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Bodenreinigung Tesvor V7 – Akku-Mopp verspricht Wischen ohne Kontakt mit Ekelwasser

Der Mopp muss ab und an auf den Eimer gestellt werden, so nimmt die Rolle Wasser an und das gerät wird ausgespült.
Der Mopp muss ab und an auf den Eimer gestellt werden, so nimmt die Rolle Wasser an und das gerät wird ausgespült.
© stern-online
Mit dem akkubetriebenen Tesvor V7 kann man die Wohnung hygienisch sauber wischen, ohne mit Feudel und Dreckwasser in Kontakt zu kommen.

Wischen und Moppen - aber bitte ohne ekligen Kontakt mit dem Schmutzwasser. An dieser Aufgabe versuchen sich viele Firmen. Eine Möglichkeit sind die kleinen Wischroboter. Sie kommen ganz ohne Handarbeit aus und sorgen für frischen Glanz fast ohne Mühen. So zumindest das Versprechen, doch ganz so autonom wie erhofft, geht es dann doch nicht. Die kleinen Wassertanks wollen jeden zweiten Tag aufgefüllt werden. Vor allem aber muss man sich auch um den Schmutz kümmern, der bleibt meist in einem Vlies hängen und das kann man höchstens zweimal nutzen.

Neben den autonomen Helfern blühen daher elektrisch angetriebene Mopps, die in etwa so aussehen wie ein Handstaubsauger. Noch gibt es Kabelgeräte auf dem Markt, aber durchsetzen werden sich Maschinen mit Akku. Die Akkuleistung reicht für einen normalen Haushalt mehr als aus und das Fehlen des Kabels macht es möglich, schnell zwischendurch zu wischen.

Es gibt mehrere Gründe, auf denen der Erfolg dieser Gattung beruht: Der Einsatz muss einfacher sein als bei einem Wischmopp. Das Schmutzwasser muss schnell und komplett aufgenommen werden und die Hände sollten möglichst nicht mit der dreckigen Brühe in Kontakt kommen.

Vor einigen Wochen haben wird den Kärcher FC 7 Cordless Premium vorgestellt. Gewissermaßen das Flaggschiff der Mopp-Maschinen – der stolze Preis liegt bei 450 Euro ("So arbeitet der Kärcher FC 7 Premium")

System mit zwei Komponenten

Der Tesvor V7 stammt aus dem Reich der Mitte, ist deutlich günstiger und arbeitet ganz anders als die Konkurrenz. Wir konnten einen Prototyp ausprobieren. Das System besteht aus zwei gleichwertigen Komponenten, dem Wischsauger und dem Schmutzwassereimer. Das erinnert ziemlich an die handbetriebenen spanischen Mopps, wie Vileda sie anbietet. Auch hier gehört der Eimer mit dem Sieb zum Ausrücken des Mopps untrennbar zum System dazu.

Wie funktioniert der Tesvor? Der Eimer hat zwei Etagen. Oben kommt das frische Wischwasser hinein, im Untergeschoss wird die dreckige Brühe gesammelt. Das Einfüllen von sauberem heißem Wasser geht einfach am Hahn, ebenso leicht lässt sich das Schmutzwasser ausgießen. Anders als Geräte mit integriertem Tank spart der V7 nicht an Flüssigkeit. Hier können auch zwei Liter eingefüllt werden. Das Wasser wandert in diesem System nicht durch dünne Schläuche und Ventile. Also kann man jedes beliebige Putzmittel verwenden. Das spart Geld, etwa wenn man Haushaltsreiniger vom Discounter nimmt – dann liegen die Kosten etwa 70 Cent pro Liter. Man kann aber auch desinfizierende Spezialreiniger benutzen. Selbst schleimige Substanzen wie Grüne Seife oder Emsal Parkettpflege nimmt die Maschine an.

Gute Reinigungsleistung

Ist der Eimer aufgetankt, kann es losgehen. Nun wird der eigentliche Wischer auf den Eimer gestellt. Ein Knopfdruck und die Reinigungswalze wird durchgenässt. Mit ihr kann nun gewischt werden. Der V7 besitzt nur eine Walze. Ihre Rotation gibt die Marschgeschwindigkeit der Maschine vor, man lässt ihn einen Moment vorlaufen und zieht ihn dann gegen die Laufrichtung zurück. So wie bei einem Schrubber zu Omas Zeiten. Entgegen der Laufrichtung ist die Schrubb-Leistung stärker. Zu Beginn muss man sich ein wenig umgewöhnen, weil die Maschine das Tempo vorgibt.

Je nach Schmutzgrad und Gefühl wird der Mopp dann wiederum auf den Eimer gestellt. Nun wird die Walze durchgespült. Jedes Mal ein kleines "Hurra", wenn man sieht, wie die braune Suppe abfließt.

Die Reinigungswirkung ist gut, vor allem wenn man das Gerät rückwärts zieht oder auf der Stelle schrubben lässt. Je nach Temperatur des Wassers und Wahl des Reinigers lässt sich die Wirkung steuern. Aber grundsätzlich reinigt der Kärcher mit seinem gegenläufig drehenden Walzen energischer, vor allem wenn man die Kratz-Walzen mit Kunststoffborsten wählt. Für meinen Geschmack könnte der Tesvor etwas feuchter wischen. Aber dafür kann man mit einer Sprayflasche etwas Wasser und Reiniger vor dem Gerät auftragen.

Von der Verarbeitung her, kann man an dem China-Mopp nichts aussetzen. Der Kunststoff der Schalter könnte sich etwas wertiger anfühlen. Richtig cool ist es, dass Eimer und Mopp mit einem einzigen Lader auskommen, der keinen Klinkenstecker hat, sondern per Magnet am Eimer fixiert wird. Auch bei Tesvor sind Eimer und Wischer strahlend weiß, wie bei vielen Herstellern. Für mich nicht die beste Wahl, wenn es um Schmutzwasser geht.

Keine nassen und schmierigen Finger

Der Hauptvorteil des Tesvor ist, dass man das Gerät bedienen kann, ohne sich die Finger schmutzig zu machen. Der Eimer kann einfach ausgeleert werden. Die Ebene oben, auf der der Mopp aufgesetzt wird, lässt sich mit einem Schwall Wasser und einem Tuch ganz einfach reinigen. Aus der Kunststoffwalze wird der Dreck fast vollkommen ausgespült. Sie vergraut etwas, wirkt aber durchaus sauber. Anders als Vlieswalzen, in deren Fasern immer etwas hängen bleibt. Im Kopf des Mopps befindet sich ein kleiner Tank, in dem sich das Schmutzwasser sammelt, bevor es in den Eimer gespült wird. Auch dieses Fach wird schmutzfrei ausgespült. Das einzige, was bleibt, sind Hundehaare, sie sammeln sich in der Bürste ab. Die muss man tatsächlich gelegentlich mit spitzen Fingern säubern. In einem Haushalt ohne haarenden Hund dürfte das aber nur selten nötig sein.

Der Tesvor ist leicht und handlich in der Anwendung. Allerdings muss man den Eimer mitnehmen. Man sollte daran denken, dass man mit ihm nur Hartböden reinigen kann. Etwas geeignete Fläche sollte die Wohnung also haben. Nur für eine Mini-Küche lohnt es sich nicht, so ein Gerät anzuschaffen. Schließlich braucht es auch einen Abstellplatz. Am meisten Spaß machen Räume ohne Teppiche und Läufer, das Drumherumwischen ist wie bei allen Geräten dieser Art nicht so prickelnd. Von der Kapazität reicht das Gerät für eine größere Wohnung. Eine Ladung reicht für eine Stunde Wischen. Doch wenn man 100 qm reinigen will, ist die Arbeitsgeschwindigkeit etwas niedrig. Nicht zuletzt spricht der Preis für den Tesvor V7. Wenn das Seriengerät in den Handel kommt, beträgt die Preisempfehlung 199 Euro – tatsächlich dürfte er wohl noch 20 Euro billiger sein.

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