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Unsichere Zukunft Nokia stellt günstiges Modell Lumia 620 vor


Die Smartphone-Serie von Nokia wird um das günstige Modell Lumia 620 erweitert. Die Finnen führen ihr Vorzeigemodell 920 zudem in China ein. Der Erfolg ist entscheidend für die Zukunft Nokias.

Handyhersteller Nokia ergänzt seine Smartphone-Reihe Lumia mit einem dritten günstigeren Modell. Das Lumia 620 soll im Januar zunächst in Asien und dann in Europa und dem Nahen Osten für rund 250 Dollar auf den Markt kommen, kündigte Nokia am Mittwoch an.

Der einstige Handy-Weltmarktführer setzt auf die Lumia-Geräte mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone 8, um wieder Anschluss im Smartphone-Geschäft zu finden. Das neue Telefon tritt gegen günstige Konkurrenz-Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android an, das in dem Markt dominiert. Außerdem kündigte Nokia am Mittwoch den Start seines Flaggschiff-Modells Lumia 920 in China zum Jahresende an.

Dort wollen die Finnen den weltgrößten Handy-Markt mit Hilfe von Branchenprimus China Mobile erobern. Nokia teilte mit, der Mobilfunker mit mehr als 700 Millionen Kunden solle ein auf China abgestimmtes Lumia-Smartphone mit der Software Windows 8 vermarkten. Das iPhone von Apple hat China Mobile als einziger chinesischer Anbieter nicht im Programm.

Erfolg zukunftsentscheidend

Der Erfolg der Lumia-Reihe mit dem neuen Microsoft -Betriebssystem ist Experten zufolge entscheidend für die Zukunft von Nokia. Die Finnen gelten bei Smartphones wegen des großen Erfolgs der Konkurrenz als abgehängt. Im dritten Quartal rutschte Nokia sogar in die Verlustzone.

Das Unternehmen kam zuletzt auf einen Marktanteil bei Smartphones von unter zehn Prozent. Zu besten Nokia-Zeiten und vor Einführung des iPhone im Jahr 2007 waren es 50 Prozent. China Mobile will das Gerät Lumia 920T mit dem vor Ort üblichen Standard TD-SCDMA anbieten.

"Kursfeuerwek" für Nokia

Weltweit sei die Resonanz auf Lumia-Geräte positiv, sagte Nokia-Chef Stephen Elop. "Wir sind zuversichtlich, dass sich der Enthusiasmus nach China ausbreitet", sagte Elop. Anleger zeigten sich erleichtert und zündeten ein regelrechtes Kursfeuerwerk nach den vielen Schreckensnachrichten, die seit längerem von Nokia kommen. Nokia-Aktien stiegen bis zum Nachmittag um mehr als acht Prozent. Allerdings haben die Titel seit Jahresbeginn fast 30 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Seit Anfang November sind die neuen Nokia-Smartphones mit dem Betriebssystem Windows Phone 8 auch in Deutschland erhältlich. Nokia hatte seine eigene Handy-Software eingedampft und arbeitet nun mit Microsoft zusammen.

awö/DPA/Reuters DPA Reuters

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