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Krieg in der Ukraine Leopard 2A6 – Video zeigt Treffer des deutschen Kampfpanzers bei einem T-72

Der Treffer auf dem T-72
Sehen Sie im Video: Leopard 2A6 – Video zeigt Treffer des deutschen Kampfpanzers bei einem T-72.
Ein Leopard 2A6 in Lauerstellung erspäht zwei russische T-72 und trifft einen davon. Das ist das erste Video, welches einen Leopard 2 im Panzergefecht zeigt. Am Ende reicht es jedoch nur für einen halben Erfolg.

Vor wenigen Tagen wurde das erste Video veröffentlicht, das einen Leopard 2 im Kampf gegen gegnerische Panzer zeigt. Das Video wurde erst vor kurzem veröffentlicht, soll aber zu Beginn der ukrainischen Offensive aufgenommen worden sein. Der Leopard 2A6 steht auf einem bereits aufgewühlten Feldweg neben einer Baumreihe. Nicht weit vor ihm befindet sich eine Straßenkreuzung, alle Wege sind von Bäumen flankiert. Hinter dem Kampfpanzer befindet sich ein Schützenpanzer vom Typ Bradley.

Die Kampfentfernung wird mit 1,5 Kilometern, manchmal auch mit 2,8 Kilometern angegeben. Die genaue Geolocation ergab 2,26 Kilometer. Die größte Schwierigkeit dürfte die durch die Baumreihen stark eingeschränkte Sichtlinie sein. Das schützt die Position des Panzers, dürfte ihm aber auch nur einen geringen Beobachtungs- und Schusswinkel frei lassen.

Geringer Sichtwinkel

Der Leopard 2 ist optimal positioniert und bietet dem Gegner eine stark gepanzerte Frontseite. Er schießt und das Video geht auf das Ziel über. Der russische Panzer wird getroffen und verschwindet in einer riesigen Rauchwolke. Doch er fährt beschädigt weiter und stößt aus der Wolke heraus. Ein zweiter Panzer folgt ihm. Wegen der schlechten Auflösung und des Qualms sind die Panzer nicht exakt zu bestimmen. Die seitlichen Auspuffanlagen sprechen dafür, dass es sich um T-72 oder eventuell um T-90 Panzer handelt.

Einer von ihnen wurde an der rechten Seite getroffen. Die große Qualmentwicklung entsteht, weil Turmmodule zerstört wurden, vermutlich die Nebelwurfanlage. Der Schuss wurde nicht mit einem panzerbrechenden Wuchtgeschoss ausgeführt, was die beste Wirkung versprochen hätte. Blitz und Explosion beim Einschlag sprechen für Explosivmunition (HE).

Die falsche Munition im Verschluss

Gefechte Panzer gegen Panzer sind in diesem Krieg sehr selten. Es ist anzunehmen, dass die Leopard-Besatzung nicht mit dem Auftauchen der russischen Kampfpanzer gerechnet hat und sich daher eine Explosivgranate im Verschluss befand, die gegen andere Ziele effektiver ist. Wegen des durch die Baumreihen stark eingeschränkten Winkels dürfte für das Wechseln der Munition keine Zeit geblieben sein.

Es entspräche auch dem Standard-Vorgehen. Ein Wuchtgeschoss wird erst nach Sichtung eines gepanzerten Zieles eingelegt, da es gegen viele andere Ziele wirkungslos ist. Bei einem modernen Wuchtgeschoss trifft nur ein dünner Hartmetallpfeil das Ziel. Gegen Gräben oder eine Gruppe von Infanteristen wäre die Wirkung gering.

Mission-Kill aber kein Abschuss

Im Ergebnis handelt es sich um einen halben Erfolg. Der Treffer am Turm wird die Sensorik des russischen Modells beschädigt, wenn nicht zerstört haben. Damit ist dieser Panzer nicht mehr kampf- und einsatzfähig. Von einem Abschuss kann man nicht reden, der T-72 muss in die Reparatur, scheint aber noch voll fahrfähig zu sein. Die PR-Wirkung des Videos dürfte daher gering sein. Aus russischer Sicht konnte der Leopard 2 trotz optimaler Position den T-72 nicht zerstören. Dass das an der Munition gelegen hat, dürfte die russische PR unterschlagen.

Erst vor wenigen Tagen gelang es den Russen, einen britischen Challenger 2 auszuschalten. Der Challenger 2 gilt als besonders gut geschützter Kampfpanzer, dennoch wurde er zunächst von Artillerie immobilisiert und dann von einer Kornet-Rakete zerstört. Auch ist der Einsatz des Leopard 2 bei weitem nicht so eindrucksvoll, wie der etwas ältere Angriff eines einzelnen russischen T-80 auf eine ukrainische Kampfgruppe.

Die Drohnenbedrohung und Situation hat es nicht zugelassen, nachzusetzen, um erneut gegen die beiden T-72 zum Schuss zu kommen.

Quelle: SuchonismusTorsten Heinrich

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