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Eaten-Alive-Experiment Der Anakonda-Mann und andere Discovery-Lügen

Ein Mann will sich von einer Anakonda fressen lassen. Er lässt sich dafür einen Schutzanzug anfertigen. Am Ende bricht der das Experiment ab. Millionen Zuschauer schauten ihm am Sonntag in den USA dabei zu und fühlten sich am Ende vom Sender Discovery um eine Sensation betrogen. Dass für die Macher des Senders Wahrheit und Fiktion sehr nahe beieinander liegen, hat der US-Channel in der Vergangenheit schon mehrmals bewiesen. Die angebliche Doku "Megalodon, der Monsterhai lebt", zeigte der Sender im vergangenen Jahr. Darin sammelten die Macher angebliche Beweise für die Existenz des ausgestorbenen Riesen-Hais. Doch die gibt es nicht. Statt Forschern standen deshalb Schauspieler vor der Kamera.
Ein ähnliches Konzept verfolgte auch die scheinbar reale Doku "Meerjungfrauen – Neue Beweise", die Animal Planet, ein Discovery-Spartenkanal, im gleichen Jahr zeigte. Auch das Material für diesen Film war fingiert, die Experten nicht echt. Das Fatale daran ist: viele Zuschauer nehmen diese Filme Ernst. Das zeigen die Reaktionen darauf. Bei einer Discovery-Umfrage über den Urhai Megadolon, gab die Mehrheit an, dass das ausgestorbene Tier heute noch existieren könnte. Nach dem Meerjungfrauen-Film bekam Science-Bloggerin Elise Andrew hunderte Anfragen, ob Menschen mit Fischschwänzen tatsächlich existieren. Was aber für Discovery bei diesen Filmen funktioniert, sind die Einschaltquoten. Mehr als vier Millionen Zuschauer schauten dem Anakonda-Experiment zu. Die Teaser für die Dokus, die der Kanal auf Youtube zeigt, haben ihrerseits Millionen Abrufe. Und solange das so bleibt, werden die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion beim Sender wohl weiter verwischen.
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Ein Mann will sich im TV von einer Anakonda fressen lassen, er bricht das Experiment ab. Discovery verkauft es trotzdem als Sensation. Denn für die muss die Wahrheit beim US-Sender immer mehr weichen.
Von Linda Richter
Linda Richter

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