HOME

Empfangsmethoden: Keine versaute Spannung durch Torjubel: So sehen Sie die WM-Tore vor den Nachbarn

Beim Fußball gibt es nichts Schlimmeres, als wenn die jubelnden Nachbarn die Tor-Spannung verderben. Wir verraten, wie Sie schneller schauen.

WM FernseherTorjubel

Bei der WM kann zu früher Torjubel der Nachbarn schnell die Spannung verderben

Getty Images

Nächste Woche ist es soweit: Ab dem 14. Juni spielt die Fußball-Welt in Russland um die Meisterschaft und Milliarden Menschen sitzen vor dem Fernseher. Dumm nur, wenn der Nachbar immer einige Sekunden voraus ist und mit seinen Jubel- oder Verzweiflungs-Schreien die Spannung verdirbt. Denn live ist nicht gleich live: Je nach Empfangsmethode gibt es deutliche Verzögerungen. Wir erklären, welche die schnellste ist und welche man sich ganz sparen sollte.

Keiner schlägt Satellit

Auch wenn Streaming immer beliebter wird: Bei Live-Events setzen die meisten weiter auf die klassischen TV-Angebote. Doch welches ist am schnellsten? Dieser Frage haben sich die Experten von "c't" in der aktuellen Ausgabe gewidmet. Die klare Antwort: Wer vor den Nachbarn jubeln will, braucht Satelliten-Fernsehen. Vor allem in der SD-Variante ist kein Livebild schneller. HD-Fans müssen sich aber nicht ärgern: Der Unterschied zwischen HD- und SD-Satellit betrug bei den Tests der Zeitschrift unter einer Sekunde.

Dann wird es kompliziert. Zwar konnte der Antennen-Empfang per DVB-T2 mit knapp zwei Sekunden Latenz zu Satellit die drittschnellste Übertragung bieten. Das galt aber nur bei Sendungen des ZDF. Lief das Programm der ARD, war Kabel schneller - aber wiederum nur die Analog-Version in SD. Da beide Sender abwechselnd Spiele übertragen, ist vom Spiel abhängig, welche Technik schneller ist.

Kaufberatung: Neuer Fernseher für die WM? Das sind die besten Modelle ab 400 Euro
LG C8

Der Traum-TV: LG C8 

Das ist der Fernseher, den sich wohl jeder gerne an die Wand hängen würde: Der LG C8 wirkt in gigantischen 77 Zoll wie ein weiteres Fenster. Technisch ist alles vom Feinsten: Das OLED-Display bietet nicht nur 4K-Auflösung und HDR-10, sondern auch den neuen Bild-Standard Dolby Vision. Die Bildwiederholrate von 120 Hertz sorgt für butterweiche Bewegungen. Mehr geht nicht. Nur bezahlbar ist das Ganze leider für die wenigsten: Ab 8099 Euro kostet der Spaß.

Hersteller

Knappes Mittelfeld

Digitales Kabel war minimal langsamer, wobei es auch hier vom Sender abhängt, ob HD- oder SD-Qualität schneller ankamen. Bei allen lag die Verzögerung allerdings schon bei über fünf Sekunden. 

Die über das Entertain-Paket der Telekom oder Vodafone TV geleitete Übertragung kommt in einen ähnlichen Bereich. Sie hat gegenüber klassischem Streaming einen klaren Vorteil: Weil das TV-Signal erst Zuhause vom Receiver in ein Datensignal umgewandelt wird, kann man bei ihnen auch mit dem Computer mit deutlich weniger Verzögerung als bei einer reinen Internetübertragung Live-Inhalte schauen. So schnell wie bei Satellit oder Antenne wird es aber nicht.

Ganz schlecht sieht es bei dem modernsten Angebot, dem Internet-Streaming aus. Auch wenn etwa der Dienst Waipu.TV mit einer reduzierten Verzögerung wirbt: Weniger als 20 Sekunden hängt keines der Angebote hinterher. Ganz gleich, ob das Signal per DSL oder mobilem Internet auf das Gerät kommt. Bei einem Extremspiel wie gegen Brasilien 2014 wäre da schon das nächste Tor gefallen. Allgemein lässt sich sagen: Wer die Spiele per Streaming verfolgt, sollte sich außer Hörweite anderer befinden. 

Wie kommt das Bild schneller nach Hause?

Die Verzögerung zu optimieren, ist so kurz vor der WM natürlich gar nicht so einfach. Eine Satellitenschüssel anzuschrauben, wäre wohl ideal, für die meisten dann aber wohl doch eher schlecht umsetzbar. Die einfachste Lösung dürfte tatsächlich der Kauf einer DVB-T2-Antenne sein. Günstige Modelle gibt es schon für unter 20 Euro. Unterstützt der Fernseher den Standard nicht ab Werk, braucht man noch einen passenden Receiver, auch die gibt es schon zu diesem Preis.

Die schnellste Lösung kommt aber schlicht ohne Bild. Laut "c't" beträgt die Verzögerung bei der Bild-Übertragung im Vergleich zum Stadion mindestens 4,5 Sekunden. Schneller ist nur einer: Das gute, alte Radio.