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Voice Over IP: Die Billignummer

Telefonieren übers Internet gilt noch immer als Geheimtipp. Dabei klappte es noch nie so einfach wie heute - oft sogar kostenlos.

Haben Sie Freunde in Fernost, einen studierenden Sprössling in den USA oder eine Tante in Kalkutta? Dann drängt sich mit dem Blick auf die Telefonrechnung eine Frage auf: Wenn sich Texte, E-Mails und Telegramme, selbst Bilder, Musik und Videos spottbillig übers Internet versenden lassen, dann müsste man doch zu gleichen Konditionen auch darüber telefonieren können, oder?

Qualität hat sich deutlich verbessert

Technisch ist das kein Problem mehr, seit die israelische Firma Vocaltec 1995 ihre Software "Internet Phone" veröffentlichte. Die Qualität der Internetanrufe hat sich seitdem sogar merklich verbessert. Hörte sich in der Online-Steinzeit ein Gespräch über ein Modem noch an, als hätten beide Teilnehmer ihre Funkgeräte tief in der Hosentasche stecken, so ist die Sprachqualität von PC zu PC mittlerweile ganz passabel. Telefoniert wird per Headset, einem Kopfhörer mit Mikrofon, den es preiswert als Computerzubehör gibt und der an die Soundkarte angeschlossen wird. Wer seinen Internetzugang pauschal bezahlt, plaudert dann praktisch zum Nulltarif, selbst wenn der Gesprächspartner Abertausende Kilometer entfernt vor dem anderen Rechner hockt.

Kein durchschlagender Erfolg

Ein Hit wie E-Mail wurde die so genannte IP-Telefonie (IP steht für Internet Protocol und "Telefonie" nennt die Branche Sprachanrufe) bis heute jedoch nicht. Selbst Entwickler Vocaltec hat sich längst von Privatkunden verabschiedet. Denn in der Praxis liegt der Teufel im Detail. Zum einen sollten Anrufer wie Angerufener möglichst über die gleiche technische Ausstattung verfügen. Ein DSL-Zugang nutzt wenig, wenn auf der Gegenseite ein klappriges Modem den Flaschenhals darstellt, durch den das digitalisierte Gespräch nur Bit für Bit auf den angeschlossenen Rechner durchgereicht wird. Wenn eine Seite schneller sendet, als die andere empfangen kann, wird das Gespräch schnell unerfreulich.

Beide zahlen, beide müssen online sein

Hinzu kommt: Bei einem Internettelefonat zahlt nicht nur der Anrufer, sondern auch der Angerufene - beide müssen online sein. Nur wenn das billig ist, lohnt sich die Netz-Telefonie. Der größte Nachteil ist jedoch, dass man keinen Computer einfach so anrufen kann. Wie in alten Schwarzweißfilmen wird man erst nach Voranmeldung telefonieren können. So muss man sich zuvor zum Gespräch verabreden, beide Rechner müssen laufen, die Telefonsoftware gestartet werden. Echte Sparfüchse schreckt das natürlich nicht ab.

Windows-User haben es einfach...

Für Telefonate zwischen Windows-Nutzern bietet sich der Yahoo-Messenger als eine gute und leicht zu bedienende Software an. Allerdings muss sich zuvor jeder Teilnehmer bei der Webfirma Yahoo kostenlos als Kunde eintragen lassen. Der Benutzername ist danach die eigene weltweit gültige Anrufkennung.

Freunde von Mac und Linux nicht ganz so sehr

Kniffliger wird es, wenn man mit einem Mac- oder einem Linux-Nutzer telefonieren möchte. Hier muss man eine Software wählen, die als kleinsten gemeinsamen Nenner einen etwas überkommenen, aber zumindest halb offiziellen Internet-Telefoniestandard ("H.323") unterstützt. Für Windows wäre dies die Microsoft-Software "NetMeeting". Falls man das Programm nicht schon auf der Festplatte hat: Unter www.microsoft.com/windows/netmeeting kann man es herunterladen. Eine entsprechende Verbindungssoftware für MacOS X ist das kostenlose "ohphoneX", für Classic Mac steht nur das 60 US-Dollar teure Programm "Videolink" der Firma SmithMicro zur Verfügung. Linux-Anhänger können sich das Programm Gnomemeeting kostenfrei besorgen.

IP-Adresse statt Telefonnummer

Eine Verbindung wird hergestellt, indem man die IP-Adresse des anzurufenden Rechners eintippt. Das ist die unverwechselbare Nummer, unter der ein PC während einer Internetverbindung identifizierbar ist. Wer die eigene IP-Adresse nicht kennt, lässt sie sich unter www.myipaddress.com anzeigen. Zur Not kann man auch auf einem "Internet Locator Server" nach einem hinterlegten Benutzernamen des Gesprächspartners suchen (ILS-Adressliste bei www.netmeetinghq.com).

Leider werden nicht wenige dieser Server auch von einer recht zeigefreudigen Klientel genutzt. Denn reichlich Bandbreite und Webcams vorausgesetzt, lässt sich übers Internet auch Bildtelefonie betreiben.

Und Sex hat bekanntlich schon viele junge Technologien beflügelt.

Sönke Jahn / print
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.