HOME

Huawei P20 vorgestellt: Das iPhone X hat eine Macke - und Huawei kopiert genau die

Huawei hat sein neues Spitzenmodell gezeigt - und sich mächtig bei Apple inspirieren lassen. Sogar der hässlichste Makel wurde übernommen. Dabei hat das P20 Pro das gar nicht nötig - und mit seinen drei Kameras eine echte Neuerung zu bieten.

Huawei P20 Pro

Das Huawei P20 Pro (links) bringt gleich drei Kameras mit. Zudem gibt es eine Variante mit schickem Farbverlauf. Rechts ist das günstige Huawei P20 Lite zu sehen

Der Technologie-Wettlauf bei Smartphones geht in die nächste Runde. Nachdem letztes Jahr alle Premium-Hersteller auf nahezu randlose Displays und Doppelkameras setzten, ist Huawei-Chef Richarg Yu in Paris nun den nächsten Schritt gegangen - und hat mit dem Huawei P20 Pro das erste Gerät mit gleich drei Kameras auf der Rückseite vorgestellt.

Die Dreifach-Kamera soll vor allem bei schlechtem Licht glänzen, bei der Präsentation in Paris behauptete Yu, dass auf diese Weise sogar Bilder möglich wären, wenn das menschliche Auge nichts mehr erkennen kann. Das wäre tatsächlich eine enorme Leistung. Sie wird möglich, weil das P20 Pro aus den Bildern der drei Linsen ein einzelnes baut. Der Hauptsensor besitzt einen 40-Megapixel-Sensor, die zweite Kamera sammelt Schwarz-Weiß- und Tiefeninformationen. Durch die dritte Linse soll ein optischer 3-Fach- und ein digitaler 10-Fachzoom möglich sein. In den ebenfalls vorgestellten Modellen P20 und dem P20 Lite ist "nur" eine Doppelkamera verbaut. 

iPhone-Klon mit Extras

Auch sonst kann sich das P20 Pro sehen lassen - zumindest technisch. Das Design mit der vertikal angeordneten Kamera erinnert doch ein bisschen zu stark ans iPhone, um mit der Optik punkten zu können. Auch die Notch genannte, hässliche Display-Auslassung - die beim iPhone X als einziger echter Makel für mächtig Kritik sorgte - hat Huawei von seinem wichtigsten Konkurrenten übernommen. Einen eigenen Akzent setzt Huawei aber doch: Das P20 Pro gibt es in einem schicken Look mit Farbverlauf von Lila in Türkisgrün. Ein echter Hingucker. Wer es schlichter mag, bekommt natürlich auch eine einfarbige Variante.

Technisch gibt es wenig auszusetzen. Das 6,3 Zoll große OLED-Display löst in 2280 x 1080 Bildpunkten auf, der selbstentwickelte Kirin-970-Prozessor dürfte pfeilschnell sein. Zudem sind 6 GB Arbeits- und 128 GB Datenspeicher und ein dicker 4000-mAh-Akku verbaut. Der Preis von 899 Euro ist happig, aber in einer ähnlichen Region wie die Spitzengeräte der Konkurrenten.

Einsteiger und S9-Konkurrent

Die anderen beiden Geräte bieten weniger Neuerungen. Das P20 Lite richtet sich an sparsamere Käufer. Das Display ist mit 5,8 Zoll etwas kleiner als beim Pro, die Auflösung ist aber dieselbe, allerdings verbaut Huawei ein LCD-Display. Auch die Lite-Version erinnert frappierend an das iPhone, kostet mit 369 Euro aber nicht mal ein Drittel des offiziellen Preises bei Apple. Mit 4 GB Arbeits- und 64 GB Datenspeicher, dem Mittelklasse-Prozessor Kirin 569 und einer 16-MP-Doppelkamera ist es für den Preis sehr gut ausgestattet. Ein tolles Angebot.

Das eigentliche P20 ist fast etwas langweilig. Es ist eine Mischung aus den beiden anderen Modellen, verbindet ein 8,4-Zoll-Display in 2280 x 1080 Bildpunkten, den rasanten Chip des Pro-Modells mit 4 GB Arbeits- und 128 GB Datenspeicher. Die Doppelkamera löst in 12 MP auf. Der Preis kann sich allerdings sehen lassen: Mit 649 Euro als Einführungspreis ist es deutlich günstiger als das S9 oder das iPhone. 

Ein spannendes Feature: Um die Leistung der Geräte noch weiter zu verbessern, verbaut Huawei einen eigenen Chip für künstliche Intelligenz. Dadurch erkennen die Geräte, was für ein Motiv gerade geknipst wird und passen die Einstellungen entsprechend an. Außerdem soll sie Ruckler so gut herausrechnen können, dass Langzeit-Aufnahmen mit bis zu sechs Sekunden Auslösezeit möglich werden - während das Smartphone in der Hand gehalten wird. Auch beim Akku soll die KI nachhelfen und mit intelligentem Energie-Management für längere Laufzeiten sorgen.