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Saugroboter iRobot i3+: Roombaleistung zum Budgetpreis

Auch ohne Kamera und Lidar bleibt der i3  - fast - nie stecken.
Auch ohne Kamera und Lidar bleibt der i3  - fast - nie stecken.
© stern
Marktführer iRobot bietet einen Roboter mit guter Saugleistung und großer Absaugstation zu einem günstigen Preis an. Einziger Nachteil: Auf viele Spielereien muss man verzichten.

Immer besser, immer klüger und immer teurer. Das ist das Motto von iRobot, dem Marktführer von Saugrobotern. Das hat dazu geführt, dass das Flaggschiff der Firma inklusive einer Absaugstation bei soliden 1400 Euro angekommen ist.

Und auch wenn man durchaus Gründe aufzählen kann, warum der Preis gerechtfertigt ist, ist das doch sehr teuer und für viele Interessenten ein KO-Kriterium. Bislang wurde darauf verwiesen, dass die älteren Modelle der Firma nach wie vor im Handel sind und dann durchaus erschwinglich werden. Doch nun hat Roomba erstmals ein funkelnagelneues Gerät in den Markt gebracht, das preislich im soliden Mittelfeld rangiert. Den i3. Ihn gibt es als Solo-Gerät oder als Kombi – i3+ - mit der großen Absaugstation. In der Station steckt ein zweiter Staubsauger, der kraftvoll den Schmutz aus dem Behälter des Roboters saugt und in einem Beutel platziert. Vorausgesetzt die Wohnung ist nicht allzu kompliziert aufgebaut, kann das dazu führen, dass man sich wochenlang nicht um den Robbi kümmern muss. Vor allem kommt man nicht mit Staub in Berührung.

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Nicht smart aber saugstark

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der i3 kaum von den teuren Modellen i7 und s9. Die +-Saugstation ist ohnehin identisch. Der i3 ist wiederum rund wie der i7 und hat weder die Hufeisenform noch den Aufbau des s9. Die Geräte von Roomba sehen immer zurückhaltend und wertig aus. Die dunkle Oberfläche ist auf Dauer auch verzeihender als das Schneeweiß anderer Hersteller. Auf der Oberseite ist der i3 mit einem Kunststoff im dreidimensionalen Textillook überzogen. Auch das sieht ansprechend aus und wird Kratzer verzeihen.

Wo also wurde gespart? And der Sensorik, der i3 hat weder Kamera noch Lidar-Radar, um sich zu orientieren. Er ist gewissermaßen blind, aber das Gerät ist "klüger" als vorige Generationen. So schafft es der i3, trotz der fehlenden Sensorik gerade Bahnen zu absolvieren und nicht im Chaos-Zick-Zack durch die Wohnung zu eilen. Antrieb und Saugtechnik entsprechen dem teureren i7 – was die Staubaufnahme angeht, ist man also bestens bedient.

Die Reinigung erwartungsgemäß klappt gut. In der eigenen überaus anspruchsvollen Testwohnung bleibt der i3 fast nie liegen, und besser haben andere Sauger mit Lidarradar auch nicht abgeschnitten. Selbst die Flaggschiffe von iRobot erlitten mal Schiffbruch. Der i3-Roboter nimmt den Raum über seine Abstandssensoren wahr und fährt dann in sehr ordentlichen Bahnen ab. Einzige Besonderheit: Beim Wechsel von Hartboden zu sehr hohen Teppichen zerteilt der i3 den Raum in einzelne Zonen. Vom Saugen her, kann mal also sagen: Gleiche Leistung zum halben Roomba-Preis.

Nichts für Spielkinder 

Viele Spielereien, die die größeren Modelle beherrschen, kann der I3 aber nicht. Zum Hintergrund: Roomba arbeite daran, überaus kluge Haushaltsroboter zu bauen. Ziel ist nicht nur schnödes Saugen, sondern eine Plattform, mit der ein Roboter dann zum persönlichen Haushaltsassistenten oder Butler werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass der Roboter lernen muss, sowohl den Haushalt wie auch die Menschen zu "verstehen". Dahin ist noch ein langer Weg, aber i7 und s9 haben begonnen, ihn zu beschreiten. Der i3 kann das nicht.

Der i3 kann mit Alexa und per App gesteuert werden, aber die Möglichkeiten sind gering. Bei ihm kann man nicht den Küchentisch auf einem Plan benennen und dann der Sauger explizit dorthin schicken. Der i3 kann gesteuert werden und per App kann auch ein Reinigungsplan leicht eingerichtet werden. Und er kann mit den Wischrobotern von Roomba synchronisiert werden. Das war es dann aber schon – selbst Sperrzonen sind nicht drin.

Hier muss jeder wissen, wie groß der Nachteil für ihn ist. Wer es liebt, seine Maschine per Sprachsteuerung herumzuscheuchen, wird enttäuscht sein. "Hey Saugi, geh ins Wohnzimmer und sauge die Couchzone" – das geht eben nicht. Aber viele User – so auch ich – probieren solche Features ein paar Mal aus und lassen es dann. Wenn der Sauger bei uns das Schlafzimmer reinigen soll, bringe ich ihn unter dem Arm dort hin. Denn auch die klügste Maschine kann derzeit nicht die Türen öffnen.

Mit Station ein günstiges Angebot

Innerhalb des Roomba-Universums macht der i3 also absolut Sinn, wenn man die weiterreichenden Features ohnehin nicht nutzt. Das Pricing ist attraktiv. Der Sauger allein kostet 399 Euro im Bundle mit der Absaugstation 699 - offiziell. Inzwischen bieten auch andere Hersteller ähnliche Stationen an, aber diese Kombis sind auch nicht billiger. Will man den Komfort der großen Station, dürfte der i3 zu den günstigsten Markengeräten zählen.

"Nackte" Saugroboter werde dagegen zuhauf für 400 Euro angeboten. Warum sollte man den i3 nehmen, wo Konkurrenzprodukte Lidar-Ortung und clevere Maps anbieten? Der eine Grund wurde schon genannt: Viele nutzen die weitergehenden Features nicht. Auch für Datenschutzfans gibt es ein weiteres Argument. Roomba kommt aus der Militärtechnik und verspricht absolute Datendiskretion. Beim i3 kommt noch hinzu: Ohne Kamera und Lidar weiß der Roboter wenig über seine Umgebung, was er leaken könnte.

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Auf Marktpreise achten

Dazu kommt die gute Saugleistung, sie wurde dem i7 von der Stiftung Warentest attestiert. Außerdem gibt es die Vorteile, die der Marktführer bietet. Es ist kein Problem, für einen Roomba Ersatzteile zu bekommen. Etwa ein Antriebsrad mit Motor, das man selbst austauschen kann. So etwas ist bei einem Importprodukt mit einem Fantasienamen nicht garantiert. Mir sind Fälle bekannt, in denen Roomba-Sauger fünf Jahre ohne Mucken eine täglichen Einsatz absolviert haben, das ist schon beeindruckend.

Eigene Meinung: Ich halte die Dockingstation für eine große Erleichterung, auf sie würde ich nicht verzichten wollen. In der Kombination ist der i3+ preislich sehr attraktiv. Der teure s9+ ist nur etwas für Personen mit einem sehr prallen Portemonnaie. Von der Preis-Leistungs-Relation liegt man beim i3+ richtig. In der Praxis sollte man unbedingt die aktuellen Marktpreise vergleichen, denn auch bei den Roomba-Saugern gibt es Aktionen. Zum Zeitpunkt des Verfassens wird der i3+ mit Clean Station bereits für 599 angeboten. Ein gewisser Preisabstand zum i7+ muss zudem gegeben sein, wenn die Geräte mehr oder minder gleich teuer sind, ist der clevere i7 natürlich das bessere Angebot.

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