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Kamera-Kauf Her mit den fixen Pixeln

Die Hersteller von Digitalkameras locken mit besseren Geräten und fallenden Preisen. Vor dem Kauf sollte man aber überlegen, was genau man braucht.

Ja, der Kauf einer Digitalkamera ist schwieriger als der eines analogen Apparats. Denn da gibt es eine Menge zu beachten: die Größe des Displays, die Akku-Lebensdauer, Aufnahmekapazität, Bildauflösung, Speicherkartentyp und und und. Weit mehr als analoge Kameras, die im Grunde nichts anderes sind als Filmhalter mit Objektiv, haben Digitalkameras individuellere Eigenschaften: Für unterschiedliche Fotografiertypen gibt es auch unterschiedliche Kameratypen. Einsteiger brauchen andere Modelle als Familienknipser, Urlaubsfotografen anderes Equipment als Semi-Profis. Wir haben für die verschiedenen Typen empfehlenswerte Modelle ausgewählt, die derzeit auf dem Markt sind oder in den nächsten Wochen neu in den Handel kommen.

Die Digital-Zoom-Lüge

Doch auch wenn das Fakten-Abwägen eigentlich selbstverständlich ist, muss man manchmal aufpassen, nicht zu viel zu beachten. Eins der beliebtesten Schwindel-Argumente der Branche ist zum Beispiel das "Digital-Zoom". Dabei handelt es sich um nicht mehr als eine elektronische Ausschnittvergrößerung, die zu unschönen Klötzchen im Bild führt. Was zählt, ist allein das optische Zoom. Am häufigsten, weil praxisgerecht und zugleich preiswert, sind 3fach-Zooms. Objektive mit fester Brennweite finden sich nur noch bei Spar-Modellen.

Wieviel Pixel braucht die Kamera?

Qualitätsmerkmal Nr. 1 bei Digitalkameras ist nach wie vor die effektive Zahl der Pixel. Vor allem bei Billig-Kameras stellen die Anbieter aber gern höhere Pixelzahlen heraus und verlagern den Hinweis "interpoliert" verschämt ins Kleingedruckte. Das jedoch heißt nichts anderes, als dass die Kamera mehr oder weniger intelligent Bildpunkte dazuerfindet. Wie viele Pixel die Wunsch-Kamera auflösen sollte, ergibt sich aus den analogen Fotografier-Gewohnheiten. Wer mit Vergrößerungen im Format 9 x 13 oder 10 x 15 cm auskommt, ist mit einer Digitalkamera der Zwei- oder Drei-Megapixel-Klasse gut bedient. Vier- und Fünf-Megapixel-Modelle sorgen auch bei einer stärkeren Vergrößerung von 13 x 18 cm bis hin zu DIN A4 für gute Foto-Qualität und bieten mehr Möglichkeiten zur Bildgestaltung.

Typ der Speicherkarte ist zweitrangig

Ein großer Monitor erleichtert die Bildkontrolle vor und nach der Aufnahme. Auch hier gilt: je mehr Pixel, desto schärfer das Bild. Große Displays fressen aber auch mehr Strom, sodass sich die Zahl der Aufnahmen pro Akku-Ladung verringert. Auf welche Karte die Kamera die Bilder speichert, ist dagegen zweitrangig. Die Unterschiede liegen allein im Preis: Compact-Flash- und xD-Picture-Karten sind billiger als MM/SD-Cards und Memory-Sticks. Smart-Media-Karten sterben langsam aus.

Sinnvoller Einstieg ab zwei Megapixel

Für den Einstieg in die Digitalfotografie eignen sich am ehesten Kameras der Zwei- oder Drei-Megapixel-Klasse, für die man mindestens 200 Euro ausgeben sollte. Samsung bietet zum Beispiel die Digimax 201 an. Die hat allerdings keinen Autofocus, sodass die Scharfeinstellung von Hand erfolgen muss. Mehr kann Nikons Coolpix 2100 mit 3x-Zoom und 14 Motivprogrammen wie "Strand/Schnee", "Innenaufnahmen" oder "Sonnenaufgang". Damit kommen auch Anfänger gut zurecht. Die Ricoh RR230 gehört ebenfalls in die Einsteiger-Kategorie. Trotz ihres günstigen Preises ist sie mit einem 3x-Zoom und acht Megabyte integriertem Speicher ausgestattet. Die Bildkontrolle übernimmt ein 4-cm-Monitor, der Preisklasse entsprechend aber nur mit 60.000 Pixel Auflösung.

Immer den Finger am Auslöser

Familienknipser, die oft fotografieren und ihre Bilder auch auf Papier haben wollen, sollten ein wenig mehr investieren. Für sie bieten sich Kameras wie die Fuji FinePix F410 an. Sie steht mit ihrem eleganten Alu-Design für eine neue Generation von Westentaschen-kompatiblen und dennoch anspruchsvollen Flachmännern, zu der auch die mit etwa zwei Zentimeter Gehäusedicke noch schmaleren Modelle Casio Exilim EX-Z3, Pentax Optio S und Minolta Dimage Xt gehören.

Zubehör-Zauber: Druckstationen und hochwertige Zooms

In die Familien-Klasse passt ferner die Kodak Easyshare LS633 - die erste Kamera mit dem neuartigen, selbst leuchtenden OLED-Display. Das ist mit 5,6 cm Diagonale ungewöhnlich groß und zeigt ein besonders farbkräftiges und kontrastreiches Bild. Neu ist das als separates Zubehör erhältliche Easyshare-Printer-Dock 6000 mit integriertem Fotodrucker für Ausdrucke im Format 10x15 cm. Empfehlenswert ist darüber hinaus die Olympus C-740 Ultra Zoom. Die hohe Lichtstärke ihres 10fach-Zoom-Objektivs wirkt der Verwacklungsgefahr entgegen, raffinierte Elektronik und Bildoptimierungsverfahren sorgen für hohe Fotoqualität. Die Panasonic DMC-LC33 gehört zu den jüngsten Ergebnissen der Zusammenarbeit von Panasonic und Leica. Stolz verweisen die Hersteller auf das aufwendig konstruierte Leica DC Vario-Elmarit 3x-Zoom. Dem neu entwickelten Bildsensor attestiert Panasonic besondere Lichtempfindlichkeit, unter anderem dank einer zusätzlichen innen liegenden Linse.

Individuelle Einstellungen für kunstvolle Bilder

Ambitioniertere Fotografen (vulgo: Urlaubsknipser) wollen mehr, als nur den Alltag im Bild festhalten. Für Bilder mit gestalterischem Anspruch brauchen sie individuelle Einstellmöglichkeiten und am besten eine Fünf-Megapixel-Auflösung, weil sich damit auch nachträglich Ausschnitte vergrößern lassen. Die PowerShot S50 von Canon ist so ein Gerät: Mit 42 mm Gehäusetiefe trotz versenktem 3x-Zoom-Objektiv trägt die Kamera schon äußerlich ziemlich dick auf. Auch das Innenleben ist bemerkenswert und repräsentiert den aktuellen Stand der Technik bei automatischen Kameras. Minolta bietet mit der F300 eine der kleinsten und leichtesten Digitalkameras mit Zoom in dieser Klasse und hofft damit, verlorenes Markt-Terrain wiederzugewinnen. Interne Software verbessert Schärfe, Farbwiedergabe, Tonwertabstufungen und das Bildrauschen. Eine Minolta-Besonderheit ist "Subject Tracking" beim Autofocus: Damit wird das erfasste Objekt verfolgt, wenn es sich bewegt.

Leistungsstarke Technik, die in jede Tasche passt

Klein, handlich, leistungsstark - die typischen Pentax-Tugenden zeichnen auch die neue Optio 550 aus. Im schicken Alu-Gehäuse stecken fünf Megapixel und ein 5fach-Zoom. Sogar als Diktiergerät und Reisewecker ist sie zu gebrauchen. Die Photosmart 935 von Hewlett-Packard gehört ebenso in diese Klasse wie die Sony DSC-V1, bei der das Carl-Zeiss- Vario-Sonnar-Zoom 34-136mm zu den Ausstattungs-Highlights zählt. Das zusätzliche Digital-Zoom bleibt aber Digital-Zoom, auch wenn Sony es Smart-Zoom nennt.

Auch Profi-Werkzeuge werden erschwinglich

Professionelle Kameras mit Wechselobjektiven gibt es schon länger, allerdings nur zu Preisen bis in den fünfstelligen Euro-Bereich. Mit dem empfohlenen Verkaufspreis von knapp 2200 Euro öffnet Canon mit der EOS 10D nun auch Amateuren das Tor zur Königsklasse der Fotografie. Der neue 7-Punkt-Autofocus, eine verkürzte Auslöseverzögerung und die Serienbildgeschwindigkeit von drei Bildern pro Sekunde gehören dazu. Immer noch aktuell ist auch die Camedia E-20, eine der ersten echten digitalen Spiegelreflexkameras, wenngleich ohne Wechselobjektive. Durch den rasanten Preisverfall kostet die E-20 inzwischen nur noch rund 60 Prozent ihres ursprünglichen Preises. Das angekündigte Nachfolge-Modell, eine neue Systemkamera, die Olympus in Zusammenarbeit mit Kodak angekündigt hat, wird frühestens nach der Feriensaison in den Läden zu haben sein - wie vermutlich auch die ebenfalls schon angekündigte System-Reflex von Pentax.

Horst Gottfried print

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