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"Stiftung Warentest": "Für 1 Euro": Smartphone mit Vertrag kaufen – lohnt sich das überhaupt?

Früher bekam jeder sein Handy zum Tarif dazu. Seit es Smartphones gibt, kaufen sich immer mehr Kunden ihr Gerät lieber selber. Aber welche Variante ist eigentlich billiger? Stiftung Warentest hat es für Sie durchgerechnet.

Soll man sein Smartphone lieber beim Provider oder einzeln kaufen? Warentest hat es untersucht (Symbolbild)

Soll man sein Smartphone lieber beim Provider oder einzeln kaufen? Warentest hat es untersucht (Symbolbild)

Getty Images

Als Nokia noch König des Handy-Marktes war, kam nur in Ausnahmefällen jemand auf die Idee, sich ein Handy zu kaufen. Die Geräte gab es ganz selbstverständlich vom Netzprovider zum Tarif dazu. Mit dem Aufkommen des Smartphones hat sich das geändert: Es ist in der Regel einfach günstiger, sich das Gerät selbst zu kaufen und dann einen passenden Tarif zu wählen. Aber stimmt das auch? Stiftung Warentest hat die Kosten von sechs beliebten Smartphones mit und ohne Tarif geprüft - mit überraschendem Ergebnis.

Denn das Bild ist längst nicht mehr so einfach, wie man glaubt. Ob man das Smartphone lieber einzeln oder doch im Tarif kaufen sollte, kommt ganz konkret auf das Angebot an, fand Warentest heraus. So konnte man etwa beim Kauf eines Huawei P30 Pro (hier bei uns im Test) über O2 ganze 280 Euro im Vergleich zum selben Tarif mit selbstgekauftem Smartphone sparen. Das entspricht mehr als einem Drittel des Gerätepreises. Selbst wenn man beim Smartphone ein echtes Schnäppchen findet, ist so viel Ersparnis bei einem reinen Gerätekauf nur in Extremfällen drin. Auch beim Samsung Galaxy S10+ oder Mittelklassegeräten wie dem Huawei P30 Lite konnte man ordentlich sparen.

Kaum iPhone-Schnäppchen

Solche Schnäppchen gab es beim iPhone nicht. Während es beim iPhone 11 durchaus mal einige Euro Ersparnis gab, ist das iPhone 11 Pro Max durchweg als Einzelgerät günstiger. Einzige Ausnahme war ein Tarif der Telekom. Hier bezahlt man aber auch alleine für Telefon und Internet über 24 Monate bereits 1200 Euro. 

Gerade das iPhone 11 zeigt aber, dass man die Angebote genau vergleichen muss. Die Ersparnis lag in der Regel nur bei zehn bis 15 Euro, das Gerät selbst kann man bei einem guten Angebot aber schon bis zu 50 Euro unter dem von Warentest genannten Preis bekommen. Immerhin gab es im gesamten Test nur wenige Angebote, bei denen der Tarif mit Smartphone deutlich teurer war. Die größten Unterschiede gab es bei Vodafone: Hier zahlte man gut 120 Euro extra, wenn man einen der Tarife inklusive iPhone wählt.

+++ Hier finden Sie unseren ausführlichen Test des iPhone 11 +++

Nachrechnen lohnt sich

Angesichts des Ergebnisses empfiehlt Warentest, jedes Angebot genau durchzurechnen. Dazu muss man die monatliche Zahlung des Wunschtarifs mit Gerätezuschlag sowie die Einmalzahlung zusammenrechnen und mit den Tarifkosten plus dem Einzelkaufpreis gegenrechnen. Wer bei Gerät und Provider flexibel ist, kann so echte Schnäppchen machen. 

Bei den subventionierten Tarifen gilt das aber nur, wenn man nach Ablauf der Mindestlaufzeit auch kündigt, warnt Warentest. Sonst zahlt man in der Regel nämlich drauf: Die monatliche Gerätezuzahlung wird einfach weiter berechnet, wenn man den Tarif weiterlaufen lässt - und das, ohne dass man ein neues Gerät bekommt. Man bezahlt also ohne Gegenleistung mehr.

Zweijahres-Tarife könnten bald verschwinden

In Zukunft könnte sich der Markt noch einmal verschieben, klären die Warentester auf. Die Bundesregierung plant, die Vertragslaufzeiten bei Tarifen auf ein Jahr zu begrenzen. Sollte das so kommen, dürften die monatlichen Zuzahlungen oder die Einmalzahlungen nach oben gehen, vermutet Warentest. O2 bietet bereits einen Tarif an, bei dem die monatliche Abzahlung des Geräts vom Mobilfunktarif unabhängig ist und auch länger oder kürzer laufen kann. Die Kosten für den Tarif entsprechen laut einem Vergleich von Warentest aber den alten Angeboten.
 

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