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Mysteriöse Kurznachrichten: Zahlen, Buchstaben und Bibelzitate per SMS

Seit einigen Tagen erhalten viele deutsche Handynutzer merkwürdige Kurznachrichten von unbekannten Absendern. Erst gab es unlesbare Zahlen-Buchstaben-Kombinationen, inzwischen handelt es sich um Zitate aus der "King James Bibel". Spam, Spaß oder Attacke?

Von Gerd Blank

Die ersten Nachrichten erreichten nur Nutzer des D1-Netzes. Das nicht lesbare Kauderwelsch erreicht meist in der Nacht die deutschen Handys und Smartphones. Die Mitteilungen bestanden immer aus einer Aneinanderreihung von Zahlen und Buchstaben nach folgendem Muster:

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Als Absender der SMS erscheinen Telefonnummern aus Indien, Vietnam, Burkina Faso oder Saudi Arabien. In verschiedenen Foren, wie auf der Site Computerbetrug.de, tauschen sich bereits Empfänger dieser kryptischen Kurznachrichten aus und sammeln die Absendernummern. Bei den SMS handelt es sich um "maskierte Kurznachrichten", die eigentlichen Besitzer der Rufnummern wissen also gar nichts von den Nachrichten - oder es existiert schlicht gar kein Anschluss unter dieser Nummer.

Inzwischen haben sich die Nachrichten verändert, statt scheinbar zufälligen Texten werden Bibelzitate übermittelt. Dabei handelt es sich allerdings um Sätze aus der "King James Bibel", die vor allem in den USA populär ist. Eine Auswahl der übermittelten Sätze:

  • "I seek not mine own glory:there is one that seeketh and judgeth."
  • "Oh let the wickedness of the wicked come to an end; but establish the just: for the righteous God trieth the hearts and reins."
  • "The strangers shall fade away, and be afraid out of their close places."

Nachdem erst Nutzer der D1-Infrastruktur betroffen waren, melden inzwischen auch Vodafone- und E-Plus-Kunden, dass sie entsprechende Kurznachrichten erhalten haben. Es scheint festzustehen, dass die Ziel-Telefonnummern von Wählcomputern zufällig generiert werden.

Es ist nicht bekannt, wer der Urheber dieser Nachrichten ist. Die Spam-Welle lockt allerdings viele Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Von Cyber-Terroristen über hackende Weltverbesserer bis zu fundamentalistischen Christen werden die unterschiedlichsten Gruppen als Täter genannt. Fest steht: Der Handy-Spam ist zwar ärgerlich - schädlich ist er nicht. Es gibt inzwischen auch Trojaner und andere Schadsoftware für Handys, diese Kurznachrichten gehören allerdings nicht in diese Kategorie.

Mobilfunkbetreiber sind alarmiert

Die Mobilfunkbetreiber versuchen bereits fieberhaft, eine Lösung für das Problem zu finden. Kunden können die Absendernummern sperren lassen. Da die Nachrichten von unterschiedlichen Anschlüssen verschickt werden, ist dies keine wirkliche Lösung des Problems. Allen Empfängern dieser mysteriösen Kurznachrichten wird empfohlen, die Absendernummer nicht zurückzurufen, da hier teilweise hohe Kosten entstehen können.

Wer Opfer dieses Telefon-Spams wurde, kann sich bei der Bundesnetzagentur melden, die hierfür auch ein PDF-Dokument als Download anbietet.

Update

Um 15.50 Uhr twitterte die Deutsche Telekom über den offiziellen Twitter-Account: Versender unberechtigter internationalen SMS der letzten Tage ist nach Kooperation von Netzbetreibern gestoppt. Dank für die Hinweise