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Haushaltstechnik: Warentest prüft Fenstersauger – einige Geräte wischen schlierenfrei, andere kleckern mit Brühe

Fenstersauger erleichtern das Reinigen von Glas und Fliesen ungemein. Doch manche Geräte waren so undicht, dass sie die Tester mit Schmutzbrühe bekleckerten. Rundum überzeugen konnte ein Modell des Marktführers.

Mit dem Sauger macht Fensterputzen mehr Spaß, sagen die Tester.

Mit dem Sauger macht Fensterputzen mehr Spaß, sagen die Tester.

Getty Images

Noch wie war Fensterputzen so einfach wie heute. Möglich machen es Fenstersauger: Sie saugen das Schmutzwasser einfach weg und sammeln die Brühe in einem Behälter. Der ganze Vorgang ist enorm vereinfacht: Man sprüht die Scheibe ein, wischt einmal drüber und saugt dann ab. Bei stark verschmutzten Fenstern muss man den Vorgang wiederholen. Aber auf jeden Fall funktioniert das Fensterreinigen mit Gerät deutlich besser als ohne Sauger.

Wirklich perfekt ist das Wisch-Erlebnis aber noch nicht: Bei fast allen Anbietern sind Sauger und Einsprühflasche getrennt, nur das Gerät von Vorwerk integriert beide Systeme, sodass man in einem Zug wischen und saugen kann. Elf Geräte traten im Test gegeneinander an – acht Mal wurde die Note gut vergeben. Bei drei Geräten machte das Reinigen hingegen keine Freude. Bei ihnen tropfte das Reinigungswasser aus dem Gerät. Je nach Verschmutzungsgrad der Fenster kann sich das klare Wischwasser in eine ziemlich üble schwarze Brühe verwandeln. Das Schmutzwasser bekletterte dann den Boden und die Tester. Der Vodomatic von Vileda kassierte wegen der Sauerei, die er anrichtete, nur ein "Ausreichend".

Fenstersauger mögen keinen Spiritus

Die Tester benutzten eine Mischung aus Allzweckreiniger und Wasser und verschmähten die speziellen und teuren Mixturen der Hersteller. Sie attestierten den Geräten dennoch eine gute Reinigungsleistung. Unserer Erfahrung nach wird das Ergebnis mit Spezialreinigern noch besser, weil sie die Schleierbildung nach dem Trocknen unterdrücken.

Stark schäumende Reiniger wie Geschirrspülmittel sollte man nicht benutzen, da der Blasenfilm vor allem an den Rändern nicht richtig weggesaugt wird. Das alte Haushaltsmittel Spiritus sollte man meiden, weil Spiritus auf Dauer Reinigungslippen und Dichtungen aus Gummi angreift.

Die eigentliche Aufgabe des Geräts ist das Absaugen des Schmutzwassers. Für das Einsprühen und Wischen allein benötigt man keinen Sauger. Hier überzeugten nur vier der Geräte im Test: Bosch Glass Vac, Kärcher VW-5 Premium, Kärcher VW Classic und der Kobold von Vorwerk.

Bei der Laufzeit des Akkus muss man sich als Hausmann oder Hausfrau keine Gedanken machen. Der WV 5 Premium von Köcher schaffte 300 Quadratmeter, das Gerät von AEG sogar 600 Quadratmeter. So viele Fenster müssen nur die wenigstens Privathaushalte putzen.

Testsieger im normalen Preissegment

Testsieger wurde ein Gerät von Kärcher: Der VW-5 Premium erreichte die Note gut - beziehungsweise eine 1,9. Das Gerät wird für einen mittleren Preis von 65 Euro verkauft. Der zweitplatzierte Sauger von AEG kostet fünf Euro mehr und kam auf die Wertung 2,1. Auf den dritten Platz rutschte der WV 2 von Kärcher – ebenfalls mit 2,1. Der mittlere Preis beträgt hier 60 Euro.

Etwas außer Konkurrenz lief der Kobold von Vorwerk. Da er beide Arbeitsgänge in einem Gehäuse unterbringt, ist er komfortabler in der Handhabung, mit 250 Euro aber deutlich teurer als die anderen Testkandidaten. Auch kam die Reinigungsleistung nicht mit der Qualität der besten anderen Fenstersauger mit. Unsere Meinung: Ohne Top-Reinigungsleistung macht es keinen Sinn, die erheblichen Mehrkosten für den Vorwerk zu akzeptieren. Also kann man getrost zum Testsieger, dem VW 5 Premium von Kärcher zu greifen, denn er ist auch nicht merklich teurer als Geräte, die deutlich schlechter abgeschnitten haben.

Einen Grund, weiter bei Ledertuch und Zeitung zum Trocknen zu bleiben, gibt es nicht. Die Tester gaben sogar an, dass diese Art des Fensterreinigens ihnen regelrecht Spaß gemacht habe.

Den kompletten Test können Sie hier gegen Gebühr einsehen.

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