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"Treue-Paket" Kabel Deutschland: Tolles Angebot, mies verkauft

Kabel-Deutschland-Kunden schlagen Alarm, die Telefone der Verbraucherzentralen klingeln im Sturm. Grund dafür: das im Grunde faire "Treue-Paket", mit dem Kabel-Gucker mehr als 130 Euro sparen können. Doch verwirrende Marketing-Floskelei lässt Kunden jetzt sogar um ihren Fernsehempfang bangen.

Von Martin Westerhoff

"Was passiert mit meinem Fernseher, wenn die jetzt auf digital schalten?", fragt die bebende Stimme am anderen Ende der Leitung. "Wird unser Vertrag gekündigt, wenn wir widersprechen?", erkundigt sich der nächste Anrufer. Diese Menschen sind besorgt, sie fürchten um ihren Fernsehempfang.

Sie sind nur zwei von vielen. Die Telefone der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz klingeln ständig. Zwischen 300 und 400 verunsicherte Kunden der Kabel Deutschland GmbH (KDG) melden sich täglich innerhalb von vier Stunden, an denen eine extra für sie eingerichtete Hotline geschaltet ist. Der Grund ist ein Brief. 2,3 Millionen Direktkunden der KDG haben ihn bekommen. Der Betreff: "Ab dem 01.03.2007 gelten neue Preise für Ihren Kabelanschluss."

Preiserhöhung nach viereinhalb Jahren

Der größte Netzbetreiber von Kabelfernsehen in Deutschland möchte seine Preise erhöhen. Um 2,77 Euro auf 16,90 Euro monatlich. Keine ungewöhnliche Praktik, nach viereinhalb Jahren konstantem Tarif. Um die Kunden damit nicht plump zu überrumpeln, hat sich das Unternehmen aus Unterföhring etwas einfallen lassen. Als Entschuldigungsbonbon können die Empfänger des Briefes ein so genanntes "Treue-Angebot" bestellen. Ein kostenloses Paket, das den Empfang von digitalen Programmen ermöglicht.

Kein schlechtes Angebot, da die Kunden einen tatsächlichen Mehrwert bekommen. Die Vorteile: 76 zusätzliche Fernseh- und 23 weitere Radiosender, bessere Bild- und Tonqualität sowieso. Benötigt wird allerdings ein zusätzliches Empfangsgerät, Digital-Receiver oder Set-Top-Box genannt. Genau das enthält das Treue-Angebot der KDG - neben drei kostenlos abrufbaren Filmen sowie für einen Monat das Bezahlfernsehpaket "Kabel Digital Home", das mehr als 30 werbefreie Sender bietet. Gesamtwert: 133,40 Euro.

Ein Kommunikationsproblem

Trotzdem gibt es ein Problem. "Die Leute verstehen schlicht und ergreifend das Schreiben nicht", fasst Barbara Steinhöfel, Referentin Telekommunikation der Verbraucherzzentrale Rheinland-Pfalz, den Tenor der Anrufe zusammen. Der Brief verfehlt seinen Sinn. Kabel-Kunden schlagen Alarm, glauben an eine Umstellung der Empfangstechnik. Grund dafür ist die ausladende Erklärung der Digitaltechnik, die missverständlich mit der Preiserhöhung vermischt wird. Das ist als Anreiz für das Treue-Paket gedacht, das den "Einstieg ins digitale Fernsehen so einfach wie möglich machen" soll. Wer das Treue-Angebot annimmt, akzeptiert die Preiserhöhung. Und wer darauf verzichtet, kann nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. "Die Empfänger des Briefes verstehen schon, dass sie widersprechen können. Sie glauben allerdings, dass sie dem digitalen Fernsehen widersprechen würden, und nicht dem neuen Preis", erklärt Barbara Steinhöfel das häufige Missverständnis.

Die Verbraucherzentralen raten dazu, der Preiserhöhung zu widersprechen. Damit gibt es kein Empfangspaket für digitales Fernsehen, sondern wie gewohnt 33 analoge Programme für 14,13 Euro monatlich. Allerdings erlauben die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der KDG, den Anschluss später zu kündigen. Doch das ist nach Aussage von Marco Gassen, Sprecher der KDG, der letztmögliche Schritt: "Wir sind bemüht, jeden Kunden zu halten. Wir werden versuchen, mit jedem, der Widerspruch eingelegt hat, eine einvernehmliche Lösung zu finden."

Versöhnliche Töne gibt es auch in den schriftlichen Bestätigungen, die es als Antwort auf Widersprüche gibt. Darin bietet die KDG noch einmal das kostenlose Empfangspaket für digitales Fernsehen an. Wer allerdings gar nicht reagiert, wählt die schlechteste Option. Dann gilt ab März der neue Preis, ohne den Receiver als Entschuldigungsbonbon. Und die gewohnten Programme kommen weiter auf den Schirm. Für Kunden, die das Schreiben voreilig für Werbung gehalten und weggeworfen haben, ist es noch nicht zu spät. Zwar lässt sich über die Startseite des Internetportals der KDG weder das Treue-Paket noch die Rufnummer 01805/693000 für dessen Bestellung finden. Aber beides schlummert auf einer Seite, die über eine eigene Adresse zugänglich ist: www.kabeldeutschland.de

Mitarbeit: Dirk Liedtke
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.