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Huawei Mate 9 Porsche Edition: Gegen dieses Smartphone ist selbst das iPhone 7 ein Schnäppchen

Nach dem Aus des Galaxy Note 7 wittert Huawei seine große Chance: Der chinesische Konzern hat in München das Mate 9 vorgestellt. Das XXL-Smartphone setzt auch auf Technik und Design aus Deutschland.

Die Doppelkamera auf der Rückseite wurde zusammen mit Leica entwickelt.

Der chinesische Hersteller Huawei hat vor einigen Wochen einen wichtigen Meilenstein erreicht: Am 16. Oktober gab der Konzern bekannt, in diesem Jahr 100 Millionen Smartphones ausgeliefert zu haben. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass 100 Millionen Geräte verkauft wurden - es ist dennoch ein beachtlicher Erfolg. Für dieselbe Menge benötigte das Unternehmen 2015 noch das gesamte Jahr. Der chinesische Konzern hat sich mittlerweile als Nummer drei hinter Samsung und Apple in der Weltrangliste etabliert. Und Konzern-Chef Richard Yu macht keinen Hehl daraus, mittelfristig an beiden vorbeiziehen zu wollen.

Gelingen soll das mit dem Mate 9, das heute in München vorgestellt wurde. Mit diesem Phablet fordert Huawei nicht nur das iPhone 7 Plus heraus, sondern versucht, die Lücke zu besetzen, die das kürzlich zurückgerufene Galaxy Note 7 hinterlassen hat. Dafür setzt man erneut auf die Zusammenarbeit mit dem deutschen Kameraexperten Leica - und eine Kooperation mit Porsche Design.

5,9 Zoll: Was für ein Brocken

Das Huawei Mate 9 hat ein 5,9-Zoll-Display. Klar, mit einer Hand lässt es sich kaum bedienen, wenn man nicht gerade Dirk-Nowitzki-Pranken hat. Dafür sehen Bilder und Filme auf großen Smartphones wirklich toll aus. Der Bildschirm löst mit Full-HD (1920 x 1080 Pixel) auf. Das ist für Alltags-Apps wie Whatsapp oder den Browser völlig ausreichend, für Virtual-Reality-Anwendungen vielleicht zu wenig - das Mate 9 ist trotzdem bereit für Googles VR-Headset Daydream View. Wer darauf aber keinen Wert legt, bekommt viel Bild für's Geld.

Trotz des riesigen Bildschirms sind die Rahmen relativ klein. Das Mate 9 (Maße: 156,9 x 78,9 x 7,9 Millimeter) ist nicht viel größer als das iPhone 7 Plus (158.2 x 77,9 x 7,3 Millimeter), obwohl das Apple-Smartphone nur 5,5 Zoll bietet. Mit 190 Gramm ist es ähnlich schwer wie das 7 Plus (188 Gramm).

Riesiges Display: So sieht das Huawei Mate 9 aus

Aushängeschild Akkulaufzeit

Das Aushängeschild der Mate-Reihe ist der Akku. Die eingebaute Batterie hat eine Kapazität von 4000 mAh, so viel wie beim Vorgänger Mate 8. Dennoch soll das Smartphone im Schnitt zehn Prozent effektiver sein, bei Games sogar 20 Prozent längere Laufzeiten erreichen. Und schon beim Vorgänger waren locker zwei Tage Nutzung ohne Steckdose drin.

Das Mate 9 soll aber nicht nur lange durchhalten, verspricht Huawei, sondern sich auch schnell aufladen lassen. Dafür nutzt der Konzern die SuperCharge-Technik: Eine vollständige Ladung dauert 90 Minuten, nach 30 Minuten ist der Akku halbvoll. Das kann sich sehen lassen. Damit es nicht zu spontanen Selbstentzündungen wie beim Note 7 kommt, wird laufend die Temperatur im Akku überwacht. Der Hersteller verspricht eine "sehr geringe Hitzeentwicklung" und mehrere Schutzmechanismen. Geladen wird der Akku via USB-C.

Doppelkamera mit Leica-Knowhow

Die zweite Besonderheit ist die Doppelkamera der zweiten Generation auf der Rückseite. Sie wurde - wie schon beim P9 - in Zusammenarbeit mit dem deutschen Traditionsbetrieb Leica entwickelt. "Hierbei handelt es sich um eine langfristige Kooperation, nicht um einen One-shot", erklärte der Konzern. Die Doppelkamera besitzt einen 20-Megapixel-Monochromsensor sowie 12-Megapixel-RGB-Sensor. Die erste Kamera knipst also ausnahmslos in Schwarz-Weiß, wodurch detailreichere Bilder gelingen. Das liegt daran, dass die Monochrom-Kamera nuanciertere Lichtinformationen aufnimmt. Vor allem Bild-Bereiche mit schwacher Beleuchtung wirken dadurch plastischer, davon profitieren auch die Farbaufnahmen.

Die Dual-Kamera bietet einen "Hybrid-Zoom", der quasi einen zweifachen optischen Zoom-Effekt erzielt. Es handelt sich dabei um keinen echten Zoom, vielmehr wird der vergrößerte Bildausschnitt nur interpoliert. Dies soll aber verlustfrei geschehen, verspricht der Hersteller. Zudem sollen bessere Aufnahmen mit Bokeh-Effekt möglich sein, ähnlich dem neuen Portrait-Modus des iPhone 7 Plus. Ob das klappt und wie gut sich die Kamera unter schwierigen Lichtbedingungen schlägt, wird ein Test zeigen. Daneben gibt es die mittlerweile übliche Technik bestehend aus optischem Bildstabilisator sowie Laser- und Phasenverschiebungsfokus, wodurch die Kamera schneller scharfstellt.

Als Betriebssystem ist Android 7.0 Nougat vorinstalliert.

Viel Rechenpower, nicht wasserdicht

Technisch muss sich das Mate 9 nicht hinter Samsung und Apple verstecken. Der Kirin-960-Prozessor, eine Eigenentwicklung der Chinesen, ist 20 Prozent schneller, die Grafikleistung ist deutlich höher als beim Vorgänger. Davon profitieren vor allem 3D-Games. Vier Gigabyte RAM und ein Flash-Speicher (64 GB, erweiterbar um bis zu 2 TB) sollen Apps 20 Prozent schneller starten.

Als Betriebssystem ist Android 7.0 Nougat vorinstalliert, damit ist es eines der ersten Smartphones mit dem neuen Google-System. Darüber wurde die von Huawei bekannte EMUI-Oberfläche gelegt, die sich optisch sehr stark an Apples iOS orientiert. Wenn die einem nicht gefällt, kann man über den Play Store auch einfach einen anderen Launcher herunterladen.

Das Mate 9 besitzt Stereo-Speaker, ist aber leider nicht wasserdicht wie das Galaxy S7 oder iPhone 7. Die Hauptplatine wurde aber mit einer Nano-Coating-Schutzschicht überzogen, um grobe Schäden zu verhindern.

Das Mate 9 kostet 699 Euro und erscheint Mitte November.

Sonder-Edition von Porsche Design

Neben dem normalen Mate 9 gibt es noch eine Sonderedition, die gemeinsam mit Porsche-Design entwickelt wurde. Sie unterscheidet sich beim Speicher, dem Display und der Größe: Das Display schrumpft von 5,9 auf etwas handlichere 5,5 Zoll und hat eine 2K-Auflösung (2560 x 1440 Pixel). Der Akku ist identisch, deshalb ist von höheren Laufzeiten auszugehen. Die Premium-Variante hat sechs Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher. Durch den Home-Button auf der Vorderseite erinnert die Special Edition des Mate 9 frappierend an Samsungs Galaxy-Geräte.

Die Porsche-Design-Edition ist ab Dezember in Porsche Design Stores erhältlich und kostet 1395 Euro.