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Gefährliches Kinderspielzeug: Nach dem Fidget Spinner kommt dieser Trend aus China - und er ist gefährlich

Das neueste Schulhof-Gadget aus China ist eine gefährliche Neuerung: Die Zahnstocher-Armbrust kann auch mit Stahlstiften geladen werden und wird dann zur gefährlichen Waffe.

Der Bogen aus Stahl sorgt für die Spannkraft der Armbrust.

Der Bogen aus Stahl sorgt für die Spannkraft der Armbrust.

Zahnstocher-Armbrüste gab es auch früher schon: Kaum handgroß, mit einem Bogen aus Plastik und einem Gummiband als Sehne wurden damit Zahnstocher  verschossen. Als Kinderspielzeug waren die Mini-Armbrüste sicher auch damals schon ungeeignet. Aber nun hat chinesischer Erfindungsgeist die kleinen Armbrüste in gefährliche Mini-Waffen verwandelt.

Hier wird der Pfeil nicht mehr durch ein ausgeleiertes Gummiband beschleunigt, die China-Waffe arbeitet wie eine richtige Armbrust: Der Bogen besteht aus einer Metalllegierung und baut eine enorme Spannkraft auf. So ein Spielzeug kostet weniger als einen Dollar und breitet sich über den Online-Handel rasend schnell aus, berichtet "China Daily". An vielen Stellen sei das Gadget bereits ausverkauft. Schon mit einem Zahnstocher bestückt, kann die Mini-Armbrust gefährliche Augenverletzungen hervorrufen.

Das Holz dringt in Fleisch einen Zentimeter ein. Richtig gefährlich wird das Gerät jedoch, wenn der Zahnstocher gegen einen Metallstift ausgetauscht wird. Der soll durchaus eine Scheibe durchschlagen können und über 20 Meter weit fliegen.

Fidget Spinner


China wurde überrollt

 "Die Zahnstocher-Armbrust hat China überrannt und ist in nun in allen Schulen", berichtet "China Daily". Auf Youtube-Videos kann man sehen, wie die Armbrust Pappkarten und Luftballons durchstößt, selbst Getränkedosen bekommen Löcher. 

Besorgte Eltern fordern ein landesweites Verbot. "Beeilt euch (und verbietet sie). Unsere Schüler verstehen die Gefahr nicht und beschießen sich gegenseitig aus Spaß. Früher oder später wird es Unfälle geben", schrieb ein Vater auf dem Kurznachrichtenportal Weibo. Tatsächlich wurde in China schon über Augenverletzungen berichtet. "Das ist kein Spielzeug, sondern eine Waffe in Kleinformat", beschwert sich die Mutter Yan Yan auf Weibo.

Verbot nach Protestwelle

Die Staatsmacht reagierte schnell. In Chengdu wurde der Verkauf bereits gestoppt, in der Provinz Zhejiang schwärmten fast 4000 Beamte auf, um Geschäfte und Kioske zu überprüfen und die Armbrüste zu beschlagnahmen.

"Händler sollten überhaupt keine Dinge verkaufen, die Kinder körperlich oder seelisch schädigen können", ließ die Verwaltung für Handel und Industrie in Chengdu verlautet. Und fügte drohend hinzu: "Wenn wir so etwas finden, werden wir das Produkt aus den Läden entfernen und das Geschäft wird bestraft." Die großen Shopping-Portale JD.com und taobao.com haben die Mini-Armbrust nach dem offiziellen Aufruf sofort entfernt. 

Inzwischen wird die Armbrust auf Amazon in den USA angeboten – mit dem üblichen Preisaufschlag für China-Gadgets: anstatt einem Dollar werden 20 verlangt. Damit hat China das gefährliche Spielzeug verboten - in den USA ist es aber dennoch angekommen.

Kra