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HTC Hero Das kann das neue Android-Handy


HTC hat es schon wieder getan: Mit dem Hero startet ein weiteres Touchscreen-Handy des taiwanesischen Herstellers mit dem Google-Betriebssystem. Doch Android ist nicht der einzige Clou, mit dem Hero zum mobilen Helden werden will.
Von Gerd Blank

Fast im Monatstakt präsentiert HTC neue Mobiltelefone. Und im Gegensatz zu anderen Handybauern legt sich das Unternehmen aus Taiwan nicht auf ein Betriebssystem fest. So zählt HTC zu den wichtigsten Herstellern von Geräten mit Windows Mobile und mit Android, dem Konkurrenz-System von Google. Doch HTC lässt nicht nur einfach die Software von Google und Microsoft werkeln, sondern setzt noch eigene Entwicklungen oben drauf. So fällt es nicht auf dem ersten Blick auf, was die Telefone antreibt. Auch beim Hero ist das der Fall, doch an die Stelle der Oberfläche TouchFlo ist HTC Sense gerückt.

Hardware

HTC lässt nichts anbrennen und hat Teflon als Material für das Handy-Gehäuse entdeckt. Die Beschichtung gibt dem Gerät eine ganz besondere Haptik. Es fühlt sich ein wenig gummiert an und Fingertapsen lassen sich leicht abwischen. Auffällig an dem Hero ist der Knick im Gerät. Das untere Ende des Gehäuses ist ein wenig angewinkelt und die Bedienelemente sind dort untergebracht. Insgesamt hat das Hero sieben Tasten: Rufannahme, Homebutton, Menü und Auflegen sowie einen Trackball, falls man nicht per Touchscreen durch die Menüs navigieren mag. Diese Tasten findet man auch bei dem Magic, ebenfalls ein Android-Telefon von HTC. Darüber hinaus gibt es noch eine Zurück- und eine Suchtaste. An der Seite des Geräts befindet sich zudem noch eine Taste zur Lautstärkeregelung. Es ist irritierend, dass ein Touchscreen-Gerät auf so viele Tasten angewiesen ist.

Dabei hätte Hero die Tasten kaum noch nötig, denn beim Display hat HTC wirklich gute Arbeit geleistet. Es reagiert schneller, als die Bildschirme der Vorgänger. Fotos und Webseiten lassen sich mit zwei Fingern vergrößern, Eingaben über die virtuelle Tastatur werden jeweils mit einem leichten Feedback quittiert.

Die eingebaute Kamera ist mit einem Fünf-Megapixel-Chip ausgestattet, allerdings wurde auf eine Leuchte oder einen Blitz verzichtet. Auch auf Videotelefonie muss man verzichten, da an der Vorderseite keine weitere Kamera eingebaut wurde. Kopfhörer können beim HTC endlich ohne Adapter benutzt werden: Das Hero verfügt über eine Klinkenbuchse. Per Micro-SD-Karte lässt sich der Speicherplatz beliebig erweitern. Als Akku kommt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 1350 mAh zum Einsatz. HTC gibt an, dass eine Akkuladung für bis zu 470 Minuten Plaudern genügen soll. Im täglichen Betrieb würde man sich über solche Zeiten freuen, nur erreichen lässt sich das kaum. Ein digitaler Kompass, ein Lagesensor und ein GPS-Chip runden die umfangreichen Ausstattungsmerkmale des HTC Hero ab.

Software

Auch im Hero werkelt das Google-Betriebssystem Android, ergänzt allerdings durch HTC Sense. TouchFlo, die hauseigene Oberfläche mit Gestenerkennung, kommt nicht mehr zum Einsatz. Sense erweitert die Android Oberfläche um sehr smarte Funktionen. So lassen sich insgesamt sieben Bildschirmseiten nutzen, die mit Applikationen nach eigenen Wünschen bestückt werden können. Diese Seiten bilden so das individuelle Menü des Handys. Und Hero kann noch mehr. So lassen sich für die Bedienoberfläche verschiedene Nutzerprofile speichern. Während der Arbeitszeit möchte man möglicherweise einen schnellen Zugriff auf Kalender und Kontakte haben, in der Freizeit eher auf Fotogalerien und Musik. Per Google-Market lässt sich das Gerät um weitere Programme erweitern.

Sehr praktisch ist die Verknüpfung verschiedener sozialer Netzwerke mit den Kontakten. So lassen sich Konten bei Flickr, Twitter und Facebook den Kontakten zuordnen. Auch der Internet-Browser macht seine Sache gut und kann sogar Inhalte mit Flash-Elementen darstellen. Mit dem eingebauten GPS-Chip zeigt HTC, wie man ortsbezogene Dienste auch in simplen Anwendungen einsetzen kann. Bei der Wettervorhersage und der Uhrzeit wird automatisch der Ort ermittelt. So braucht man auf Reisen nicht umständlich die neue Stadt eingeben.

Fazit

Beim Hero hat HTC vieles, wenn auch nicht alles, richtig gemacht. Die Hardware ist äußerst gelungen und lässt sich leicht bedienen. Der Knick im Gerät sieht zwar gewöhnungsbedürftig aus, sorgt aber dafür, dass es gut in der Hand liegt. Auch die Software lässt sich gut bedienen. Beim Hero rückt das Betriebssystem in den Hintergrund. Es scheint egal zu sein, welcher Motor das Gerät antreibt. Nutzer müssen sich bei vielen Funktionen keine Gedanken mehr machen, wie etwas funktioniert oder eingerichtet wird, denn es funktioniert einfach und muss nicht mehr eingerichtet werden. Ein Vorteil bei Android ist, dass man mit einem bestehenden Google-Account, dort gespeicherte persönliche Daten wie Kontakte, Mails und Termine schnell auf das Gerät übertragen kann. Diesen Service erkauft man sich aber damit, dass all diese Daten bei Google gespeichert sind.

Unglücklich ist, dass bei einigen Anwendungen die Hardwaretasten zum Einsatz kommen, bei anderen wiederum nur per Touchscreen gesteuert wird. So ist die "Zurück"-Taste im ständigen Gebrauch. HTC hat für E-Mails und Twitter eigene Programme entwickelt, so müssen nicht die Versionen von Google benutzt werden. Doch nicht alle Funktionen erklären sich immer von selbst, man muss viel ausprobieren. Aber vielleicht ist genau dieses Probieren gar kein Nachteil - so lange es dem Nutzer Spaß macht auf Buttons zu drücken und auch mal "falsch abzubiegen". Das Hero von HTC hat sehr viel potenzial und bringt Nutzern, die zum ersten Mal ein Touchscreen-Handy erwerben, sicher viele Vorteile und viel Spaß. Durch die dann doch teilweise umständliche und uneinheitliche Navigation schafft es das allerdings Hero nicht, ein echter Held zu werden.


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