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Verträge: Achten Sie auf die Details!

Mit großen Buchstaben preisen die Anbieter ihre Tarife an. Doch die Fallen lauern im Kleingedruckten. Die zehn wichtigsten Tricks samt Beispielen.

Der Handy-Kauf will gut überlegt sein: Wo lauern versteckte Kosten? Für wen macht eine Flatrate Sinn? Wann verfällt eingezahltes Guthaben bei Prepaid-Handys? Und was verbirgt sich im Kleingedruckten von Werbeanzeigen? Die zehn häufigsten Tricks der Anbieter samt Beispielen.

Von Dirk Liedtke

Pflichtlektüre Sternchentexte

Im Kleingedruckten von Werbeanzeigen für Handy- oder DSL-Verträge verstecken sich die Tücken. Wer es nicht liest, kann böse reinfallen. Denn was groß gedruckt ist, erzählt oft nur die halbe Wahrheit.

Versteckte Kosten

Ebenso lesenswert sind in Allgemeinen Geschäftsbedinungen versteckte Klauseln: Kündigt man beim Anbieter Simply zum Beispiel die Lastschrift oder verliert die Karte, kostet das 29,65 Euro "SIM-Kartenpfand".

Die Guthaben-Falle

Wann eingezahlte Guthaben verfallen, ist je nach Anbieter unterschiedlich. Beim Aldi-Talk-Tarif Medion Mobile erlischt das Guthaben erst 24 Monate nach dem letzten Aufladen der Karte, bei Simyo schon nach sechs Monaten.

Keine Vertragsbindung

Mit "Keine Vertragsbindung" wirbt Klarmobil. Will ein Kunde jedoch seine Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen, geht das erst nach sechs Monaten – so lange ist man "ohne Vertragsbindung" bei Klarmobil Zwangskunde.

Faulheit bei Call-by-Call wird bestraft

Wer sich nur eine Call-by-Call-Nummer merkt, zahlt oft zu viel: Einige Anbieter locken zu bestimmten Stunden mit sehr günstigen Minutenpreisen, sind zu anderen Tageszeiten aber teuer. Andere steigen billig ein und erhöhen dann plötzlich, wenn sie viele Kunden haben. Am besten sind Anbieter, die den Preis ansagen – da kann man schnell wieder auflegen.

Die Flatrate-Falle

Telefon-Flatrate – klingt gut, ist aber nicht immer günstig: Per Call-by-Call kann man für die zehn Euro, die eine Flatrate pro Monat kostet, etwa 10 Stunden telefonieren – das muss erstmal zusammenkommen, damit die Flatrate lohnt. Und die Base-Handy-Flatrate ist bei Gesprächen in fremde Handynetze recht teuer.

Die Laufzeit-Falle

Erste Wahl beim DSL-Abschluss sind Anbieter mit relativ kurzer Vertragsdauer (ein Jahr). Beim Mobilfunkvertrag bekommt der Kunde zwar ein billiges Handy für seine langfristige Bindung - eine Billigkarte in einem zum Marktpreis gekauften oder in einem Gebraucht-Handy kann aber preiswerter sein.

Scheiden tut weh

Beim Wechsel des Festnetzanschlusses von der Telekom zur Konkurrenz sollte man an die einmaligen Einrichtungs-Kosten denken: Bei Alice von Hansenet werden ab April bis zu 159,90 Euro regulär fällig. Arcor nimmt bald bis zu 99,95 Euro. Bei Kabel Deutschland können Neukunden bis zu 247 Euro sparen, wenn sie bis Ende März ein "Comfort"-Paket buchen.

Aktionen: Solange der Vorrat reicht

Ob CallYa-Aktionstarif oder kostenlose Telefon-Flatrate: Anbieter locken oft mit zeitlich befristeten Aktionen. Niemand weiß jedoch, ob die Tarife nach der Aktion nicht drastisch steigen. Wenn die Flatrate im ersten Jahr gratis ist, wird im zweiten Jahr eine Gebühr fällig, die unter Umständen nicht mehr besonders günstig ist.

Die Hardware-Rechnung

Wer zu seinem DSL-Anschluss einen WLAN-Router haben will, kann das zum Beispiel mit der Fritz Box 7050 machen. Die kostet ca. 150 Euro. Billiger wird sie, wenn man sie beim DSL-Neuanschluss mitbestellt. Doch Vorsicht: Auch wenn die Box etwa bei Freenet nur 29,90 Euro kostet, muss man sich dafür länger vertraglich binden.

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