Digitalkameras Pixel-Preis im steten Fall


Günstige Digitalkameras sollte man nicht spontan kaufen. Ein genauer Blick auf Ausstattung und Technik erspart Foto-Frust.

Die Preise sind verlockend: Schon ab 99 Euro gibt es inzwischen Digitalkameras. Aber worauf soll man achten, damit die günstige Kamera nicht mit mangelhafter Bildqualität enttäuscht? Der stern hat sich einige Modelle bis 250 Euro genauer angesehen.

Die Vorteile gegenüber traditionellem Film sind klar: Fotos kann man sofort auf dem Display der Kamera ansehen, herumzeigen und gegebenenfalls löschen. Am Computer können die Aufnahmen bearbeitet und archiviert werden. Mit einem Farbdrucker kann man gelungene Werke selbst ausdrucken. Am Fernseher, per E-Mail und Internet präsentierte Fotos ersetzen den Diaabend. Nachteile: Die Qualität von Film erreichen die Bilder in dieser Preisklasse nicht. Ausdrucke per Drucker oder über ein Labor sind meist teurer als Abzüge vom Film.

Erstes Unterscheidungsmerkmal für Digitalkameras ist die Auflösung, angegeben in Millionen Bildpunkten (Megapixel). Faustregel: Mit zwei Megapixel Auflösung sind Ausdrucke im Format 10 mal 15 Zentimeter noch gut möglich. Für 18 mal 24 Zentimeter oder DIN A4 sollten es drei Millionen Pixel sein. Am Fernseher oder PC-Monitor sehen Bilder in dieser Auflösung allemal gut aus.

ModellBenQ DC2410Canon Powershot A60Concord Eye-Q 3040AF
Auflösung3,3 Mio. Pixel2 Mio. Pixel3,1 Mio. Pixel
Lichtstärkef 2.9f 2.8 - f 4.8f 2.8
Verschluss-Zeit in Sek.1/4 - 1/100015 - 1/2000k. A.
Zoom4 x digital3 x optisch + 2,5 x digital4 x digital
Weißabgleichautomatisch + 4 manuelle Einstellungenautomatisch + 5 manuelle Einstellungenautomatisch + 3 manuelle Einstellungen
Speicher16 MB intern + SD (nicht mitgeliefert)16 MB intern + Compact-Flash (nicht mitgeliefert)7 MB intern + SD (nicht mitgeliefert)
Strom- versorgung2 x AA-Batterie4 x AA-Batterie2 x AA-Batterie
Preisca. 170 Euroca. 210 Euroca. 170 Euro
FazitGute Aufnahmen gelingen vor allem im Tageslicht. Bei Kunstlicht stört ein leichter Rotstich. Außerdem ist die Kamera etwas langsam.Die Bildqualität ist sehr gut, obwohl die Kamera nur einen Bildsensor mit 2 Megapixeln hat. Blende und Belichtung sind manuell einstellbar.
ModellNikon CoolPix 2500Pentavision L330Yakumo MegaImage 47
Auflösung2 Mio. Pixel3,3 Mio. Pixel4 Mio. Pixel
Lichtstärkef 2.7 - f 4.8f 2.7 - f 4.8f 2.8 - f 4.8
Verschluss-Zeit in Sek.2 - 1/3000k. A.4 - 1/1000
Zoom3 x optisch + 4 x digital3 x optisch + 2 x digital3 x optisch + 4 x digital
Weißabgleichautomatisch + 5 manuelle Einstellungenautomatischautomatisch + 4 manuelle Einstellungen
Speicher8 MB Compactflash (mitgeliefert)8 MB intern + SD (nicht mitgeliefert)16 MB intern + SD (nicht mitgeliefert)
Strom- versorgungLithium-Ionen-Akku2 x AA-BatterieLithium-Ionen-Akku
Preisca. 200 Euroca. 120 Euroca. 250 Euro
FazitDieses Auslaufmodell überzeugt durch ein dreifach optisches Zoomobjektiv und die gute Bildqualität in fast allen Aufnahmesituationen.Diese Kamera ist sehr günstig, aber auch sehr langsam. Die Bilder werden vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen nur mäßig.

Echter Zoom fehlt häufig

In der Preisklasse unter 300 Euro sind viele Digitalkameras nur mit einem Objektiv mit fester Brennweite und einem Digitalzoom ausgestattet. Dieser vergrößert lediglich elektronisch einen Ausschnitt der Aufnahme, was aber die Qualität der Fotos verschlechtert. Wer flexibel bei der Auswahl und der Gestaltung seiner Motive sein möchte, sollte deshalb zu einer Kamera mit optischem Zoomobjektiv greifen - Dreifach-Zooms sind üblich.

Problem: Auslöseverzögerung

Bis man mit der Kamera nach dem Einschalten auch fotografieren kann, verstreichen vor allem bei den günstigen Digitalkameras schon einmal fünf Sekunden oder mehr. Doch selbst dann sind Schnappschüsse mit vielen Modellen nicht möglich. Denn manche Kamera-Elektronik legt zwischen dem Drücken des Auslösers und der tatsächlichen Aufnahme eine Gedenkpause ein. Mit dieser so genannten Auslöseverzögerung kämpfen vor allem die einfachsten Modelle.

Für unterschiedliche Aufnahmesituationen stehen bei vielen Digitalkameras mehrere Motivprogramme zur Verfügung. Sie nehmen dem Benutzer die Wahl der richtigen Belichtungszeit und Blende ab. Bessere Kameras erlauben zusätzlich auch die manuelle Einstellung von Blende und Belichtungszeit.

Problem: Weißabgleich

Nicht bei jeder Digitalkamera ist der automatische Weißabgleich allen Lichtsituationen gewachsen. Als Ergebnis wirken dann die Farben bei manchen Aufnahmen unnatürlich. Gut ist es daher, wenn man zwischen verschiedenen Einstellungen für den Weißabgleich wählen kann. So gelingen Aufnahmen bei Kerzenlicht ebenso wie am Strand in der prallen Sonne.

Gespeichert werden die Fotos entweder im internen Speicher der Kamera oder auf austauschbaren Speicherkarten, die es in mehreren Formaten gibt. Sie sind in der Anschaffung unterschiedlich teuer. Wenn eine Karte voll ist, wird diese einfach ausgewechselt, oder die auf ihr gespeicherten Bilder werden an einen PC übertragen.

Mit dem Computer werden Digitalkameras einfach über ein USB-Kabel verbunden. Nach dem Anschluss an den PC werden die Kameras als zusätzliches Laufwerk angezeigt, von dem die gespeicherten Aufnahmen auf die Festplatte kopiert werden können.

Ersatzbatterien sind Pflicht

Energie beziehen Digitalkameras je nach Hersteller aus Standardbatterien oder speziellen Akkus. Bei Kameras mit einem speziellen Akku gehören entsprechende Ladegeräte meist zum Lieferumfang. Ansonsten sollten Akkus und ein Universalladegerät beim Kauf mit eingeplant werden, da manche Modelle mit Batterien nur wenige Aufnahmen machen können und der häufige Austausch teuer wird.

Dirk Ellenbeck print

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