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Notstrom Powerboxen Jackery Solar Explorer 1000 Pro – Alleskönner für das mobile Outdoor-Leben

Die Box mit ausgeklapptem Griff.
Die Box mit ausgeklapptem Griff.
© stern
Jackery baut Stromspeicher, die vor allem für Camping und Wildlife-Abenteuer gedacht sind. Die neue 1000 Pro bringt langlebige Akkus, eine schnelle Solar-Ladezeit und eine beruhigende Garantie von fünf Jahren.

Hersteller von Powerboxen gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Schaut man nach Marken, die es vermutlich auch in ein paar Jahren noch geben wird, dünnt sich das Feld mächtig aus. Jackery gehört dazu. Die Firma kommt aus Kalifornien, die Boxen werden allerdings wie alle anderen auch in China hergestellt. Jackery hat sich auf Stromversorgung für Camping, Outdoor und Vanlife spezialisiert. Andere Hersteller zielen primär auf Handwerker oder die autarke Stromversorgung kleiner Häuser.

Was bedeutet das? Die Geräte sind (etwas) kleiner, leichter und kompakter als die der Konkurrenz. Die Jackery Explorer 1000 Pro ist die Weitereinwicklung der 1000 ohne das "Pro". Die Innovationen der großen 2000 Pro kommen so in die kleinere Klasse. Wir haben uns das Gerät im Praxis-Betrieb angesehen.

Die kleinste der großen Boxen

Der Name der Box sagt es schon, sie rangiert in der 1000er Klasse. Das kann man mit etwa 1000 Wattstunden Kapazität und 1000 Watt Abgabe auf 230 Volt übersetzen. Typisch für die neue Generation nicht allein von Jackery ist, dass die kurzfristige Leistungsabgabe sehr viel höher ist, hier sind es bis zu 2000 Watt. So können auch Geräte mit einem hohen Anlaufstrom betrieben werden. "Anlauf" wohlgemerkt, ein echter Betrieb eines 1800-Watt-Geräts funktioniert nicht. Mit der Box können so mehr als 80 Prozent aller Stromverbraucher betrieben werden, das ist für den mobilen Alltag genug. Wer mehr Power haben will, büßt eben auch Mobilität ein, die 2000 Pro der gleichen Firma ist eben doppelt so groß und doppelt so teuer. Wer allerdings eine Box für alle Zwecke sucht, mit der er beim Bau seiner Blockhütte, auch eine Kreissäge und ein Schweißgerät betreiben kann, muss zur 2000 Pro greifen.

Das Gerät der 1000 Pro ist aus robustem Kunststoff gefertigt, der sich dennoch angenehm und griffig anfühlt. Das Ganze ist in den Jackery-Farben orange und anthrazit gehalten. Der Vorgänger besaß noch einen fest verbauten Griff. Der war schön geschwungen und lag sehr angenehm in der Hand. Aber er erhöhte die Box merklich. Gerade im Van-Life ist Stauraum knapp, der Nachfolger hat nun einen klappbaren Griff, der in dem Kubus verschwindet.

Lange Garantie 

Typisch für Jackery ist die integrierte LED-Lampe. Die Box besitzt zwei Steckdosen für 230 Volt. Zwei USB-PD-Anschlüsse von 100 Watt und einen 12-Volt-Ausgang mit Kfz-Stecker. Mit 11,5 Kilogramm ist sie relativ leicht, die Abmessungen betragen 34-26-25,55 Zentimeter. Für das Gerät gibt es eine beruhigende Garantie von fünf Jahren. Die Zellen sollen volle 1000 Ladezyklen durchhalten, bevor ihre Kapazität unter 80 Prozent sinkt. Für jemanden, der die Box in der Freizeit und nicht täglich nutzt, ist das fast eine Ewigkeit. Einige Aus- und Eingänge sind mit Klappen gegen Feuchtigkeit geschützt. Wirklich staub- und wasserfest sind diese Boxen nicht. Netzteil und 230-Volt-Wandler sorgen bei Betrieb für Abwärme, entsprechend gibt es Lüftungsschlitze. Im strömenden Regen sollte man so eine Box nicht ungeschützt stehen lassen.

Neben den neuen Akkuzellen hat sich was beim Thema Aufladen getan. Die Box ist in 1,8 Stunden komplett gefüllt. Das geht an einer 230-Volt-Steckdose. Gut gefällt, dass die Box ein integriertes Ladegerät besitzt, sodass man kein extra Netzteil mitnehmen muss. Laden kann man aber auch solar. An die Box können parallel vier Solarpanels mit je 200 Watt Kapazität angeschlossen werden. Die gibt es von Jackery in sehr guter Qualität, was Wirkungsgrad und Verarbeitung angeht, es lassen sich aber auch Panel von Drittherstellern anschließen. Angesichts des Wetters konnten wir nie mit Kraft Sonne ernten, aber sei es drum: Mit etwa 800 Watt Input sollte man die Box in 1,5 Stunden vollbekommen. Natürlich lässt sich die 1000 Pro auch über den Kfz-Stecker aufladen, hier sind aber – wie immer – nur 10 Ampere bei 12 Volt drin. Das heißt, es dauert.

Aufladen mit Solar

Die 200 Watt Solarsaga Panel sind eine gute Wahl. Sie lassen sich kompakt zusammenlegen, sind robust und werden mit einer wertigen Tasche geliefert. Sie wären unsere Wahl, wenn man nicht ein starres Modul anschließen will. Im mobilen Leben sind nicht nur die Kosten für die vier Panel entscheidend, sondern auch der Stauraum. Vier Panel dürften für einen VW-Bus deutlich zu viel sein. Je nach Anwendung dürften zwei oder gar nur ein Panel die richtige Wahl sein. Panel mit geringer Kapazität würden wir nicht verwenden, ihr Packmaß nimmt auch nicht dramatisch ab. Größere Solarpanel anderer Hersteller gehen auf bis zu 400 Watt. Sie sind dann aber wegen ihrer Größe schwer unterzubringen und werden auch wegen des zunehmenden Gewichts unhandlich. Wer längere Zeit autark sein will, kommt um Panel nicht herum. Denn die Einmal-Ladung von 1000 Wattstunden leert man dann doch relativ schnell. Eine größere Kühlbox kann man damit zwei bis drei Tage betreiben, dann sind die 1000 Wattstunden weg.

Unser Fazit

Die Jackery Boxen gehören zur ersten Wahl, wenn man eine Stromversorgung vorrangig für Camping und mobiles Leben sucht. Die 1000 Pro ist die kleinste Box, mit der man dann doch die meisten Stromverbraucher betreiben kann. Kochplatten, starke Föhne und schwere Werkzeug gehen nicht, dennoch kann man, wenn man beim Einpacken etwas aufpasst, die Grundfunktionen auch im 230-Volt-Betrieb benutzen. Die 1000 Pro ist für viele Camper eine bessere Wahl als ein noch stärkeres Gerät. Wenn man länger als nur ein Wochenende unterwegs ist, ist die Speicherkapazität der Box nicht der entscheidende Flaschenhals, sondern die Frage, wie viel Strom man nachfüllen kann. Dann kann es Sinn machen, eine kleinere und billigere Box zu nehmen und das Ersparte in Solarpanels zu investieren.

Uns gefiel die solide Ausführung und die gefällige Haptik der Box. Für sie sprechen auch die guten Solarpanel der Firma. Die 1000 Pro kostet regulär 1299 Euro – wie alle Markengeräte dieser Klasse. Dazu gibt es gelegentlich Sonderaktionen – vor allem im Bundle mit dem Solarpanel.

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