sich die wahre Stärke der Kamera. Die Einstellung des Fokusbereiches ging sehr schnell vonstatten und die Bilder überzeugten mit Detailreichtum und genauer Farbwiedergabe. Sollte man wirklich etwas bemängeln wollen, könnte erwähnt werden, dass es eine Tendenz zur Überbelichtung gibt. Dem ungeübten Auge wird das aber kaum auffallen, denn im Großen und Ganzen fällt das Ergebnis natürlich und überaus farbtreu aus.

Sony Ericsson Xperia arc

Auch die Kamera des Xperia arc verfügt wie die meisten im Test über acht Megapixel. Sie ist sehr reaktionsstark, mit einem schnellen Autofokus und kurzer Auslösezeit. Das 4,2 Zoll große LCD-Display verfügt über eine Auflösung von 854 x 480 Pixel und versagt auch bei hellen Lichtverhältnissen nicht den Dienst.

Als Besonderheit verfügt die Kamera über einen "Touch Capture"-Modus, mit dem ein Schritt übersprungen werden kann. Dabei geht die Einstellung des Fokusbereiches sowie das Auslösen mit nur einmaligem Antippen auf den Touchscreen vonstatten. Das macht die Kamera des Xperia arc noch einen Tick reaktionsschneller als die Kamera des Samsung Galaxy S2.

Deaktiviert man diese Funktion, kann man zum Auslösen immer noch die dafür vorgesehene physikalische Taste des Smartphones nutzen.

Einen Nachteil hat die Kamera des Sony Ericsson Xperia arc mit der des iPhone 4S gemeinsam, die Belichtungsempfindlichkeit (ISO) lässt sich nicht manuell anpassen. Aber die automatische Einstellung funktioniert problemlos und erzielt gute Ergebnisse.

Auf "normaler" Entfernung reagiert der Autofokus schnell und genau, aber je näher man dem Objekt kommt, desto problematischer wird die Einstellung für die Kamera, auch wenn der Makro-Modus aktiviert ist. Da die Kamera jedoch auch ohne eingestellten Schärfebereich auslöst, muss man bei nahen Objekten mit mehreren Aufnahmen rechnen, bevor man ein scharfes Foto erhält.

Die Farbwiedergabe des Xperia arc ist etwas lebhafter und gesättigter als in natura, aber nicht so stark, dass es als störend empfunden werden könnte. Enttäuschend ist jedoch, dass die Bilder den durchschnittlichen Qualitätsansprüchen in der Originalgröße nicht genügen, obwohl sie auf dem Display gut aussehen.

Fazit

Mit dem "Touch Capture"-Modus ist das Sony Ericsson Xperia arc sehr einfach zu nutzen und eignet sich hervorragend zur Schnappschussfotografie. Obwohl die Bildqualität als respektabel bezeichnet werden kann, werden die Ergebnisse des Xperia arc vom Samsung Galaxy S2 als auch vom iPhone 4S übertroffen. Alle drei erwähnten Smartphones erlauben es, den Autofokusbereich manuell einzustellen, was ein fast unverzichtbarer Vorteil ist.

Wenn auch weniger flexibel in der Ausführung als das iPhone 4S oder das Samsung Galaxy S2 gehört die Kamera des Nokia N8 trotzdem zu den leicht bedienbaren und bietet die beste Bildqualität des Tests. Man kann sogar soweit gehen und die bei gutem Licht geschossenen Fotos mit den Bildern von guten Kompaktkameras vergleichen. Das N8 bietet hochqualitative Fotografie mit höchstem Detailreichtum, während die Kamera des iPhone 4S sich durch die natürlichsten Fotos ausgezeichnet hat. Die 4S-Kamera besticht außerdem durch eine unglaublich schnelle Auslösezeit und einfache Handhabung.

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